Dutschke spricht
Untätiger CEO

Am Sonntag fliegt der CEO des größten Konzerns auf Erden zurück zum Hauptsitz nach Rom. Wie vielen Konzernen in dieser Zeit der Wirtschaftskrise geht es ihm schlecht.
  • 6

Er beschäftigt zwar in seiner deutschen Konzerntochter Zehntausende im Gesundheits-, und Bildungssektor, setzt im Jahr mehrere Milliarden um und hat ein Vermögen von einigen hundert Milliarden. Doch sein Ableger in Deutschland leidet nicht nur an einem Rückgang zahlender Kunden, sondern hat auch ein gravierendes Nachwuchsproblem.

Immer weniger junge Leute wollen – besonders in ländlichen Gebieten – ohne eine Perspektive auf Familie und mit einer schlecht bezahlten Tätigkeit, der alternden Landbevölkerung das Seelenheil näher bringen. Der Grund für die Misere ist einfach zu benennen. Die von der EU geforderte Frauenquote wird ignoriert.

Noch erschreckender ist die Tatsache, dass die weibliche Hälfte der Bevölkerung sogar per Satzung von leitenden Positionen ausgeschlossen wird. Die leitenden Angestellten bestehen durchweg aus alten Männern, denen offenbar Konzepte zur Reform fehlen oder die daran einfach kein Interesse haben. Der Vorstandsvorsitzende unternimmt auch nichts, er lässt sich von den Massen feiern und vertraut darauf, dass jeden Sonntag die Glocken läuten.

Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke, Wortführer der Studentenbewegung in den 60er-Jahren. Zuletzt war Marek Dutschke an der Hertie School of Governance und am John F. Kennedy Institut der Freien Universität Berlin tätig.

Kommentare zu " Dutschke spricht: Untätiger CEO"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bald ist es schluss mit dem Alten Mann. Die Frauen wollen Ihm gar nicht mehr. Sie können selbst.

  • Kein Wunder, dass diesem Konzern die Kunden davonlaufen. Er hat nicht nur Probleme mit seinem Produktportfolio, sondern auch im Marketing.

    Die örtlichen, sonntäglichen Werbe-Veranstaltungen des Konzerns laufen seit hundert Jahren nach einem identischen Ritual und mit identischer Inszenierung ab, während sich die Welt drumherum sehr verändert hat. Langeweile pur. Eine attrative moderne, zeitgemäße Verpackung der Botschaft? Fehlanzeige.

    Würde dieser Konzern eine TV-Station betreiben, liefen dort heute immer noch "Was bin ich?" und "Musik ist Trumpf".

  • Kein Wunder, dass diesem Konzern die Kunden davonlaufen. Er hat nicht nur Probleme mit seinem Produktportfolio, sondern auch im Marketing.

    Die örtlichen, sonntäglichen Werbe-Veranstaltungen des Konzerns laufen seit hundert Jahren nach einem identischen Ritual und mit identischer Inszenierung ab, während sich die Welt drum herum sehr verändert hat. Langeweile pur. Eine attrative moderne, zeitgemäße Verpackung der Botschaft? Fehlanzeige.

    Würde dieser Konzern eine TV-Station betreiben, liefen dort heute immer noch "Was bin ich?" und "Musik ist Trumpf".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%