Kurz und schmerzhaft

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Dutschke spricht: Die Bild-Zeitung zerstört Europa

Gängige Klischees über faule Südeuropäer, die nur in der Sonne liegen, sind falsch. Was den Griechen und Italienern vorgeworfen werden kann, ist Korruption und Vetternwirtschaft.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.
Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Es macht mich traurig zu sehen, wie die historische Möglichkeit, einen europäischen Staat aufzubauen, immer weiter in die Ferne rückt. Dabei macht mir die deutsche Narrative am meisten Angst.

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Hierzulande wird uns ständig gesagt, insbesondere von der Bild-Zeitung, dass die Menschen in Griechenland, Irland, Spanien, Italien und Portugal nicht genug arbeiten, zu viel Geld ausgeben und deshalb selbst an ihrer verzweifelten Lage schuld sind. Die sollen erstmal lernen, richtig zu arbeiten und ordentlich zu sparen. Diese Narrative ist unverantwortlich und schlichtweg falsch. Nebenbei bedient sie gängige Klischees über faule Südeuropäer, die nur in der Sonne liegen.

Die Realität sieht anders aus. In einer Studie der OECD zeigen jüngste Daten, dass der durchschnittliche Grieche 2120 Stunden im Jahr 2008 gearbeitet hat, ein Deutscher kommt nur auf 1429 Stunden. Sogar die Italiener liegen mit 1802 Stunden weit vor den Deutschen.

Jetzt kann man einwerfen, dass wir Deutsche ja durch technische und andere Errungenschaften so fortschrittlich sind, dass wir nicht mehr so viel arbeiten müssen und trotzdem effizienter als alle anderen sind. Gut, aber Faulheit können wir unseren griechischen Freunden bestimmt nicht vorwerfen.

Auch der Vorwurf, dass diese Länder zu viel Geld für ihren Wohlfahrtsstaat ausgeben, ist nicht schlüssig. Tatsächlich sind die deutschen Haushaltsausgaben, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), im Sozialbereich höher als die in all jenen Ländern, die nun in der Kritik stehen. Auch bei der Betrachtung der Haushaltsdefizite jener Länder im Zeitraum 1999-2007 gibt es keinen Anlass zum Vorwurf des unverantwortlichen Geldverschwendens.

Die Spanier und die Iren waren geradezu vorbildlich in ihrer Haushaltsdisziplin. Bei den Griechen gab es zwar schon ein hohes Defizit. Aber letztlich sind fünf Prozent des BIP keine so ungeheuerliche Größe wie die Bild-Zeitung sie uns weismachen will.

Was den Griechen und Italienern vorgeworfen werden kann, ist die Korruption und Vetternwirtschaft. Christian Wulff ist ein Leichtmatrose im Vergleich zu Silvio Berlusconi. Die Italiener haben sicherlich geschmunzelt über die große deutsche Empörung im Fall Wulff.

  • 10.11.2012, 04:34 Uhrcoachoutlettt

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  • 05.03.2012, 21:58 UhrA.Meier

    Wer selber rechnet, sollte dann aber keine Milchmädchenrechnungen anstellen:
    Nehmen wir eine 35-Stunden-Woche multipliziert mit 45 Wochen ( 52 abzüglich 30 Tagen Urlaub und ca. 5 Feiertagen, die nicht auf ein Wochenende fallen ), kommen wir auf 1575 Stunden pro Jahr.
    Kommen noch Krankeheitstage drauf und gehen wir davon aus, dass die Minijobber diejenigen mit 40 oder mehr Stundenwoche wieder ausgleichen, scheinen mir die 1429 Stunden durchaus plausiebel.

  • 05.03.2012, 13:05 UhrMIB

    Herr Dutscheke sollte lieber einmal das Intervie mit Herrn Kelpanides lesen, bevor er seine sozi-ökonomische Esoterik zum Besten gibt.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/michael-kelpanides-im-interview-griechenland-sollte-austreten-11447768.html

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