Henkel trocken Der deutsche Geheimdienst hat versagt!

Bei der Abhör-Affäre ist das Empören über die USA und ihren Präsidenten groß, schreibt unser Kolumnist Hans-Olaf Henkel. Doch was ist eigentlich mit den deutschen Geheimdiensten, die davon nichts mitbekommen haben?
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Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Die Lauschangriffe auf Angela Merkels Mobiltelefon führen zu großer Empörung. Regierung, Opposition, Medien und Wirtschaftsvertreter kritisieren in seltener Einigkeit den amerikanischen Geheimdienst, die USA und ihren Präsidenten. Mir fällt vor allem auf, über was nicht berichtet wird.

1. Der „Skandal“ zeigt die unangefochtene technologische Führerschaft der USA in der Informationstechnik. Zwar haben die Chinesen einen riesigen Apparat zur Überwachung und Kontrolle ihrer Internet-Gemeinde aufgebaut, aber was Angela Merkel auf ihrem Mobiltelefon über die Korruption in Peking erzählt, wissen sie wohl nicht. Und auch die Nachfolger des sowjetischen KGB würden einiges dafür geben herauszufinden, was unsere Kanzlerin über den „lupenreinen Demokraten“ im Kreml telefonisch verbreitet. Selbstverständlich unterhalten auch andere Regierungen hier in Berlin in ihren Botschaften als Konsulatsbeamte, Techniker oder Sicherheitsbeauftragte getarnte Spione. Außerdem helfen ihnen bezahlte und ehrenamtliche Zuträger deutscher Nationalität, vulgo: Verräter. Dass andere Nationen heute allerdings schon über ähnliche technologische Kompetenz wie die U.S.A. verfügen, ist zu bezweifeln.

2. Wenn sie könnten, würden es alle genauso machen, auch Deutschland. Die jetzt bei uns verbreitete Vorstellung, dass irgendein Geheimdienst demokratisch regierter Länder freiwillig auf den Einsatz der besten technologischen Möglichkeiten für das Überwachen von ausländischen Politikern verzichten sollte, ist gelinde gesagt naiv. Zwar meint Angela Merkel, „unter Freunden geht so etwas gar nicht“, aber gerade die Deutschen sollte man schon daran erinnern dürfen, dass die „9/11“-Attentäter ihr Verbrechen in Hamburg unbeobachtet vorbereiten konnten. Schon deshalb können Lauschangriffe der amerikanischen Sicherheitsbehörde (NSA) auf „deutsche Freunde“ niemanden wirklich überrascht haben.

Empört ist man besonders darüber, dass die Amerikaner auch vor dem Mobiltelefon Angela Merkels nicht Halt machten. Mal ganz davon abgesehen, dass die Kanzlerin freiwillig auf gesicherte Apparate verzichtete: Sollen Regierungen nun von ihren jeweiligen Schlapphüten verlangen, ausgerechnet auf das Abhören von Gesprächen besonders hochgestellter Personen zu verzichten? Glaubt denn jemand hier ernsthaft, die Bundeskanzlerin hätte ihrerseits dem Bundesnachrichtendienst (BND) und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) eine Liste von solchen ausländischen Politikern übergeben, über die keine Informationen erhoben werden dürfen?

Es brauchte einen Überläufer, um die Affäre ans Licht zu bringen
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38 Kommentare zu "Henkel trocken: Der deutsche Geheimdienst hat versagt!"

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  • "gerade die Deutschen sollte man schon daran erinnern dürfen, dass die „9/11“-Attentäter ihr Verbrechen in Hamburg unbeobachtet vorbereiten konnten".
    Glauben sie wirklich, dass deshalb 81 Mio Deutsche über nunmehr 12 Jahre abgehört werden? Zumal noch immer zweifelhaft ist, welcher Nation die Terroristen, die dieses Immense Verbrechen verursacht haben, angehörten?!? Werden die Saudis, die zwar keine Verbündeten, aber offenbar gute Freunde sind, eigentlich auch abgehört?

