Dutschke spricht
Segregation an deutschen Schulen?

In den USA ist die Rassentrennung schon lange aufgehoben, dennoch herrscht sie de facto an vielen Schulen weiter. Eine ähnliche Entwicklung gibt es in deutschen Großstädten – mit gefährlichen Folgen.
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Das amerikanische Oberste Gericht hat 1954 in dem wegweisenden Urteil Brown vs. Board of Education die Rassentrennung in öffentlichen Schulen aufgehoben. Doch als dann die Schulen in den nachfolgenden Jahren wirklich integriert wurden, sind viele weiße Eltern entweder in die Vororte gezogen oder haben ihre Kinder in so genannte Segregation Academies eingeschrieben. Auf diese Privatschulen konnte lange Zeit die Segregation aufrechterhalten werden und dies wirkt bis heute nach.

In den Süden der USA sind immer noch achtzig Prozent aller Schüler auf Privatschulen weiß. Das führt dazu, dass so gut wie keine Minderheitengruppen an diese Schulen zu finden sind – de facto herrscht dort immer noch die Rassentrennung. Dabei haben Studien belegt, dass in den siebziger und achtziger Jahren, dem Höhepunkt dieser Integrationsmaßnahmen, sich der Bildungserfolg der Afroamerikaner dem der Weißen spürbar angenähert hat – ohne dass die weißen Schüler davon gebremst worden wären. Doch inzwischen wird von einer neuen Segregation gesprochen, da diese unpopulären Integrationsmaßnahmen seit dem Anfang der neunziger Jahre immer weiter zurückgedrängt worden sind.

Auch in Deutschland sind solche Phänomene im Bildungssystem nicht unbekannt. Ralf Dahrendorf hat bereits in den sechziger Jahren auf den erschreckend niedrigen Anteil von Arbeiterkindern an deutschen Universitäten hingewiesen. Er hat festgestellt, dass im dreigliedrigen Schulsystem die Herkunft und das Elternhaus ausschlaggebend für den Bildungserfolg sind. Daran hat sich bis heute wenig geändert, nur dass wir statt über nun auch verstärkt über Migrantenkinder diskutieren.

Letzte Woche haben Forscher des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration eine Studie vorgestellt, wonach „knapp jede fünfte der 108 untersuchten Berliner Grundschulen im Schuljahr 2011/12 einen mehr als doppelt so hohen Anteil ausländischer Schüler aufwies wie ihr zu gehöriger Schulbezirk. Dagegen hatte jede vierte Grundschule einen geringeren Anteil an ausländischen Schülern als ihr jeweiliger Schulbezirk.“

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Die Ergebnisse sind nicht überraschend

Kommentare zu " Dutschke spricht: Segregation an deutschen Schulen?"

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  • Genau das ist das Ziel unserer Politiker! Deutsche sollen Deutschland verlassen ( so Frau Roth, Grüne?). Deutsche dürfen, müssen nur noch zahlen und sind Sklaven der Ausländer. Auch ein Ziel der deutschen Politiker, nur noch für Ausländer da sein. Bei Neubauten(Berlin) wird. z.B. darauf geachtet: Nur Stufen usw. damit nur keine Behinderten aufgenommen werden können!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Korrektur,
    sollte natürlich heissen; "... Wahrnehmung des Herrn Dutschke".

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