Henkel trocken
Der Euro und die verlorene Dekade

Immer mehr Menschen in der Eurozone verlieren ihre Jobs. Nach Frankreich droht nun auch Deutschland der wirtschaftliche Stillstand. Auf die hiesige Industrie kommen hohe Zusatzkosten zu - mit bösen Folgen für den Export.
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Was der Euro konjunkturell anrichtet, zeigen die neuen Arbeitslosenzahlen und die Prognosen der EZB. Mit 18,7 Millionen sind heute so viele Eurozonenbürger arbeitslos wie noch nie. Allein im November sind 173.000 Arbeitslose hinzugekommen. Alles schaut zwar auf Griechenland, dabei wird übersehen, dass Frankreich zum Geisterfahrer auf der Euroautobahn geworden ist. Francois Hollande fährt nicht in Richtung Fiskalpakt. Er fährt gegen die Wand. Derweil sitzen die Deutschen mit im Eurobus, greifen nicht ins Steuer, aber aussteigen dürfen sie auch nicht.

Kein Wunder, dass die konjunkturelle Realität nun auch Deutschland einholt. Magere 0,4 Prozent Wachstum sind noch prognostiziert. Sogar eine Rezession ist nicht mehr auszuschließen. Der deutsche Sparer, der deutsche Konsument und der deutsche Unternehmer sind vorsichtig geworden. Kein Wunder, denn die Unsicherheit über die Eurorettungspolitik ist bei uns mit Händen zu greifen. Während die Weltwirtschaft weiter wächst, vor allem legen einige Nichteuroländer, China und die U.S.A. wieder deutlich zu, verharrt die Eurozone in einer Rezession. Wenn es denn nur ein paar verlorene Jahre wären.

Um den Einheitseuro am Leben zu erhalten, müssen die gravierenden Unterschiede in der Produktivität zwischen dem Süden und Norden einigermaßen eingeebnet werden. Man kann versuchen, den Süden wettbewerbsfähiger zu machen, und man kann dafür sorgen, dass der Norden weniger wettbewerbsfähig wird. Da das mit dem Süden nicht so recht funktioniert, siehe Frankreich und Griechenland, versucht man beides.

Die aus taktischen Gründen vom europäischen Präsidenten von Rompuy verschobene Bankenunion wird dazu führen, dass die deutschen Sparer mit ihren Einlagen für die Banken der Südländer in Mithaftung genommen werden. Sein neuer Vorschlag, die Arbeitslosenversicherung auf europäischer Basis zu zentralisieren, bedeutet, dass sich die deutschen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bald auch mit ihren Sozialbeiträgen mit den Arbeitslosen in Frankreich solidarisch zeigen dürfen. Das reduziert die hohen französischen Sozialabgaben und erhöht die niedrigeren in Deutschland. Dazu passt, dass der französische Industrieminister, wie vor ihm schon die jetzige (französische) Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), nicht müde wird, die deutsche Industrie aufzufordern, weniger produktiv zu sein.

Die deutsche Industrie ist auf bestem Weg, genau das zu tun. Das stabilisiert zwar den Euro, erodiert aber ihre Wettbewerbsfähigkeit aus der Sicht der Kunden, auf die es am meisten ankommt, die in den Ländern außerhalb der Eurozone. Dort, nicht in der Eurozone, landen 60 Prozent der deutschen Exporte.

Die enormen Belastungen im Gefolge der mit keinem anderen Nachbarland abgestimmten Energiewende tun dabei ein Übriges. Paradoxerweise werden die Zusatzkosten, die weitestgehend auf die deutsche Industrie beschränkt bleiben, einen weiteren Beitrag zur Einebnung der Unterschiede in der Produktivität in der Eurozone und damit zur Eurorettung leisten. Die Folgen für „Made in Germany“ liegen auf der Hand.

Die Eurorettung wird immer teurer. Im Süden bezahlen die Bürgerinnen und Bürger ihn heute schon durch eine brutale Anpassung ihrer Sozialsysteme. Denen im Norden wird die Rechnung bald in Form erst des schleichenden Verlusts ihrer Wettbewerbsfähigkeit und dann ihres Wohlstandes präsentiert.

Die gesamte Eurozone steht nicht nur vor einem konjunkturellen Tief. Sie steht am Anfang einer verlorenen Dekade.

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Kommentare zu "Der Euro und die verlorene Dekade"

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  • Die wahren Zahlen

    http://www.volksprotest.de

    Lösungen, siehe Forum...



    http://theeconomiccollapseblog.com/

    http://theeconomiccollapseblog.com/archives/19-facts-about-the-deindustrialization-of-america-that-will-blow-your-mind

    EIR

    http://www.bueso.de

    Manfred Julius Müller für Zollgrenzen

    http://www.neo-liberalismus.de

    http://www.anti-globalisierung.de

  • Derweil sitzen die Deutschen mit im Eurobus, greifen nicht ins Steuer, aber aussteigen dürfen sie auch nicht.
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    Nicht dürfen, sondern wollen
    Die Deutschen wollen nicht aussteigen, im Gegenteil, sie sind doch die Hauptakteure beim Rettungswahn
    Es wird halt das Zentral-Europa angesrebt. Sozialistisch natürlich.
    Und wer das leitet steht schon fest: die große Staatsratsvorsitzende Merkel, denn das ist nun mal ihr Ziel
    Unsere Politiker machen weiter bis zum bitteren Ende, bis wir hier Verhältnisse bekommen wie in Ägypten.
    Denn auch der dümsmte deutsche Michl wird mal wach
    Merkel und Schäuble steuern Deutschland und andere europp. Länder geradewegs in Bürgerkriege, wenn nicht gar in mehr
    Leider macht die sog. Opposition, die ja keine mehr ist, bei allem mit

  • merxdunix
    das sehe ich auch so..
    Gerade Aiwanger von den FW hat ja eine enorme Affinität zu den Grünen.
    Die FW müssen in den Wahlkampf gehen ohne schon gleich nach Partnern zu schielen
    Und sie müssen abolut selbstbewußt auftreten und den Eurowahn geißelen.
    Die Menschen warten darauf

  • gute Idee Joker nur WER soll das durchsetzten?

