Kurz und schmerzhaft

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Dutschke spricht: Die Flucht nach vorne

Wer die Diskussionsforen von Handelsblatt Online besucht, bekommt den Eindruck, dass wir gar keine andere Wahl hätten, als den Euro aufzugeben. Wir würden dann sogar besser dastehen. Glaubt ihnen kein Wort!

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.
Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Neun von zehn Beiträgen in den Diskussionsforen von Handelsblatt Online sind von anonymen Euro-Skeptikern verfasst, die am liebsten die Deutsche Mark wieder einführen würden. Ihre Helden sind Thilo Sarrazin und Hans-Werner Sinn, und sie haben ein äußert stark ausgeprägtes nationales Bewusstsein. Die wieder auferstandene D-Mark würde natürlich massiv aufgewertet, so dass man dann wie früher für einen Appel und ein Ei Urlaub in Süd- und Osteuropa machen und schön billig einkaufen könnte. Der deutsche Kleinbürger soll endlich wieder einen (preiswerten) Platz an der Sonne haben.

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Nein, diese Blogger sehen weder ein Zusammenwachsen der Europäischen Union, noch zeigen sie das geringste Mitgefühl für die Südländer, über die sie so vehement schreiben. Bei dieser Argumentation komme ich mir vor, als wäre es 1995 und Bonn ist immer noch die Hauptstadt. Die Welt hat sich seit damals gedreht, und das Europa von heute ist ein anderes. Heute ist die Identität vieler Zwanzigjähriger europäisch geprägt.

Ihnen ist das Schicksal der Griechen, Italiener, Portugiesen und Iren genauso ein Herzensanliegen wie das Wohlergehen der Deutschen. Es würde dieser jüngeren Generation gar nicht in den Sinn kommen, dass wir aufgrund der jetzigen Krise die Europäische Union aufweichen sollten. Das Gegenteil ist der Fall: Sie wollen die Flucht nach vorne wagen. Sie wissen, dass etwas getan werden muss, damit die Vision der Vereinigten Staaten von Europa nicht verloren geht.

Euro in der Krise

Natürlich ist es richtig, dass auf der europäischen Ebene einiges aus dem Ruder gelaufen ist (über die Fahrlässigkeit bei der Euro-Einführung ist alles gesagt worden). Aber trotzdem müssen wir das Augenmerk darauf richten, was jetzt verbessert werden kann, anstatt das Scheitern durch die Schuldenkrise herbeizuschwören. Lasst uns die europäischen Institutionen stärken und mit entsprechenden Richtlinienkompetenzen ausstatten, gerade damit harte Auflagen eingehalten werden.

  • 08.11.2012, 09:32 Uhrcoachoutlettt


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  • 26.06.2012, 21:28 UhrBlinse

    Sehr geehrter Herr Dutschke,
    Sie haben ja Recht mit Ihrer Behauptung, 9 von 10 Kommentaren sind gegen den Euro gerichtet.

    Ich habe eine Frage an Sie: Wo sind die Befürworter eigentlich? Wo sind sie, die feurigen Verfechter pro Euro und pro Fiskalunion und und und...
    Sie müssen zugeben, die könnten sich hier in den Foren genauso zu Wort melden, wie die Skeptiker, es hinderte sie niemand daran. Es ist aber im Durchschnitt immer nur der eine von zehn. Was sagt uns beiden das? Ich habe meine Antwort schon gefunden, Sie müssen vielleicht noch etwas länger suchen.

    Willkommen Volksabstimmung! Das gibt ein schönes Erwachen, ihr Träumer.

  • 25.06.2012, 15:20 Uhrschneeleo

    Weiß die Leitung der Hertie School eigentlich, was der "Associate to the Dean" hier alles so von sich gibt?

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