
Wann haben wir zuletzt das Wort „Subsidiarität“ aus dem Munde eines Europapolitikers gehört? Schon lange her! Dabei war die Subsidiarität, die Verankerung von Verantwortung möglichst nah an den Bürgern und Bürgerinnen, das „A“ und „O“ des Lissabon-Vertrages. Nun ist das Gegenteil angesagt: Zentralisierung.
Welcher Euroretter redet noch von „Wettbewerb“? Sollte die EU nicht mal die wettbewerbsfähigste Region auf dem Globus werden? Gehörte der Wettbewerb unter den Ländern um die besten Ideen, Methoden und Rezepte nicht dazu? Vorbei! Jetzt setzt man auf das Gegenteil: Harmonisierung.
Welcher Politiker bekennt sich noch zur „Selbstverantwortung“ für die finanziellen Folgen der Ansprüche einer Nation? Kaum einer! Welch peinliches Schauspiel bot unser Finanzminister, als er seinen spanischen Kollegen geradezu anbettelte, mit dem Geld deutscher Steuerzahler spanische Banken zu sanieren.
Aber der Tanz um das Goldene Euro-Kalb wird noch weitere groteske Form annehmen! Um am Einheitseuro festhalten zu können, will Frau Merkel mit ihrem „Master-Plan“ die Eurozone zu einem Superstaat machen. Nicht etwa als Resultat einer die Bürgerinnen und Bürger einbeziehenden Diskussion um die Zukunft Europas, nein, als Nebenprodukt von Eurorettungspaketen! Da die meisten Nicht-Eurostaaten keine Lust mehr auf den Euro haben, muss ein „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ her. Natürlich geht sie davon aus, dass die Eurozone das schnelle und die anderen Länder das langsame Europa repräsentieren.
Wenn sie sich da mal nicht täuscht. Eine Region, in der Zentralisierung statt Subsidiarität, Harmonisierung statt Wettbewerb und die Vergemeinschaftung der Schulden vorherrschen, wird nicht nur von den Nichteurostaaten, sondern auch global bald abgehängt werden.

Herr Henkel hat recht. Es gibt auch bei der Bundesrepublik hinsichtlich des Euro keinen Plan B. Warum nicht? Immer mehr Schulden, immer weniger Wirtschaftsaufschwung etc. Wer wird dafür bezahlen. Ja, wir die Steuerzahler. Wer Schulden macht wird belohnt, aber wer zahlt das später zurück? Rudolf Thalmann

Lieber Herr Reddick,
ich glaube Sie haben keine Ahnung von Wechselwirkung der Währungen. Der Wert(Stärke/Schwäche) einer Währung begründet sich auf die Wirtschaftskraft eines Landes. Es ist wie bei den Menschen. Einer ist groß, der andere ist klein, einer ist Dick und ein andere ist dünn. Es leuchtet Ihnen ein, dass es idiotisch ist, den kleinen dünnen Griechen zu sagen, sie müssen bitte, den Anzug des fetten, großen Deutschen zu tragen, oder den fetten großen Deutschen zu sagen er möge bitte den Anzug des zierlichen Franzosen zu tragen. Eines Tages meinten die Politikdarsteller: Wir machen es anders, wir machen einen einheitlichen Anzug(Euro) für alle. Resultat: Nun hat jeder das Problem diesen Anzug anzuziehen. Das ist der Grund warum die Griechen wachsen müssen, um rein zu passen, und die Deutschen schrumpfen müssen, um auch rein zu passen. Um das Beispiel wieder auf Geld zu übertragen: Deutschland muss Geld verlieren, damit die anderen wachsen können. Ob sie dann tatsächlich wachsen können, weiß niemand, deswegen Brüssel sagt: Wir entwickeln gerade spezielle Wachstumshormone zum Injizieren.

eine zentral gesteuerte Wirtschaftspolitik und keine Politik aus der Hüfte und nach dem Gutdünken von regionalen Politikern
Es wäre schon schlimm, wenn die Regionen noch irgendwas zu sagen hätten. Die sind nämlich näher beim Bürger und haben mehr Bezug zu den Problemen, die es politisch auzugehen gilt. Da könnte man ja dann glatt in die Versuchung kommen, auch mal was für den Bürger zu tun. Mit einer zentralistischen Regierung (zweiter Firmensitz Cayman Inseln) wird einem das erspart bleiben.
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