Die Frauenversteherin
PR-Häschen und Personal-Tanten ade

Eine Frau Personalchefin oder Frau Kommunikationsdirektorin sind für ein Unternehmen genauso wichtig wie ein Herr Controller oder Herr ITler. Im Sprachgebrauch drückt sich das nicht aus. Wann ändert das endlich jemand?
  • 7

Wir haben Puppen oder Autos. Wir spielen Fußball oder tanzen. Wir mögen Rosa oder Blau. Wir sind bossy oder führen. Klar. Die Perspektive ist extrem. Aber ein Quäntchen Wahrheit ist dabei – wir leben mit der Gewissheit um unser Geschlecht. Und den Stereotypen, die dazu gehören.

Das fiel auch dem 15-jährigen Briten Ed Holtom auf. Der britische Junge schrieb einen öffentlichen Brief, der sich über soziale Netzwerke verbreitete und den der Sunday Telegraph veröffentlichte.

Seine These: Wir müssen unsere Sprache fundamental ändern. Wir dürfen nicht zulassen, dass uns das Geschlecht definiert. Kurzum, wir brauchen mehr, als nur das gleiche Gehalt oder die gleichen Chancen, um Gleichberechtigung zu erreichen.

In seinem Brief macht der Junge deutlich: Wenn wir wirklich Gleichberechtigung wollen, müssen wir unser Geschlecht ignorieren und aufhören miteinander zu konkurrieren. Wir müssen Stereotype wie „girly“ aus unserer Sprache verbannen.

Er brachte mich zum Nachdenken. Und ich denke, er hat Recht.

Mit Blick auf mein eigenes Umfeld machen seine Worte Sinn. In der männerdominierten Startup- und Tech-Szene, in der ich mich seit Jahren bewege, werden bestimmte Jobs regelmäßig abgewertet und dabei zumeist Frauen zugeschrieben. Die Klassiker: Personal-Tanten und PR-Häschen.

Manchmal bezeichnen sich Frauen sogar selbst so. Weil sie es gelernt haben oder weil sie sich nicht stark genug in ihrer Rolle und Position fühlen. Und die Männer, die übernehmen diese Wortwahl natürlich, wenn wir Frauen diese Titel für uns akzeptieren.

Ganze Berufsgruppen werden so degradiert. Fast klingt es, als müsste man sich schon vorab entschuldigen, wenn man nicht Entwickler, CFO oder Gründer ist. Fast klingt es, als wären PR, Kommunikation oder HR Nebensache für Unternehmen. Spaßberufe ohne Tiefgang.

Seite 1:

PR-Häschen und Personal-Tanten ade

Seite 2:

Mehr als eine angestellte Medien-Tussi

Kommentare zu " Die Frauenversteherin: PR-Häschen und Personal-Tanten ade"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • neben .... auch Wahrnehmungs-Defizite?

    das Eine nennt sich, in der Welt weithin bekannt, Satire
    und das andere ist ein Lobgesang auf die Frau und Mutter!

    Zensur?
    selbst gerichtet gegen Lobgesang, Dichtung, Satire die sich positionieren, wie auf Barrikaden geschrieben – gegen was sollte eine/DIE Wehr stärker sein?

    Wobei,
    des Denunzianten glasige Blick, wie im orgastischen Rausch, die Einfachheit der Lektüre zu des Bürgers Lesegewinn verpflichtet, schwitzend, atemlos, gänzlich Entzückt der Obrigkeit zu Diensten zu sein
    sich hingegeben hat?

    .
    das wird sich Ändern!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%