Dutschke spricht
Deutsche Subventionen zerstören Asiens Wälder

Der größte Fehler des aktuellen Energiegesetzes ist die Subvention Raps- und Palmöl. Die Nachfrage nach den Rohstoffen führt in Südostasien zu ökologischen Katastrophen. Das EEG muss dringend reformiert werden.
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BerlinVor knapp zwei Monaten habe ich darüber geschrieben, wie die Bundesregierung auf Kosten der Stromzahler durch eine verminderte Umlage beim EEG und die Eigenstromregelung privilegierte Unternehmen entlastet. Die Zahl der privilegierten Unternehmen wird ab Januar von ungefähr 700 auf knapp 2000 ausgeweitet, da die verminderte EEG-Umlage nicht mehr ab einem Stromverbrauch von zehn Gigawattstunden, sondern bereits von einer Gigawattstunde zur Geltung kommt. Doch dies ist nur eines der Probleme mit dem EEG. Ein anderes und weitaus komplexeres Problem ist die Subvention der Energiegewinnung aus Pflanzen.

Rot-Grün hat bei der Einführung des EEG den Kardinalfehler gemacht, die Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen wie Rapsöl, Sonnenblumenöl und ganz besonders Palmöl zu Zwecken der Energiegewinnung zu fördern. Der Grundgedanke ist einfach und verständlich. Ganz Brandenburg wurde in Folge dieser Sonderförderung von Raps- und Sonnenblumenfeldern für Biosprit übersät. Die meisten deutschen Blockheizkraftwerke benutzen mittlerweile Palmöl.

Das Palmöl wird aus dem Ausland importiert, insbesondere aus den Ländern Malaysia und Indonesien. Und hier entstehen riesige Probleme, die im europäischen Diskurs über die Energiewende und erneuerbare Energie gern ignoriert werden. In den waldreichen Ländern Südostasiens werden jedes Jahr unvorstellbar große Flächen des tropischen Regenwalds gerodet, um Platz für den Anbau von Palmen zu schaffen. Denn der Export von Palmöl ist für diese Länder viel lukrativer als der Verkauf von Bäumen (und der Erhalt des Regenwaldes bringt ja gar keinen Profit).

Der Verlust des Waldes und seiner Vielfalt an Flora und Fauna ist eine Tragödie an sich und insbesondere ein ökologisches Problem, da Wälder das globale Klima stabilisieren. Doch dies ist nicht alles. Die großen Palmölkonzerne Südostasiens kaufen in großem Maß Waldflächen, um sie dann illegal niederzubrennen, um schnell den Platz für Palmen nutzbar zu machen. Das Abbrennen ist einfach, billig und schnell. Oft entstehen dadurch massive Waldbrände durch das heiße Klima in diesen Ländern, den fehlenden Niederschlag in der Trockenzeit und die heftigen Winde von El Nino.

Tiefschwarze Dunstschwaden ziehen dann zum Himmel und wandern durch die Luft über die Länder hinweg. Fast jedes Jahr kommt es deshalb in Indonesien zum nationalen Katastrophenalarm, da die Brände über Dörfer hinweg ziehen und die gefährliche Dunstglocke den Flugverkehr zum Erliegen bringt, tausende Menschen mit Erstickungserscheinungen ins Krankenhaus treibt und das öffentliche Leben ganzer Städte und Landstriche lahm legt.

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  • Ursache und Wirkung

    Lieber Herr Dutschke, bitte machen Sie sich die Reihenfolge der Ereignisse präsent. Erst wurden EEG Blockheizkraftwerke mit dem EEG 2004 gefördert. Dort wurde Rapsöl zum Preis von ca. 450 Euro pro Tonne eingesetzt. Die dezentrale Stromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung entspricht nebenbei den Empfehlungen z.B. des WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung globale Umweltfragen).
    Absolut entgegen der Empfehlungen kam dann die Biokraftstoffbeimischung aus 2008! Hier geht bei weitem das meiste Pflanzenöl für die technische Verwendung hin.
    Diese Millionen Tonnen treiben die weltweiten Preise, da die Zwangsbeimischung an den Mineralölpreis gekoppelt ist. Die Vergütung von BHKW hingegen hat eine Preisobergrenze, bei der die Nutzung von Pflanzenöl schlagartig aufhört.

    Diese preistreibende Zwangsbeimischung ist übrigens keine rechtliche Vorgabe der EU sondern derzeit eine absolut freiwillige Förderung der deutschen Bundesregierung.
    Die EU Richtlinie gilt erst AB!!!! 2020. Die freiwillige Zwangsförderung für Kraftstoffe hat den Pflanzenölpreis auf über 1000 Euro pro Tonne getrieben.

    Pflanenöl BHKW wären noch viel nützlicher, wenn sie als Regelleistung vermarktet werden würden. Diese Perspektive wurde gesetzlich ausgeschlossen. Pflanzenöl und Fett ist der dichteste natürliche Energiespeicher und absolut ungefährlch in der Aufbewahrung.

  • Es ist nicht der erste Bärendienst der heutigen GRÜNEN, aber das EEG ist wohl einer der bedeutendsten Fehler.

    Nicht das wir uns falsch verstehen, nicht die Absicht sondern die Umsetzung ist der Fehler.

    Die GRÜNEN von heute sind nicht mehr die GRÜNEN von Petra Kelly.

  • Da geht es mir ähnlich und das hat keineswegs was mit einer prinzipiellen Antihaltung dem Namen Dutschke gegenüber zu tun.
    Der Beitrag über Segregation an deutschen Schulen hat den Schreiber für mich derart disqualifiziert, dass ich schon Zweifel an der redaktionellen Kompetenz dieser Website anmelden muss.
    Schülerzeitungsniveau, verfasst von einem Autor der noch nicht im Leben steht.

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