Kurz und schmerzhaft

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Henkel trocken: Der Euro und die „Vier-Augen Gesellschaft“

Beim Thema Euro-Krise macht sich langsam ein Stimmungswandel breit. Entgegen den eigenen Lobreden auf Europa zweifeln immer mehr Experten an der Rettungspolitik. Meist aber nur unter vier Augen. Das nenne ich Feigheit.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor
Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Am Wochenende nahm ich an einer Tagung des Aspen Instituts in Berlin teil. Unter den Gästen waren die Finanzminister Italiens und Deutschlands, Vittorio Grilli und Wolfgang Schäuble. Natürlich wurde vor allem über den Euro und Europa gesprochen.

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Wie in Talk-Shows und anderen öffentlichen Veranstaltungen zu diesem Thema hierzulande auch, verlief die Diskussion meist auf zwei unterschiedlichen Ebenen. Wies jemand darauf hin, was selten vorkam, dass der Euro seine ökonomischen und politischen Zielsetzungen verfehlen wird, wechselten die Anhänger der derzeitigen Eurorettungspolitik die Argumentationsebene. Statt sich mit den Folgen der Europolitik zu beschäftigen, wurde an den Frieden erinnert, der in Europa herrsche und bewahrt werden müsse; so als hätten wir diesen dem Euro zu verdanken.

Euro in der Krise

Dass der Euro zu immer größerem Streit zwischen den potenziellen Geber- und Nehmerländern in der Eurozone führt und der Graben zwischen diesen und den zehn Nichteuroländern immer breiter wird, wurde genauso ignoriert wie die zeitgleich stattfindenden Demonstrationen in Athen, Lissabon und Madrid. Statt sich mit den wahren Ursachen der Eurokrise auseinanderzusetzen, wurden diese von den anwesenden Politikern en bloc einem „zu wenig Europa“ in die Schuhe geschoben.

Die Eröffnungsrede Wolfgang Schäubles war ein Musterbeispiel gewiefter Eurorhetorik. Er brachte es fertig, erst darauf hinzuweisen, dass Europa wegen der Herausforderungen der Globalisierung wettbewerbsfähig bleiben müsse, um dann Rezepte zu verschreiben, die das glatte Gegenteil bewirken. Statt der noch im Lissabon-Vertrag gehuldigten Subsidiarität das Wort zu reden, machte er sich für mehr Zentralismus in Brüssel stark. Statt den Wettbewerb zwischen den Ländern in der Eurozone zu fördern, forderte er Harmonisierung in der Fiskalpolitik. Statt auf die Selbstverantwortung der Länder für ihre Schulden zu pochen, lobte er das mit der Eurorettung etablierte System organisierter finanzieller Verantwortungslosigkeit.

  • 09.10.2012, 13:56 UhrBurkhardLaatsch

    Herr Henkel, wenn es so ist wie Sie sagen,und das glaube ich auch, dann sind Sie doch mutiger und nennen solche Kriecher öffentlich mit Namen. Solche Leute, womöglich mit gutem Namen und guter Reputation können mit dieser Tarnkappe doch immensen Schaden anrichten - vor allem bei gutgläubigen und naiven Leuten ! Ich würde mich nicht wundern wenn auch Frau Merkel oder Steinbrück oder Schäuble ihnen in der besagten Kaffeepause beigepflichtet hätten. Merkel ist es zuzutrauen , ihr Naturell !

  • 08.10.2012, 09:09 UhrLutherschule

    Dass H.-O.Henkel öffentlich seine Meinung über den Euro, dessen Befürworter er war, widerrufen hatte,liegt an der undemokratischen Zwangssolidarität, die Merkel durch ihren Vertragsbruch (Maastricht) zu verantworten hat. Der Übergang in den Nordeuro wäre damals ein "Bargain" gewesen, besser noch ist das Bekenntnis zu Maastricht, dass eine EUROKRISE verhinderte.
    Merkel jedoch betreibt rücksichtslos, gesetzeswidrig, unverantwortlich, mit Lügen und Widerrufen, zum Schaden des gesamten deutschen Volkes, denen sie verpflichtet ist, ihre Machtpolitik, getreu nach dem Vorbild ihrer Erziehung in der DDR. >> Google u. das Buch: Die Patin

  • 02.10.2012, 14:01 Uhrmargrit117888

    Germanenhengst
    Danke für Ihre nette Unterstützung.
    Und meine Tippfehler, es sind keine Rechtschreibfehler, rühren daher, dass ich seit einiger Zeit einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule habe und somit etwas eingeschränkt bin mit Arm- und Handbewegungen
    Und wenn ich es eilig habe, lese ich es oft nicht durch um zu berichtigen

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