Der Ver(un)sicherer
Versicherte ausnehmen und Steuern sparen

Versicherungsmanager können die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven vermeiden und die Gewinne für ihre Eigentümer maximieren. Eine schnelle und kurze Anleitung in fünf Schritten.
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Liebe Versicherungsunternehmen,

Ihr habt ein Problem. Ihr macht zwar Gewinne, und manche von Euch erwirtschaften sogar sehr große Gewinne. Aber es gibt noch immer Kunden, die auch an diesen Gewinnen so richtig teilhaben wollen!

In den Augen so mancher Versicherungsmanager ist dieser Wunsch eine echte Unverschämtheit. Schließlich habt Ihr, die Versicherungsunternehmen dank der Schützenhilfe durch die Aufsichtsbehörde doch schon die niedrigen Zinsen als Ausrede aus dem Hut gezaubert.

Leider glauben aber noch nicht alle Versicherungsnehmer, dass es fair sei, immer weniger Überschüsse zu bekommen, während bei Euch die Gewinne zuweilen immer kräftiger sprudeln. Und Eure Kunden zweifeln sogar daran, dass es fair sei, zukünftig auf einen Großteil der Bewertungsreserven verzichten zu müssen.

Dabei leiden doch Eure Aktionäre, sie leiden unter den nur mäßigen Dividenden. Und dennoch gibt es immer noch Widerstand gegen eine massive Kürzung der Überschussbeteiligung. Die Kunden wollen einfach nicht einsehen, dass sie zukünftig auf einen Großteil der Beteiligung an den Bewertungsreserven verzichten sollen. Und die Verbraucherschützer stacheln sogar noch manchen Politiker an, Euch diese Gewinne vorzuenthalten!

Aber es gibt Entwarnung für Euch! Ihr könnt auch heute schon fast allen Kunden die Beteiligung an den Bewertungsreserven verweigern. Eure Versicherungsmanager können mit ein paar Tricks und Kniffen fast allen Kunden eine Beteiligung an diesen Gewinnen vorenthalten. Und ganz besonders schön: Ihr spart dabei auch noch Steuern!

Wie das geht? Ganz einfach! Hier die Anleitung in 5 Schritten:

Erster Schritt: Ihr verkauft die Kapitalanlage mit den Bewertungsreserven. Da kann man im Moment richtig viel Gewinn machen! Und wenn die Anlage verkauft ist, gibt es die bilanzielle Bewertungsreserve nicht mehr. Ein gesetzlicher Anspruch auf die Beteiligung entfällt dann erst einmal.

Zweiter Schritt: Die so erwirtschafteten Gewinne sollen ja auf keinen Fall als Überschussbeteiligung an die Kunden gehen. Deshalb werden sie abgezwackt und in die Zinszusatzreserve gesteckt. Das mindert die Überschussbeteiligung ganz ungemein!

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Versicherte ausnehmen und Steuern sparen

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Der Steuerzahler finanziert das Spiel mit

Kommentare zu " Der Ver(un)sicherer: Versicherte ausnehmen und Steuern sparen"

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  • @HelgeH

    Zudem verschweigt uns unser "Experte" beharrlich, welche tollen Alternativen er den Bürgern denn für die lebenslange Altersversorgung empfehlen würde.

    Da kapitalgedeckte Altersvorsorgen zum großen Teil Geldverbrennmaschinen sind, sollten Sie auf Weitwinkel umstellen. Reale Werte sind m. E. dem vorzuziehen.

    Vorschlag: Artikel HB Online Miete schlägt Kauf

    Zur Meinungsbildung mit den Kommentaren durchaus geeignet.

    Schönen Tag noch.

  • Sorry,
    aber ich habe dieses unqualifizierte Gewäsch von Kleinlein langsam satt. Schließlich gibt es genügend gute Lebensversicherer am Markt, bei denen die Versicherten selbst die Eigentümer sind. Seltsam, dass auch diese Versicherer Probleme bei den Bewertungsreserven sehen und Zinszusatzreserven bilden, obwohl ihnen gar keine "bösen" Aktionäre im Nacken sitzen.
    Seine polemischen Äußerungen über Gewinnoptimierung kann er sich bei der Gelegenheit übrigens auch gleich sparen.

    Zudem verschweigt uns unser "Experte" beharrlich, welche tollen Alternativen er den Bürgern denn für die lebenslange Altersversorgung empfehlen würde.

  • Also Herr Kleinlein, Sie haben mit Ihrem Beitrag versucht, motivierend auf die Versicherer einzuwirken, denen es über die vielen Jahre sehr schlecht ging und die heutzutage nahezu am Hungertuch nagen. Respekt.
    Aber Sie haben vergessen Ideen zu entwickeln, wie denn die wenigen, aber notorischen Versicherungsverweigerer doch noch gezwungen werden können, möglichst viele Versicherungsverträge abschließen zu müssen. Da kann doch die Politik gesetzgeberisch noch eingebunden werden. Oder ? Am besten über einen EU-Beschluss, da können sich alle schön rausreden.

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