  • Hallo Numismatiker,

    ...hmmm Hinweise ignoriert. Ja vielleicht einige Abteilungen dort, die wirklich versuchen Ihr Land zu schützen. Mich würde das wirkliche Schicksal von Herrn Atta interessieren, Du weist, was Ich meine ?

  • Der deutsche Geheimdienst hat nicht versagt. Er ist eine Abteilung der NSA voll mit NSA-Helfern. In der Politik sieht es nicht anders aus. Die NSA betreibt in Wiesbaden direkt neben dem Bundeswahlleiter (dessen Sitz ebenfalls in Wiesbaden ist) eine gigantische illegale Abhör- und Manipulationszentrale. Das alles passiert mit der Zustimmung der Altpartei CDUSPDFDPGrüne.

    Wenn unsere Bundesregierung dachte, bei ihr macht der NSA eine Ausnahme, weil die "Bundesregierung" dem NSA beim abhören von 80 Millionen Bürgern hilft, dann kann ich nur lachen. Der Verrat wird geliebt, aber niemals der Verräter.

    Deswegen überwacht der NSA natürlich auch die Altpartei CDUSPDFDPGrüne.

    Zusätzlich muss man der deutschen Wirtschaft Dummheit vorwerfen. Noch vor ein paar Monaten wären wohl alle deutschen Manager bereit gewesen alle Daten ihres Unternehmens einer US-Cloud anzuvertrauen.

    Sollten deutsche Manager 3 unterschiedliche Verschlüsselungsverfahren mit Vor- und Nachteilen erklären, dann wäre es wie im Schweigekloster.

    Die USA werden immer spionieren, aber man könnte es ihnen wesentlich schwerer machen, wenn der Wille dazu die Dummheit über das Thema ersetzen würde.

  • Herrr Henkel hat Recht. Die meisten Tätzer von 9/11 kamen aus Deutschland. Konnten heir studieren, umsonst natürlich und planten ihr böses Unterfangen.
    Ein Land was derart die Moslems hätschelt, denen immer mehr Rechte einräumt als uns Deutschen, muß sich über Bespitzelung nicht wundern.

    Und was ist, wenn der BND das doch gewußt hat aber nichts gesagt?

  • Der deutsche Geheimdienst hat weniger versagt, als der amerikanische, denn die Amerikaner konnten nicht geheimhalten, dass sie Merkel abgehört haben, der deutsche aber sehr wohl, dass er Obama abgehört hat.

  • dieser stinkend faule bullshit haufen aus nazis und stasi hat doch schon immer versagt.zerschlagt diese missgeburt und macht aus dem bentlerblock und pullach museen fuer opfer dieser gangsterorganisation.z.b. dem deutschen der von einem geheimdienstler in dubrownick durch herunterstossen zwischen schiff und kai mauer getoetet wurde.

  • O-Ton Handelsblatt
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    als er noch Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), warb Hans-Olaf Henkel für den Euro.
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    Klar - für die Exportindustrie war der Euro natürlich vorteilhaft.

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    O-Ton Handelsblatt
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    Heute hält er das für einen großen Fehler. Henkel zählt zu den schärfsten Kritikern der Gemeinschaftswährung.
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    Ja nun - inzwischen wurde Herr Henkel von der "Bank of America" als "Berater" bestallt.

    Und für die USA wäre es natürlich schlecht, wenn die Asiaten auf die Idee kämen Anlagen in Euro den Vorzug zu geben und ihren 5-Billionen-Dollar Rettungsschirm (7,3 x ESM) für US-Staatsanleihen zuzuklappen.

    Und das wäre dann auch schlecht für die "Bank of America" und für Herrn Henkel.

  • O-Ton Henkel
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    Wenn sie könnten, würden es alle genauso machen, auch Deutschland. ---------------

    Herr Henkel, Sie sollten nicht von sich auf andere schließen.

    +++

    O-Ton Henkel
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    Die jetzt bei uns verbreitete Vorstellung, dass irgendein Geheimdienst demokratisch regierter Länder freiwillig auf den Einsatz der besten technologischen Möglichkeiten für das Überwachen von ausländischen Politikern verzichten sollte, ist gelinde gesagt naiv.
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    Naiv ist eher die Vorstellung, daß man auf diese Art wissenswertes erfahren kann.

