Dutschke spricht
Könnten Sie bitte Ihre Kinder zu Hause lassen?

Wenn Kindertagesstätten so dünn besetzt sind, dass Eltern angefleht werden, ihre Kinder selbst zu betreuen, läuft etwas schief. Und wenn Ziegelsteine vom Dach der Einrichtung fallen auch.
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Als Vater zweier Kitakinder fachsimple ich oft und mühsam mit anderen Eltern über unser Schicksal. Ständig sind genau die Erzieherinnen meiner Kinder krank oder bilden sich weiter. Die Gruppen werden zusammengelegt und die Betreuung der Kinder reduziert sich auf das Allernotwendigste. Ich werde dann angefleht, die Beiden doch früher abzuholen oder ganz zuhause zu behalten. Neulich fielen Ziegelsteine vom Dach, so dass die gesamte Kitagelände evakuiert werden musste. Natürlich ist der Schaden bis heute nicht behoben, sondern notdürftig mit einem Baugerüst umzäunt.

Im Grunde bin ich sehr froh, einen Kitaplatz für meine Kinder zu haben. Die Suche war nicht einfach. Und als die Zusage kam, haben wir nicht lange gezögert – warum auch, es gab ja keine Alternative. Die anekdotische Evidenz meiner unzähligen Spielplatzgespräche bestätigt immer wieder meine Erfahrung: Kitas sind vielerorts marode, schlecht ausgestattet und Arbeitnehmer-unfreundlich.

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Politik versagt auf ganzer Linie

Kommentare zu " Dutschke spricht: Könnten Sie bitte Ihre Kinder zu Hause lassen?"

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  • "Warum bekommen Paare Kinder wenn sie sich doch nicht darum kümmern wollen? Sind Kinder das neue Statussymbol?"

    Sie leben ja in einer niedlichen Welt.
    Warum sollten sich Eltern nicht um ihre Kinder kümmern 'wollen'? Weil Sie sich das so denken, bzw. einfach unterstellen?
    Sind die Damen, die morgens die Einkaufs-Flaniermeilen mit ihren SUV's verstopfen, während ihre Kinder von 'Au-Pair' Mädchen beaufsichtigt werden, die besseren 'Eltern'?
    Glauben Sie weil heute die Schnubbelchen es ja so schwer haben und der kleine Racker alles in den Hintern gepustet bekommt, ist er besser und liebevoller erzogen?
    Frauen mußten immer 'dazu verdienen', dann kam plötzlich die Mär vom Doppelverdiener, vorher haben sich die Nachbarinnen zusammen getan, haben gegenseitig auf die Kinder aufgepaßt, bis die Gemeindereform alle auseinandergerissen hat, es keine Zwergschulen mehr gibt und die meisten müssen arbeiten, wenn sie nicht als Sozialschmarotzer gelten wollen, und ihren Kindern tatsächlich mehr bieten wollen.
    In meiner Welt waren unsere Eltern auch immer beide arbeiten, weil sie es mußten. Da gab es kaum Kindergärten oder Kitas, aber es gab ein funktionierendes soziales Gefüge.
    In Ihrer Welt gibt es scheinbar noch 'Frau Direktor' oder 'Frau Professor'. So gesehen sind die Kinder dann wohl tatsächlich Schaustücke. Wenn ich manche Eltern heute höre 'meiner hat schon soooo einen großen gelben Haufen gemacht, und wie groß war der von Ihrem Kind?', müssen Mütter ja zu Hause bleiben. Und sich nach 16 Jahren fragen von wem sie denn heute leben soll, statt von welchem Beruf.

  • Er spricht von der 1. Zuwanderergeneration.
    Die sit aber schon Jahrzehnte her und die haben keine kleinen Kinder mehr.
    Herrn Dutschkes Artikel ist ein wenig hohl

  • Die Misere im deutschen Bildungswesen, bei der mehr versprochen als gehalten wird ist nicht neu.
    Was das aber mit dem Ehegattensplitting zu tun hat, das muss mir Herr Dutschke erst mal erklären.
    Offensichtlich versteht er dessen Wirkungsweise nur mit der Brille der subjektiven Eintrittshürde in den Arbeitsmarkt.
    Das ist aber gesellschaftlich der letztlich unbedeutendste Effekt des Splittings, auch wenn es Vertreter bestimmter nletztlich neoliberaler Lebensmodelle der wichtigste erscheint.

    H.

    H.

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