Kurz und schmerzhaft

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Dutschke spricht: Die Kirche soll sich dem Markt stellen

Weg mit der Kirchensteuer! Die Institution Kirche muss versuchen, sich ohne Subventionen und Privilegien auf dem Markt zu behaupten. Zu groß ist die Macht, die sie ausübt – ganz zu schweigen von den Verfehlungen.

Mitte Januar zogen sich die Republikaner im US-Repräsentantenhaus zu einer Klausurtagung in Virginia zurück. Hauptsächlich diskutierten die Abgeordneten über eine Verhandlungsstrategie mit den Demokraten über die Staatsschulden. Was in der medialen Berichterstattung etwas unterging, war, dass die Abgeordneten während dieses Beisammenseins auch gleich noch Schulungen zu politisch-brisanten Themen erhalten haben. Besonders gut kam die Präsentation eines Meinungsforschers an, der den Anwesenden Tipps gab, wie sie sich öffentlich zum Thema Vergewaltigungen verhalten sollen.

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Während des Wahlkampfes im letzten Jahr fielen einige Konservative mit bizarren Äußerungen über das Thema auf, so etwa in der Aussage, bei „legitimen“ Vergewaltigungen könnte der weibliche Körper die reproduktiven Fähigkeiten aussetzen, so dass keine Gefahr für eine Schwangerschaft bestünde. Und damit müsste man auch keine Ausnahmen für Abtreibungen machen.

So einfach war das! Diese wahnwitzige Logik kostete wenigstens einigen Republikanern die Wiederwahl. Der Experte auf der Klausurtagung riet kurzerhand, sich lieber gar nicht mehr zum Thema zu Wort zu melden. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit diesem Unsinn gab es aber bislang nicht.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.
Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Das zittrige Festklammern am absoluten Abtreibungsverbot entgegen aller gesellschaftlichen Realität ist nicht nur der Exzess des prüden und christlich-fundamentalen Amerika. Nein, auch in Deutschland ist diese Diskussion virulent. Es ist wieder einmal die katholische Kirche, die großes Kopfschütteln hervorruft. Sie stellt doch tatsächlich in Frage, Vergewaltigungsopfer an katholischen Krankenhäusern überhaupt zu untersuchen und beraten. In Köln wurde jüngst eine Frau abgewiesen. Ein Skandal.

Eine gynäkologische Untersuchung zur Beweissicherung muss zusammen mit einem Beratungsgespräch erfolgen. In diesem Gespräch müsste dann zwingend auch über eine mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch gesprochen werden. Doch die alten Männer in den Bischofsämtern und deren Vorgesetzte in Rom lehnen jede Form der Abtreibung ab. Diese Doktrin wurde ohne Rücksicht auf den Einzelfall und die Notsituation brutal durchgesetzt. Wie barmherzig ist dieses Verhalten? Ich schäme mich dafür, besonders auch, weil ich als Steuerzahler eben diese Strukturen unterstütze.

  • 12.02.2013, 12:37 UhrFreidenker

    @ein_Liberaler

    Sie schreiben hier aber einen Nonsens! Schon mal den eigenen Kommentar gelesen?!

    Sie nennen sich Liberal und meinen über andere urteilen zu können! Sie schreiben einen Blödsinn, da Sie über andere Urteilen und meine zu wissen wie Sie leben und fühlen!!!

    Zitat: Atheismus macht hässlich und Freidenkerei schlechte Laune.

    ------------------------------------------------------
    Sie sind eine autoritäre Person und völlig ohne Emotionen!! Lächerlich machen Sie sich hier mit solchen Äusserungen!

    Sie sind nichts weiter als ein Troll! Und das nächste mal lesen Sie doch einfach meine Kommentare richtig! Sie haben nichts verstanden von dem was ich schrieb. Wollten Sie ja auch gar nicht. Nämlich das jeder mit seiner Religion glücklich sein kann!! Nur eben erst, wenn er sich ein unabhängiges Bild gemacht hat und selber entscheiden kann, ob er religiös werden will oder nicht!!

