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Dutschke spricht: Die Wachstumsfetischisten

Die Niedersachsen-Clique um Philipp Rösler glaubt, dass das alte Mantra von Wachstum schafft Arbeit genau das richtige Thema wäre, um die FDP aus dem Umfragekeller zu führen. Warum die Strategie nicht aufgeht.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.
Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Während der Deutsche Bundestag die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft" ins Leben gerufen hat, um endlich konkreter über Alternativen zum reinen Wirtschaftswachstum zu sprechen, hat sich die provinzielle Niedersachsen-Clique um Philipp Rösler gedacht, dass das alte Mantra von Wachstum schafft Arbeit genau das richtige Thema wäre, um die schrumpfende Partei aus dem Umfragekeller zu führen.

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Es scheint Rösler gar nicht zu stören, dass das Treffen der Wirtschafts- und Politikgranden in Davos dieses Mal unter dem Motto „Der große Wandel: Neue Modelle gestalten“ steht. Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, hat in Davos gesagt: „wir müssen unsere traditionelle Vorstellung von Wachstum und Wettbewerb überdenken.“ Jeden Tag werden wir in der Tagesschau mit den Konsequenzen der Ressourcenkonflikte, des Klimawandels und der Klimaflüchtlinge konfrontiert. Und doch lässt diese Realität die Gruppe der Wachstumsfetischisten völlig kalt. Die Steigerung des Bruttoinlandprodukts ist für sie oberstes Gut.

Ernst zu nehmende Ökonomen sind da schon weiter. Es bedarf einer Alternative zum BIP, die neben Wirtschaftsleistung auch  Lebensqualität und Nachhaltigkeit berücksichtigt, um tatsächliches Wachstum eines Landes zu messen. Die Fixierung auf das BIP allein ist für das 21. Jahrhundert völlig unangebracht.

Die Energiewende, die Rösler als Wirtschaftsminister federführend durchführen soll, wird, wenn es nach Rösler geht, nicht primär mit erneuerbarer Energie bewerkstelligt, sondern mit dem Bau von Kohle- und Gaskraftwerken. Der neue Slogan des Wirtschaftsministeriums „Kraftwerke? Ja bitte!“ gibt den Ton an. Auf der Webseite des Ministeriums steht „diese Kraftwerke helfen uns, genügend eigenen Strom zu produzieren und von Stromimporten aus dem Ausland weitgehend unabhängig zu sein.“ Das mag vielleicht sein, aber es macht uns noch mehr von Kohle- und Gasimporten aus Südamerika, dem Kaukasus, Russland und dem Nahen Osten abhängig. Soll das innovativ sein?

  • 10.02.2012, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: mdutschke

    Leider hat die Redaktion meine Pointe etwas hintertrieben, indem sie oben die FDP erwähnen, aber ich hoffe der Sinn ist trotzdem rübergekommen.

  • 05.02.2012, 08:11 Uhrlemongras

    @Zeitzeuge. Stimmt, es gibt etliche kluge Analysen zu den Grenzen und dem Sinn und der Bedeutung des Wachstums. In der Politik im allgemeinen und auch speziell bei vielen Ökonomen sind diese aber kaum angekommen. Ganz toll in dieser Hinsicht die FDP. Wie Rumpelstilzchen stampft sie auf den Boden und sagt jetzt erst recht! Her mit dem Wachstum! Das zu hinterfragen ist berechtigt - unabhängig davon, wessen Sohn man ist.

  • 04.02.2012, 12:13 UhrAnonymer Benutzer: Zeitzeuge

    Was zeichnet eigentlich, die Frage muß erlaubt sein, Marek Dutschke als Kommentator aus? Nur die Tatsache, dass er der Sohn von Rudi Dutschke ist?
    Das steht nicht gerade im Geist der Bewegung, für die Rudi Dutschke berühmt geworden ist.
    Herkunft allein reicht nicht - und daß blanker Wirtschaftswachstumsfetischismus weder mit Marktwirtschaft noch mit vernünftigem Denken zu tun hat: diese Erkenntnis ist älter als MArek Dutschke selbst und wurde von vielen klugen Köpfen auch schon besser und origineller gesagt.

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