Dutschke spricht
Elterngeld – Teuer, aber gut!

Deutschland hinkt im europäischen Vergleich bei den Geburten hinterher. Das muss sich ändern. Das Elterngeld ist eine gute Idee, aber die Familienministerin könnte kreativer sein: zum Beispiel mit einem Verbot der Pille.
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Vorletzte Woche wurde ein paar Tage mal nicht über die Eurokrise gesprochen, sondern über ein weiteres wichtiges Thema: die niedrige Geburtenrate. Im letzten Jahr sind in Deutschland nur 663.000 Babys geboren worden. Das waren circa 15.000 Babys weniger als im Jahr zuvor. Laut einer Prognose des Bundesinnenministeriums werden bis 2060 17 Millionen weniger Menschen in Deutschland leben. Die Geburtenrate müsste von aktuell 1,4 auf 2,1 ansteigen, um die Bevölkerung stabil zu halten.

Es wird uns suggeriert, dass die demographische Katastrophe vorprogrammiert ist. Einige Bundestagsabgeordnete aus der Union nehmen diese Zahlen gleich zum Anlass, den von Ursula von der Leyen propagierten Kitaausbau und die Fortsetzung des Elterngeldes in Frage zu stellen. Der überforderten Familienministerin, Kristina Schröder, waren die neusten Geburtenzahlen sichtbar unangenehm.

Schröders witzige Einfälle sind ja schon legendär. Die Flexiquote, die Herdprämie und das jüngst ins Spiel gebrachte Ausgehverbot für Jugendliche (um der dunklen Macht des Alkohols gar nicht erst zu begegnen) sind Schlaglichter ihres unermüdlichen Arbeitseifers. Ich halte es nicht für unmöglich, dass Sie ihre Beamten nun dazu auffordert ein Verbot der Pille zu prüfen, um endlich den ersehnten Durchbruch bei der Geburtenrate zu erzielen.

Diese Koalition ist konstant auf Irrfahrt, und ich kann nur auf den Tag hoffen, dass sie endlich abgewählt wird. Die Tatsache, dass das Elterngeld überhaupt in Frage gestellt wird, zeigt die Unfähigkeit der Koalition, etwas Sinnvolles anzustellen. Denn das Elterngeld funktioniert. Es stellt für Eltern eine erhebliche Hilfe dar und trägt dazu bei, Deutschland familienfreundlicher zu gestalten. Gerade die Partnermonate sind ein effektives Instrument, die Akzeptanz von Auszeiten zur Kinderbetreuung am Arbeitsplatz zu erhöhen.

Ob aufgrund des Elterngeldes wirklich mehr Kinder geboren werden, ist unklar. Aber darum geht es auch nicht in erster Linie. Das Elterngeld ist ein wichtiger finanzieller Zuschuss, der die ersten Monate für die Eltern etwas einfacher macht. Ende 2011 erhielten 75,9 Prozent der Elterngeldempfänger nur zwischen 300 bis 1000 Euro im Monat. Fast ein Drittel der Empfänger erhielt den Mindestbetrag von 300 Euro.

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Elterngeld: Hoher Preis, großer Nutzen

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  • Jedes Kind ins potenzieller arbeitsloser von morgen. Dank der Industrialisierung benötigen wir immer weniger Arbeitskräfte und es gibt auch immer mehr arbeitslose oder geringfügig Beschäftigte. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer. Es gibt nur einen Grund für mehr Kinder, der aber einen Teufelskreis nach sich zieht. Nämlich der Generationenvertrag. Die Arbeiter von morgen sollen die Rente der Arbeiter von heute zahlen. Das tun sie aber nur, wenn sie selber Arbeit haben. Kinder bekommen, sollte gar nicht oder nur sehr gering unterstützt werden, wenn nicht sogar einen Beitrag kosten. Warum sollen Eltern dem Staat nicht Geld zahlen, damit dieser Kindertagesstätten und Schulen unterstützen kann? Ich bin überzeugt, daß nach langer problematischer Zeit dann gar wieder Arbeitnehmerzeiten bis hin zur Vollbeschäftigung mit guter Ausbildung erreicht werden könnten. Jedes Kind ist zwar auch Konsument und kurbelt die Wirtschaft an, aber jeder Mensch muss für sich mindestens das verdienen, was er an fixen (unausweichlichen) Kosten im Monat hat.
    Ich mag Kinder sehr und will sogar bald ein weiteres, aber erst, wenn ich mir sicher bin, daß ich es aus eigenen Mitteln finanzieren kann. (Dazu gehört auch ein Ausbildung die evtl. etwas länger dauert.

  • Der Ausbau von Betreuungsplätzen ist viel sinnvoller als Betreuungsgeld. Die Länder in denen es gute Betreuungsmöglichkeiten gibt, haben auch viel höhere Geburtenraten, sagt auch Prof. Dr. Wolfgang Wiegard http://www.atkearney361grad.de/2012/07/17/finanzielle-forderung-von-familien-3/

  • bei vielen Familien ist das Elterngeld eine Kürzung, so z.b. bei Studentinnen und Arbeitslosen oder Alleinerziehenden. All diese Gruppen bekommen nur den Mindestbetrag über 12 Monate bis 14 Monate mit Vatermonat bzw. bei alleinerziehenden, die in Hartz fallen wird das angerechnet. Auch Aufstockerinnen und Empfänger von Kinderzuschlag bekommen das Elterngeld gar nicht, alles wird gegengerechnet.

    das Erziehungsgeld wurde 24 Monate lang gezahlt mit 300 Euro - eben genannte hatten davon profiziert, so eine Studentin die ich kenne, die allein erziehend war. Die stehen alle schlechter da als vorher.

    ich seh in dem Elterngeld auch keinen Anreiz - diesen Fliegenschiss kann der Staat behalten. Würd ich mit der Post zurückschicken mit der Frage, ob man mich für blöd verkaufen will. Dann soll der lieber die angeblich 120 000 Euro die er angeblich investiert mir bar auf die Kralle geben --- dann kann man damit wenigstens was anfangen.

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