  • 12.02.2013, 12:24 UhrFreidenker

    @RumpelstilzchenA

    Danke! So ist es. Jedes Kind bekommt eine Gehrinwäsche und ideologisch verblendet! Da nützt einem ein austrittsrecht mit 14 Jahren eh nichts mehr, weil eben ideologisch beeinflusst!! Ausserdem werden die Menschen nur zum Untertanen erzogen und sind nicht frei im Denken und Handeln!! Das beste Beispiel sind doch die Deutschen selbst! Sie jammern und meckern im Netz anstatt zu handeln. Lassen sich in prekäre Beschäftigungen stecken anstatt sich zu organisieren um für mehr Lohn zu kämpfen. Die Besserverdienenden treten nach unten und haben sich entsolidarisiert. Und so etwas in einer christlichen Gesellschaft!! in einer Gesellschaft, in der sich jeder selbst der nächste ist. Das ist echt der Brüller schlecht hin!!!

    Die Kirche schreibt jungen Leuten vor wie sie zu denken und zu leben haben. Hand in Hand mit dem Staat. Das nennt man heute Prävention!! Das ist aber nichts weiter als Gehirnwäsche und nebenbei versucht die Kirche ihre Schafe wieder einzufangen!! Hab ich selber erlebt!!

  • 12.02.2013, 00:18 Uhrein_Liberaler

    Also, die Zahl der Menschen bis 18, die Kirchensteuer zahlen, wird so riesig nicht sein. Und soweit ich weiß wird man schon mit 14 religions- und damit austritts-mündig.Ich weiß nicht, warum Freidenker immer zwanghaft glauben, dass Kirche nur zwanghaft möglich sei. Wohl- möglich, weil "Freidenkerei" zwanghafter ist, als eine mit Freuden und Überzeugung gelebte Religion?
    Es spricht mit Ihnen übrigens ein Mitglied der Kirche ohne Steuern. Ich bekenne mich mit Freuden zu meiner protestantischen Herkunft, bin aber gerne bereit, die Kirchensteuer zu meiden.
    Dass arbeitslose Atheisten in der Regel Kirchensteuer zahlen müßten, wäre mir neu.Die müßten dann bei ihrem Arbeitslosengeld 1 schon sehr forsch dabei sein, damit tatsächlich was für die Kirche übrig bliebe. Bei Hartz 4lern ist dann nichts mehr drin. Die bleiben, so Gott will, gegen Gottes Lohn dabei.
    Der kulturelle Beitrag des Christentums zu unserer Menschwerdung und unserer Gesellschaft kann und darf nicht ausgeblendet noch verächtlich gemacht werden, auch wenn wir in Zeiten leben, die immer weniger christlich sind.
    Das Christentum, so spreche ich als halber Ketzer, ist eben die Sekte, die sich durchgesetzt hat(te). Aber Freidenkerei und Atheismus sind nicht weniger Ideologie als das Christentum. Dann haben Sie halt keinen Übervater mehr, der Ihnen bei schlechtem Wetter beisteht, und keine Kumpels, die sich am Sonntag einander ein Zeichen geben. Aber wo wäre der Mehrwert? Bei Freidenkern und Atheisten ist es ziemlich zugig und einsam. Ich habe da noch niemanden gesehen, der glücklich und erleuchtet war.Das Gegenteil höre ich selten. Atheismus macht hässlich und Freidenkerei schlechte Laune. So kommt es an der Basis an.
    Ich glaube, das Problem ist, dass Sie Christen bevormun- den und für dumm halten wollen.Diese Missachtung,Christen unter Generalverdacht stellen zu wollen, ist es,was mir missfällt. Diese Anmaßung, dass alleine Atheismus "klug", "wahr" und ideologiefrei sei, und überhaupt keine Gehirn-wäsche.

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