Der Ver(un)sicherer
Administratives Monster Riester-Rente?

Hat es sich ausgeriestert? Selbst hochrangige Versicherungspraktiker kritisieren das subventionierte Rentenmodell jetzt als zu teuer und zu bürokratisch. Dabei könnten Versicherer den Zinsversprechen leicht nachkommen.
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Das hätte ich mir auch nicht so schnell träumen lassen: Es ist gerade mal ein paar Jahre her, dass ich mit einer Studie zusammen mit dem DIW auf die Tücken der Riester-Rente hingewiesen habe. Wir haben damals viel Prügel bezogen, insbesondere auch von der Versicherungswirtschaft.

Irgendwie hat sich ja über viele Jahre in der Politik und in der Versicherungslobby die Überzeugung durchgesetzt, dass die Riester-Rente eine hübsche Sache sei. Vielleicht etwas behäbig, was das Organisatorische angeht, aber ansonsten zukunftsweisend und attraktiv. Außerdem würde die Versicherungsindustrie hier endlich zeigen, wie ernst sie ihre gesellschaftliche Verpflichtung nähme.

Eigentlich hätte ich erwartet, dass auf der heutigen Handelsblatt-Tagung, die sich den „Chancen und Perspektiven der Versicherungswirtschaft“ widmet, die Grundhaltung in Sachen Riester-Rente zumindest von der Versicherungswirtschaft nicht in Frage gestellt wird. Aber es gibt immer wieder Überraschungen!

Niemand geringeres als Dr. Nikolaus von Bomhard, Chef der Münchener Rück, machte seine Skepsis gegenüber der geförderten Rente zumindest für die Direktversicherungstochter Ergo-Direkt sehr deutlich. Die Riester-Rente ist ja auch sehr aufwändig und in Sachen Verwaltungskosten außerordentlich anspruchsvoll. Und angesichts eines eher kleinen Bestands wäre es dann nur konsequent, sich von diesem Geschäftsfeld für den Direktversicherer zu trennen.

Warum dann die Riester-Bestände nicht an die Schwestergesellschaft verkauft wurden, das blieb offen. Und nebenbei ist auch unklar, wie sich das mit der Meinung des Lobbyverbandes verträgt, der noch vor zwei Wochen einen Bestand von 6.000 Riester-Renten aus versicherungsmathematischer Sicht unproblematisch fand. Diese Anzahl würde seines Erachtens selbstverständlich ausreichen, um das Langlebigkeitsrisiko in diesem Bestand auszugleichen. Aber es muss ja auch nicht immer so sein, dass Versicherungspraxis und Lobbyverband die gleichen Einsichten haben.

Ein anderer Versicherungspraktiker, Herr Dr. Görg von der Gothaer, ging in seiner Riester-Kritik noch deutlicher zur Sache. Die Riester-Rente ist bei ihm mittlerweile zu einem „administrativen Monster“ mutiert. Und er sieht ein düsteres Bild, betrachtet er die Riester-Rente. Mit ausführlichem Zahlenmaterial macht er deutlich, dass bei dieser staatlich geförderten Altersvorsorge eine angemessene Verzinsung des Eigenkapitals nicht mehr gewährleistet werden könne.

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Wunschrendite sechs Prozent

Kommentare zu " Der Ver(un)sicherer: Administratives Monster Riester-Rente?"

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  • " Wir haben damals viel Prügel bezogen, insbesondere auch von der Versicherungswirtschaft."

    Haben Sie etwa anderes erwartet? Es ging um viel Geld und die, um die es ging, die lesen hier nicht mit.

    Aber ehrlich! Was haben Sie erwartet, nachdem Sie den Betrug aufdeckten. Betrug? Legal wird man antworten. Ja, legal aber nicht gerecht, wenn Versicherungen sich mit Unterstützung des Altkanzlers Schröder an der Unterschicht bereichern.

    Was reden, was schreiben Sie, wenn nicht einmal die BaFin als Aufsichtsamt zu den Versicherten hält aber immer noch vom Verbraucherschutzministerium angesprochen wird.

    Welchen Vergleich soll ich ziehen? Etwa den von den katholischen Priestern und der Eheberatung?

  • Vielen Dank für die Korrektur des fehlerhaften Zitats.

    MfG

    Peter Schwark

  • werter herr schwark
    richtig ist, dass die versicherer im gesammten versicherungsfeld ihre hausaufgaben nicht gemacht haben! nämlich ein produkt anzubieten das attraktiv ist und mich als beirtagszahler überzeugt (am besten durch gute rendite etc.)
    statt dessen
    -heulen diese rum und
    -füttern sie ihre "organisation" mit horenden geldern die von meinen beiträgen abgezwackt werden
    damit Sie mir und einigen politniks erzählen, das versprechen und verträge(!) nicht gehalten werden können.

    insofern stehe ich zu meiner oben stehenden aussage



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