Der Ver(un)sicherer
Schlaglöcher mit privater Rente sanieren? Von wegen.

Da hat sich Herr Oppermann von der SPD ja etwas ganz feines ausgedacht. Er möchte unser Infrastrukturproblem besonders kreativ stopfen – mit Geld aus unserer privaten Altersvorsorge. Ein Irrsinn!
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Wir haben ein Infrastrukturproblem. Autofahrer stellen das fest, wenn sie immer wieder neue Schleichwege suchen müssen. Wer zum Beispiel derzeit von der Provinzmetropole Henstedt-Ulzburg nach Norderstedt fahren will, muss einen Baustellenslalom meistern - immer gemeinsam mit vielen anderen Autofahrern. Und auch Bahnkunden stehen vor dem Infrastrukturdilemma, denn (außerhalb von Streiks) ließen sich viele Zugverspätungen durch bessere und modernere Technik vermeiden.

Bei jeder Baustelle auf einer Landstraße und jeder Zugeverspätung wegen Stellwerksproblemen beruhige ich mich natürlich mit einem glückseligmachenden Gedanken: Im Gegenzug hat der Staat ja endlich einen ausgeglichenen Haushalt! Die kommenden Generationen müssen dann weniger Staatsschulden abzahlen! Stattdessen müssen sie aber eben mit einer maroden Infrastruktur Vorlieb nehmen. Aber die Politik hat schon eine Lösung…

… eine Lösung, wie wir das mit der Infrastruktur hinbekommen, ohne dass die öffentliche Hand das finanziert. Und zwar sollen die Bürger das bezahlen! Ganz leicht ist das erst mal nicht, denn zunächst müssen wir „kreative Wegen suchen, wie privates Kapital in den Aufbau der Infrastruktur investiert werden kann“, so Herr Oppermann von der SPD.

Und ein Politiker wie Herr Oppermann ist auch kreativ. Sein Idee, wie das private Geld in die Infrastruktur fließen kann: Die Lebensversicherung! Was für eine Überraschung! Und was für eine neuer Weg!

Bisher sammeln die Lebensversicherer privates Geld ein, das dann über die Kapitalanlage der Versicherer dem Staat geliehen wird. Jetzt soll das von den Lebensversicherern eingesammelte Geld in Infrastrukturprojekte investiert werden!

Ein Unterschied zu früher: In der Vergangenheit wurde das Geld in die allgemeinen Staatsschulden investiert und der Lebensversicherungskunde wusste nicht, für welche Staatsausgaben sein Geld herangezogen wird. Durch die Investition in Infrastrukturmaßnahmen ist das ganz anders, denn nun weiß der Kunde ja, dass sein Geld eben in die Infrastruktur fließt. Warum das aber besser sein soll, erschließt sich erst mal nicht.

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Schlaglöcher mit privater Rente sanieren? Von wegen.

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Geht's schief, ist die Altersvorsorge halt futsch

Kommentare zu " Der Ver(un)sicherer: Schlaglöcher mit privater Rente sanieren? Von wegen."

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  • Wieso regt sich der Autor über Baustellen auf? Das heißt doch, die Löcher werden repariert...das ist unlogisch. Er müsste sich über die nicht reparierten Schlaglöcher echauffieren...

  • Kann ich mir dann mein eigenes Schlagloch kaufen?
    So mit Schild dran "es schüttelt sie Hein Blöd".

  • "Durch die Investition in Infrastrukturmaßnahmen ist das ganz anders, denn nun weiß der Kunde ja, dass sein Geld eben in die Infrastruktur fließt."

    Herr Kleinlein, Sie unterstellen doch, dass die private Altersvorsorge und nicht die der Beamten und Politiker in die Infrastrukturmaßnahmen fließen. Oder?

    Wenn dies schief geht, dann wäre die "Altersvorsorge" der Beamten und Politiker doch nicht weg. Oder?

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