Dutschke spricht
Real Madrid und die europäische Misere

Der spanische Fußballclub ist hochverschuldet – und ein Beispiel für die Probleme in Europa. Denn wer haftet für die spanischen Banken, bei denen Real Madrid verschuldet ist? Genau: der deutsche Steuerzahler.
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Wer diese Woche das Geschacher über den EU-Haushalt verfolgt hat, wird letzte Hoffnungen auf eine umfangreiche Reform der Ausgaben für die nächsten Jahre begraben haben. Die überbezahlten und steuerbefreiten Brüsseler Beamten, der Milliardenwahnsinn bei den Subventionen in Landwirtschaft und Fischerei sowie die völlig unsinnige Doppelung des Parlaments sind nur einige der europäische Absurditäten. Sie halten sich allerdings unbestritten über Jahrzehnte. Doch darüber will ich gar nicht weiter schreiben. Heute geht es um die Fußball Champions League.

Die Mannschaften der spanischen Liga dominieren den europäischen Fußball in großem Ausmaß. Nichtsdestotrotz ist der spanische Fußball notorisch hoch verschuldet. Die Schulden aller spanischen Mannschaften der ersten Liga belaufen sich auf ungefähr 3,5 Milliarden Euro. Darüber hinaus schulden die Vereine dem Staat über eine Milliarde an ausstehenden Steuern.

Einen Teil dieser Schulden hat der spanische Staat bereits erlassen. Nett interpretiert kann das als staatliche Unterstützung für die von Pleite bedrohte Primera Division gesehen werden, aber eigentlich ist es massive Wettbewerbsverzerrung. Als der FC Valencia am Dienstag in der 77. Minute das 1:0 gegen die Bayern schoss, habe ich mir angstvoll überlegt, dass ich ja als deutsche Steuerzahler für Valencia hafte, also im Klartext dafür einstehe, dass der Verein weiterhin die teuersten Gehälter und Ablösesummen der Welt zahlen kann und damit einen Spitzenkader unterhält. Am Ende des Spiels gab es Gott sei Dank ein Unentschieden, aber das mulmige Gefühl blieb.

Die Vereine der spanischen Primera Division haben massive Schulden bei spanischen Banken. Kurz bevor einige Banken unter den Rettungsschirm geflüchtet sind, hatte eine Madrider Sparkasse dem bereits hoch verschuldeten Real Madrid über 70 Millionen Euro geliehen. Diese Sparkasse musste später mit Milliarden gerettet und als eine von mehreren Geldhäusern zur „Bankia“ fusioniert werden. Die Bankia ist nun unter dem Rettungsschirm, und der deutsche Steuerzahler haftet auch für die Schulden eines des einnahmenstärksten Fußballvereins der Welt.

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Schieflage durch hohe Fußballergehälter

Kommentare zu "Real Madrid und die europäische Misere"

Alle Kommentare
  • Das geschilderte Drama ist schon lange bekannt.
    Über Target2 haftet der Deutsche Steuerzahler für jeden
    Irrsinn in vielen Ländern Europas.
    Umd trotzdem wagt es ein bekloppter wie Hr. Steinbrück von
    einer Verpflichtung Deutschlands zu reden ?
    Wieviel Dummheit und Korruptheit steckt in solchen
    Verbrechern ? Wer den Euro retten will, soll sein Privat-
    vermögen zur Verfügung stellen, überweisen und ansonsten
    sein Maul halten.
    Der Euro ist tor! Je länger die Polit- und Banksterkasten
    das korrupte Trauerspiel weiter spielen, umso furchtbarer
    wird das erwachen für sie sein.
    Wer Europa retten will, muss muss handeln und auf seine
    Bimbesquellen setzten. Der Deutshe Souverän will Europa,
    aber ohne den Euro, mit dem wurde Er schon zu oft betrogen.
    Die Politkaste soll auf ihre Privilegien, Diäten und Pensionsansprüche verzichten und das für die nächsten 30 Jahre, dann kann Griechenland saniert werden, aber nicht
    der die anderen korrupten Staatengebilde. Der Euro war das
    Tor zu den Verbrechen vor allem an den Deutschen Steuerzahlern, damit meine ich nicht die "Großkopfeten" und
    die genannten Kasten, die Ihre Einkommen auf verbrecherische Weise vervielfacht haben, sonder den
    sog. Normalbürger, der durch den Einführungskurs und die
    unmittelbaren Preissteigerungen gleich mehrfach bschissen
    wurde. Der Kurs 1:1.95583 bedeutete die Halbierung der
    Einkommen und Ersparnisse und wer immer noch dreist behauptet, der Euro sei stabiler als es die DM war, gehört
    sofort unters Fallbeil!
    Löst die Eurozone auf und rettet damit Europa.
    Rücktauschkurs: 1 Euro = 23 neue DM!
    Solange diese Ungerechtigkeiten nicht beseitigt sind,
    wird keine Ruhe einkehren und Europa wird vor die Säue
    geworfen. Die Politkaste muss zwangsinfaftiert werden.
    Ab nach Nordkorea, ohne Vermögen und irgendwelche Ansprüche, Zwangsarbeit bei Wasser und Brot.