    Nur durchgeknallte Kontrollfreaks a la Stasi oder NSA kommen auf solche Ideen.

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    O-Ton Henkel
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    aber gerade die Deutschen sollte man schon daran erinnern dürfen, dass die „9/11“-Attentäter ihr Verbrechen in Hamburg unbeobachtet vorbereiten konnten. Schon deshalb können Lauschangriffe der amerikanischen Sicherheitsbehörde (NSA) auf „deutsche Freunde“ niemanden wirklich überrascht haben.
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    Eine Unverschämtheit sondersgleichen, Deutschland dafür in Haftung zu nehmen, daß ein paar Islamisten Hamburg als Zwischenstation für ihre 9/11-Aktion benutzt haben.

    Und mit der Formulierung „deutsche Freunde“ eine Komplizenschaft Deutschlands zu unterstellen ist an Verlogenheit kaum zu überbieten.

  • @SaytheTruth,

    kann ihre Kritik an Frau Merkel nicht nachvollziehen. Leider hat sich erwiesen, dass öffentliche Diskussionen nichts mehr mit Wahrheit zu tun haben. Kein Regierungschef kann es sich noch Leisten Themen offen auszudiskutieren, wenn er nicht lediglich Populist sein will. Das liegt daran, weil Presse interessegesteuert oder ideologisiert alles skandalisiert, weil es Auflage bringt oder das eigene Geschäftsmodell stützt, wie wir in der Affäre Wulff erleben durften, die lediglich ein Machtkampf Wulff gegen Dieckmann darstellte.
    Dei Meisten nehmen nur den ersten Anschein wahr und merken nicht mal, dass sie nur benutzt werden.
    Wer sich also nicht angreifbar machen will und trotzdem Politik sinnvoll jenseits des Populismus gestalten will, darf die Öffentlichkeit heutzutage nur in soweit informieren, als dabei keinerlei Interpretationsspielraum gegeben ist. Weil jeder Populist ja nur darauf wartet alles umzudeuten, was sich Dank existierender Vorurteilsstrukturen nur umdeuten lässt.
    Das ist sicher bedauerlich, aber wohl kaum noch änderbar.

    H.

  • O-Ton Henkel
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    Zwar haben die Chinesen einen riesigen Apparat zur Überwachung und Kontrolle ihrer Internet-Gemeinde aufgebaut, aber was Angela Merkel auf ihrem Mobiltelefon über die Korruption in Peking erzählt, wissen sie wohl nicht.
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    Vielleicht deshalb, weil sie sich für triviuales Gedödel weniger interessieren.

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    O-Ton Henkel
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    Und auch die Nachfolger des sowjetischen KGB würden einiges dafür geben herauszufinden, was unsere Kanzlerin über den „lupenreinen Demokraten“ im Kreml telefonisch verbreitet.
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    Nur, wenn sie genauso dämlich sind wie die Yankees.

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    O-Ton Henkel
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    Selbstverständlich unterhalten auch andere Regierungen hier in Berlin in ihren Botschaften als Konsulatsbeamte, Techniker oder Sicherheitsbeauftragte getarnte Spione. Außerdem helfen ihnen bezahlte und ehrenamtliche Zuträger deutscher Nationalität, vulgo: Verräter.
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    Ja, Verräter helfen natürlich auch dem US-Regime - nicht wahr, Herr Henkel?

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    O-Ton Henkel
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    Der „Skandal“ zeigt die unangefochtene technologische Führerschaft der USA in der Informationstechnik.
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    Selten so gelacht.

    Jeder zweite Journalist der Sun, des Daily Star oder sonstiger Boulevardblätter beherrscht diese "Technologie".

    Dito Privatdedektive, die man für 200 pro Stunde anheuern kann, und Hacker die es auch für billiger tun.

    Wer's nicht glaubt, kann das hier nachlesen:

    http://www.official-documents.gov.uk/document/hc1213/hc07/0780/0780.asp

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