Dutschke spricht
Schuldenfalle Studium

Millionen finanzschwache US-Studenten müssen mit zusätzlichen Kosten rechnen. Ihr Schuldenberg belastet die gesamte Wirtschaft. Einmal mehr kann Präsident Obama Versprechen nicht umsetzen. Ist er schon eine lahme Ente?
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Am kommenden Montag wird die Zinsrate für sogenannte Subsidized Stafford Loans von 3,4 auf 6,8 Prozent angehoben. Diese Darlehen sind gedeckelte staatliche Bildungskredite in den USA, die bedürftige Studenten bei den erdrückenden Kosten der Studiengebühren unterstützen. Sollte der Kongress in den nächsten Tagen nichts unternehmen, werden Millionen von Studenten aus Familien mit niedrigen Einkommen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, die sie auf Jahre verfolgen wird.

Präsident Obama mag die Gabe haben, die Menschen mit schönen Worten zu bezirzen, aber leider führen seine Worte zu oft ins Leere. Er will ein Drittel des amerikanischen Atomwaffenarsenals abbauen, erneuerbare Energie ausbauen, Guantánamo schließen und den Drohnenkrieg eindämmen. Doch wahrscheinlich wird nichts aus alledem oder bloß ein halbgarer Kompromiss. Bei jedem dieser heißen Themen ist Obama mit zahlreichen und meinungsstarken Gegnern und wenig Spielraum konfrontiert. Wird Obama jetzt endgültig zur lahmen Ente? Nun sind arme Studenten zwischen die Fronten geraten.

Um das Ausmaß dieser Katastrophe zu verstehen, muss man wissen, dass 2013 mehr als 100 Milliarden an neuen staatlichen Darlehen aufgenommen wurden. Mehr als ein Viertel dieser Summe wurde, als Subsidized Stafford Loans, an bedürftige Studenten ausgezahlt. Da sich die Zinsrate höchstwahrscheinlich ab dem Herbst verdoppeln wird, werden sich gerade ärmere Studenten und deren Eltern auf zusätzliche Belastungen einstellen müssen. Um sich ein Studium in den USA leisten zu können, müssen sich die meisten jetzt schon auf Jahrzehnte verschulden. Es kann doch nicht sein, dass ihnen noch weitere Bürden auferlegt werden!

Doch es geht nicht nur um die gedeckelten Bildungskredite für bedürftige Studenten, sondern um das System an sich. In den letzten zehn Jahren hat der Grad an Verschuldung massiv zugenommen. 2003 waren 250 Milliarden Studienschulden vorhanden, nun sind ungefähr 1,2 Billionen Schulden aus Studienkosten angehäuft worden. Es überrascht daher auch nicht, dass Studienkosten zwischen 2000 und 2010 um durchschnittlich 6000 Dollar gestiegen sind.

Kommentare zu " Dutschke spricht: Schuldenfalle Studium"

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  • Für die vier Jahre, die man Student ist, gibt man das Geld aus, für die 50 Jahre danach, während das Darlehen zurück bezahlt wird, geht das Geld nicht für Konsumgüter. Es gibt auch noch die Absurdität, das das Geld was die Studenten an den Universitäten und Colleges bezahlt, meistens für prestige Projekte wie Sporthallen usw. ausgegeben wird, aber nicht um die Lehrkräfte ordentlich zu bezahlen (mit Ausnahme der Prestigeprofessoren).

  • "Dieser Schuldenberg beeinträchtigt inzwischen die gesamte Wirtschaft der USA, da die hochverschuldeten Studenten einen großen Teil ihres verfügbaren Einkommens für die Tilgung ihrer Studienschulden verwenden anstatt in Konsumgüter oder die eigene Immobilie zu investieren."

    An dieser Stelle offenbart der Autor - wie so oft - völliges ökonomisches Unverständnis. Durch diese (dh. die Kreditaufnahme der Studenten) Geldschöpfung hat die Wirtschaft der USA ja bereits profitiert - das durch Studenten ausgegebene Geld hat jahrelang für Wirtschaftswachstum gesorgt. Das auf Kreditwachstum basierende Geschäftsmodell der USA offenbart - und dies ist der springende Punkt - an dieser Stelle einen hohen Grad an Perversion, der nahezu an Versklavung grenzt: Wie fühlt man sich Anfang 20 mit 200 Tsd. USD Schulden, noch dazu auf einem angespannten Arbeitsmarkt mit sinkenden Löhnen?

  • welche Wirtschaft sucht händeringend leute? BMW kriegt jedes Jahr Bewerbungen von bis zu 800 potentiellen Azubis, die haben kein Problem damit, Azubis zu finden.

    falls sie die freistehenden 33000 Lehrstellen meinen, diese befinden sich vor allem in Niedriglohnjobs wie Gastronomie, Systemgastronomie, Fleischerei, Bäckerei mit miesen Arbeitsbedingungen. Fleischerei macht ihnen ein Rumäne für 3,77 Euro.

    im Übergangssystem sitzen noch 265000 und warten auf einen Platz.

    außerdem wird doch sonst immer gesagt, wir hätten einen Fachkräftemangel! Da dürfte es für ihren Anwalt oder sonstigen Studenten ja kein Problem sein, irgendwo reinzurutschen. Im übrigen sind die USA Quereinsteigern gegenüber wesentlich freundlicher gesinnt, das könnte man sich von denen mal abgucken, es muss nicht immer alles passgenau sein, man kann auch Quereinsteiger akzeptieren.

    die Schulden werden irgendwann im Reset sowieso getilgt werden. Die ganze Welt ist überschuldet, weil die ganze Welt vermögend ist. Alle 7 mal 7 Jahre war Schuldenerlass und dieser kommt wieder.

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