  • An Ayrton Senna: Sind Sie der Rennfahrer oder segeln Sie unter falscher Flagge? Aber nun zu Ihrer Beurteilung: Das Handelsblatt hat sich seine Kritikfähigkeit vor allem in Richtung Euro bewahrt. Das kann man von der Financial Times D nicht behaupten. Gelichfalls auch nicht von der Frankfurter Rundschau. Hofberichterstattung hat es halt schwerer, Käufer zu finden.

  • An GoGo2: Aber warum brauchen dann die spanischen Banken, die die angeblich so wertvollen Erstligavereine finanzieren, Unterstützung durch den Euro-Rettungsschirm? Auch Markenwerte lassen sich in der Bilanz als Vermögen darstellen? Offenkundig ist es damit aber nicht so weit her! Tatsache bleibt, dass der deutsche Steuerzahler damit auch die Profivereine in Spanien über mehrere Ecken unterstützt!

  • Ich darf Real Madrid unterstützen? Da bin ich aber stolz darauf. bekomme ich dann auch einen ermässigten Eintritt oder wenogstens eine Spendenquittung? Das ganze zeigt, wie absurd die Euro-Rettung geworden ist. Tröstlich: Auch Claudia Roth und Sarah Wagenknecht unterstützen Real!

  • Jeder hat sicherlich eine eigene Sichtweise der Dinge. Aber, Herr Dutschke, bleiben Sie besser in der Politik. Von Fussballvereinen haben Sie offensichtlich wenig Kenntnisse; Real M. ist eine der wenigen absoluten TOP-Marken dieser Welt. Der Verkehrswert der Organisation R.M. liegt weit über 1000 Millionen €. Ulli Hoeneß steht auf sein Festgeldkonto von ca. 300 Mio €. Das liegt so darum und bringt dem FCB vieleicht 1,5% Zinsen. Dafür - weil sie so bekannt sind - kassiert RM vom Fernsehen die dreifache Summe des FCB, die sonstige Vermarktung liegt bei dem 2-3 fachen des FCB. Und der Speilerkader ist auch noch 50% mehr wert als beim FCB. Also: Schulden sagen nicht viel, die Marke ist es.

  • Fast schon beschämend solch ein undifferenzierter, schlecht recherchierter, polemischer, pauschalisierender Beitrag.

    Man schaue sich nur mal fachlich saubere Analysen zu dem Thema an. z.B. Deloitte Football Money League oder auch der renommierte Swissramble Blog, der Fakten darstellt und in einen Kontext setzt und nicht wie hier blind herumprosaunt.

    Die Financial Times Deutschland hat es schon erwischt. Auch das Handelsblatt ist auf einem guten Weg, wenn man sich solch ein miserables Niveau vor Augen führt, dem hier auch noch eine breite Plattform gewährt wird.

    Je nachdem wie man die Fakten und Kennzahlen gewichten möchte ist Real Madrid der vielleicht sogar bestgeführte Verein in Europa. In jedem Fall aber unter den TOP3. Der Profitabelste über die letzten 5 Jahre waren sie mit großen Abstand ohnehin. Und Das "financial debt" - die Maßgröße für das kommende UEFA Financial Fairplay - beträgt knapp über 120mio€, womit man auch hier unter den besten ist!

    Zu dem Schluss kommen alle, die über den BILD-Tellerrand hinausschauen und sich die Fakten vor Augen führen. Wie sagten die Professoren immer "get your fact straight!"...

  • Wäre ja schön, wenn das nur im Fußball so wäre.
    Hochtief konnte von einem hochverschuldeten spanischen Baukonzern (einer der größten Geldgeber von Real Madrid) nur übernommen werden weil die Stadt Madrid ihm die berühmten vier Türme zu horrenden Mieten abnahm. Jeztt haften wir für die Schulden der Stadt. Sanofi, als wesentlich kleinerer und finanzschwacher Konzern,
    konnte Aventis (früher Hoechst AG) nur schlucken weil der Staat Frankreich für Bankbürgschaften sorgte, für die wir bald gerade stehen sollen. Das Konzept "Solidarität mit den anderen Europäern" ist so was von verlogen. Aber CDU, SPD, FDP und die Grünen sind ja alle dafür. Wieso die Linken auch solidarisch sein wollen kann man mit normalen Gehirnfunktionen nicht mehr nachvollziehen. Die Eliten der anderen europäischen Länder lachen sich tot über uns. So wie in den USA heißen wir in Brüssel und bei der EZB die "doofen" Deutschen. Kein Wunder wenn wir unsere eigenen Leute dauernd hinterrücks abschießen.

  • So macht man das wenn man weiss, dass jemand anders für die Schulden aufkommt. Und die Deutschen sind eben so bescheuert für jeden und alles Verantwortung übernehmen zu wollen! Zumindest die Regierungsparteien und die Oppositionsparteien Deutschlands!

  • Genau so ärgerlich ist, dass jeder via GEZ-Gebühren die Bundesligastars mitfinanziert. Passt alles in die grosse Umverteilungsmaschinerie. Die grosse Masse finanziert den Luxus einiger weniger.

  • @Schaarschimdt: Einfach treffend! Sie wissen "wer und was" beim Real Madrid!

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