Kurz und schmerzhaft

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Dutschke spricht: Energiewende in der Sackgasse

Die Energiewende wird zu einer Farce. Während die Bundesregierung energieintensive Unternehmen entlastet, steigt die EEG-Umlage für die Bürger. Das muss sich ändern.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.
Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Die von Angela Merkel eingeleitete Energiewende entpuppt sich zunehmend als Farce. Das ist eigentlich auch keine große Überraschung. Eine Liebeshochzeit war das nicht, zwischen der schwarz-gelben Regierung und den erneuerbaren Energien, das konnte jeder sehen. Der Politikwechsel kam mit Fukushima und die Kanzlerin hatte keine Wahl, als auf den Zug aufzuspringen. Mit Norbert Röttgen als Umweltminister bekam das neue Mammutprojekt sogar einen seriösen Anstrich. Doch als dieser über die eigene Machtgier stürzte und durch den Umweltneuling Altmaier ersetzt wurde, war die Batterie leer. Angekündigt als größtes Projekt der aktuellen Regierung ist nun nicht mehr viel übrig geblieben. Ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl sabotiert die Regierung ihr eigenes Projekt sogar massiv, um Großunternehmer zu besänftigen.

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Die Zustimmung zur Energiewende schrumpft in der Bevölkerung. Die Angst ist groß, dass die Strompreise für die Verbraucher explodieren werden. Altmaier betont dieses Dilemma immer wieder. Unter den Deckmantel der Energiewende beabsichtigt die Regierung, die EEG-Umlage für die normalen Verbraucher von ungefähr 3,59 Cent/Kilowattstunde auf etwa 5,3 Cent/Kilowattstunde ansteigen zu lassen. Ist das wirklich nötig?

Energiepolitik

Gleichzeitig will die Regierung die Zahl der privilegierten Unternehmen von ungefähr 700 auf knapp 2000 ausweiten. Diese Unternehmen werden so gut wie keine Umlage zahlen. Darüber hinaus, gibt es noch die so genannte Eigenstromregelung, die weitere Entlastung für die Industrie ermöglicht. Die Bundestagsfraktion der Grünen prognostiziert, dass privilegierte Unternehmen eine Entlastung von rund sieben Milliarden Euro im nächsten Jahr bekommen werden. Das bedeutet, dass wir als normale Steuerzahler für die Ersparnisse der Großunternehmen aufkommen müssen. Natürlich tun wir dies gerne, denn diese Unternehmen sollen international wettbewerbsfähig bleiben und in Deutschland ganz viele Jobs schaffen...


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Die Kosten der Energiewende müssen gerecht geteilt werden, aber die Koalition hat daran kein Interesse. Weder die Bundeskanzlerin, die unionsgeführten Länder und am allerwenigsten die FDP haben irgendeine Leidenschaft, das Projekt voranzubringen. Die FDP würde am liebsten alles rückgängig machen. Die Energiewende steckt in der Sackgasse und wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass sich daran bis zur Bundestagswahl nichts ändern wird. Der Handlungsbedarf wäre riesig. Der Netzausbau, der Ausbau von offshore Windparks, die energetischen Sanierungsmaßnahmen müssen vorangetrieben werden und das EEG dringend reformiert. Wir können nur noch hoffen, dass die nächste Bundesregierung sich etwas mehr Gedanken macht, wie dieses Jahrhundertprojekt effektiv und gerecht umgesetzt werden kann.

Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke, Wortführer der Studentenbewegung in den 60er-Jahren. Er ist in Elternzeit und lebt in Berlin.

  • 02.11.2012, 20:17 Uhrwinters1

    Es wird der Eindruck erzeugt, als würden Betreiber von Photovoltaikanlagen horrende Gewinne verbuchen. Woher wissen sie das? Woher haben sie die Zahlen? Warum schwatzen sie alles nach, was Ihnen einschlägige Energiekonzerne und deren Lobbyisten erzählen? Ich bin seit Ende 2005 Besitzer einer Photovoltaikanlage auf meinem Hausdach. Nettoinvestition € 25.000. Nettoeinnahmen jährlich € 2.700. Die Umsatzsteuer geht immer an das Finanzamt.
    Nach Abzug der Steuern verbleiben mir jährlich € 2.000. Darüber freue ich mich. Die Investition ist zu 100% finanziert, 20 Jahre Laufzeit. Meine jährlichen Belastungen € 2.520 an Zins und Tilgung. Instanthaltungskosten und Reparaturen sowie Versicherungsprämien gehen extra. Die Anlage wird eines Tages auf meine Kosten entsorgt. Wollte halt was tun für die Umwelt. Dumm gelaufen. Können Sie überhaupt mathematisch nachvollziehen, wie meine Umsatzrendite ist? Schwatzen Sie nur weiter.

  • 02.11.2012, 19:30 Uhrwinters1

    Kommentare zu dem Thema Energiewende würde ich mir deutlich mehr verstandgesteuert wünschen. Ja, wir haben Probleme mit Strom aus Wind und Sonne. Aber das wird sich ändern. Es braucht seine Zeit. Eines werden die Deutschen froh sein, das der Strom in Deutschland sauber, umweltfreundlich und auch günstig produziert wird, Ohne gefährliche Abfälle. Und dann kommt etwas Wesentliches hinzu, das die Kunden weltweit schätzen werden. Deutsche Produkte sind dann umweltfreundlich produziert, ohne Atomenergie wie z.B.in Frankreich. Diese Produkte wird dann vielleicht niemand mehr haben wollen. Jedenfalls werden die Deutschen solche Produkte wie z.B.aus Frankreich, eines Tages nicht mehr kaufen wollen. Diese Zukunft ist vielleicht nicht mehr so fern.

  • 22.10.2012, 09:16 Uhrgutmenschensucks

    Aha! Noch mehr Windräder aufs Land. Onshore ist also das energetische Seelenheil. Und alle anderen haben keine Ahnung. Klaro. Also noch mehr Ackerfläche, auf der man Nahrungsmittel anbauen könnte, soll weichen. Noch mehr Wälder und Fluren sollen für Windräder abgeholzt und verammsackt werden. Haben die Ökos hier eigentlich auch "Karl den Käfer" gefragt, als man ihn für Windräder aus seiner Heimat vertrieben hat?
    Nun in Erwartung eines Jahrhunderterdbebens mit Tsunami und tektonischer Plattenverschiebung in der Lüneburger Heide, wurden nach Fukushima die AKW's abgeschaltet. Windrädchen können keinen Ausgleich schaffen. Also wird man Strom aus Polen, Tschechien, Österreich und Frankreich importieren. Die reiben sich die Hände und bauen munter AKW. Dann wird der Strom schön teuer an die hysterischen Deutschen verkauft.

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