    Das handverlesene auf Parteilinie liegende BVG? Haben die einmal NEIN zu diesen EU-Faschisten Wahnsinn gesagt?

    Nein es heisst immer , Ja - aber mit einer kleinen völlig unbedeutende Einschränkung, damit die Deutschen nicht aufmucken:)

    Eine neue Partei? Bei 60% Zustimmung für die Kriesenkanzlerin laut letzter Umfrage wohl kaum!

    Oder sollen es die Staatsanwälte oder die Polizei, machen? (S.o)

    Alles ist auf Linie und maschiert in eine Richtung.

    Gibt es mal ein paar Aufrichtige wie die Kölner Steuerbeamten, die Millionen von Euros bei Steuersünder eingezogen haben, gibts einen Anruf und diese 4 Personen werden als paranoid und schwierig in den Ruhestand geschickt.

    Leider bleiben Ihre sehr guten Vorschläge reines Wunschdenken, dass wird so nie geschehen, es sei denn die Deutschen wachen auf und machen es wie in Rumänien.

    Dazu muss aber erst noch die Bankenunion, Eurobonds und die neuste Rampoy Idee -die europäische gemeinschaftliche Arbeitslosenversicherung - kommen.

    Machen sie es wie ich und verlassen Sie das Deutschen Vaterland.

  • Ja Herr Laatsch, ich weiß schon, gegen Argumente ist man immer machtlos. Da schreibt man dann, dass der andere Müll schreibt. Wirkt auf mich eher hilflos. ;-)

  • Herr Henkel beschreibt Gleichmacherei.- Die Menschen sind von Natur aus nicht gleich,Gleichmacherei führt zu Leistungsschwund
    und entspricht nicht der Natur des Menschen. Unsere gegenwärtige Politik wird Deutschland schwächen, mit allen Folgen für unsere Bürger. Vom Euro bis zu den unseligen CO2 Vorschriften ist ideologisches Betrachten der Dinge unser Maßstab geworden.Neutrale wissenschaftliche Erkenntnisse werden unterdrückt. Unkritische Journalisten fördern leider diese Entwicklung. - Wir benötigen dringend eine Wahlalternative, damit wirtschaftliche und persönliche Freiheit wieder Maßstab wird. Heinrich Seibert, Ing.

  • Wie sollen den deutsche Politiker handeln, ja ich habe die Pfade gelesen, welche auch heute noch gangbar wären, welche etwas zum Besseren verändern würden. Da herrscht Konsens unter den Deutschen wie sonst nur auserordentlich selten, bei einem Thema. Alles in allem sehe ich das leider kpl. anders. Beweisen kann ich das nicht, jedoch die Vermutung kann mir niemand mehr nehmen (zumindest solange nicht, alsdas es andere Verrechnungseinheiten geben wird, sowie vieles andere mehr die jetzigen Pferde die Pfade wechseln würden, im freien Willen). Wolfgang Schäuble sagte es doch bereits öffentlich: ''Die Bundesrepublik war zu keinem Zeitpunkt nach Mai 1945 ein voll souveräner Staat.'' Gut man kann der üblichen Argumentationskette folgen und die Behauptung dagegenstellen, einem Politiker ist nicht zu trauen. Jedoch in diesem Falle schenke ich Ihm mein vollstes Vertrauen, gespeist durch die tägliche Berichterstattung. Kein souveräner Staat würde, zumindest meiner bescheidenen Ansicht nach, dermaßen konsquent gegen seine Interessen handeln. Die BRD hat bis zum heutigen Tag keinen Friedensvertrag. Wir sind nicht frei in der Entscheidung. Aber das wurde auch alles zig-1000-fach geschrieben und stammt zuletzt von mir. Staatsbürgernachweis...einzigartig.

  • Das wäre aber für die Bundesbank und Deutschland noch verkraftbar. Aber sicherlich wird solange Geld transferiert bis die deutschen Bürger nicht mehr husten können.

  • @DagmarK
    Ein Austritt Deutschlands aus dem EURO würde neben anderen Verwerfungen vor allem bedeuten, dass die Bundesbank ca. EUR 700 Mrd. !!!! an Forderungen aus den Target2-Salden nicht mehr einfordern könnte. Die Bundesbank wäre somit bankrott und müsste rekapitalisiert werden. Wer glauben Sie, müsste das wohl leisten?

  • Genau das ist die Wurzel des EURO Debakels, das dummdeutsche Volk! Wie immer, bestaetigen Ausnahmen nur die Regel! Die Deutschen sind das Volk, das erst auf die Barikaden geht, wenn nichts mehr zu Verteidigen ist! Dumm duemmer Deutsch, das ist Fakt und damit laeuft es genau so wie es laeuft! Recht so!

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