Henkel trocken Die Dicke Bertha steht jetzt in Paris

In allen Ländern gab es Politiker und Ökonomen, die gegen den Euro waren. Doch nur in anderen Ländern wird unverkrampft darüber diskutiert. So setzen deutsche Euro-Kritiker auf politische Unterstützung aus dem Ausland.
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Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Gemeinsam ist, dass es in allen Euroländern immer schon einzelne Politiker, Wirtschaftsführer und Ökonomen gab, die gegen den Euro waren. Bei uns verbindet man vor allem Namen von Professoren wie Roland Vaubel und Joachim Starbatty mit der frühen Opposition gegen die Euro-Einführung. Von den Wirtschaftsführern kam Thyssen-Chef Dieter Spethmann aus der Deckung.  Zur überschaubar großen Politikerriege der frühen Euro-Kritiker gehörten die FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff, Ralf Dahrendorf und der ehemalige Ministerpräsident Sachsens Georg Milbradt (CDU). Es gab auch Journalisten, die sich eurokritisch äußerten – wie beispielsweise Klaus C. Engelen, dem das Handelsblatt daraufhin einen Maulkorb verpasste.

Ein auffallender Unterschied ist, dass nur in Deutschland  kaum jemanden offen zugibt, seine Meinung über den Euro geändert zu haben. Der renommierte französische Professor Fancois Heisbourg, ein Euro-Befürworter der ersten Stunde, hat gerade mit seinem neuen Buch („Das Ende des europäischen Traums“) eine Diskussion über Alternativen zur Einheitseuropolitik angestoßen. So etwas wäre in Deutschland undenkbar.

Ich bezweifle, dass irgendjemand, der diese Zeilen liest, einen einigermaßen bekannten Deutschen benennen kann, der von einem öffentlichen Befürworter zu einem öffentlichen Gegner des Euro geworden ist – außer vielleicht den Gründer der „Alternative für Deutschland“ (AfD), Professor Bernd Lucke, und den Verfasser von „Henkel trocken“. Das ist umso erstaunlicher, als dass wohl kaum ein Mensch der Einführung des Euro zu den Bedingungen zugestimmt hätte, wie wir sie heute haben. Trotzdem stehen deutsche Politiker, Wirtschaftsführer und Chefredakteure in unverbrüchlicher Treue zur Einheitswährung.

Sogar EZB-Präsident Mario Draghis Ankündigung, zur Not unbegrenzt Staatspapiere von Südländern (einschließlich Frankreichs) zu kaufen, wurde hier meist gefeiert, obwohl Deutschland letzten Endes für diese bürgen müsste. In Anlehnung an Krupps Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg sprach Draghi von der „Dicken Bertha“, die er von Frankfurt, dem Sitz der EZB, jederzeit und in jede Richtung zur Rettung des Euro abfeuern könne.

Französische Elite opponiert gegen Einheits-Euro
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46 Kommentare zu "Henkel trocken: Die Dicke Bertha steht jetzt in Paris"

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  • Gert- "... Wir befinden uns in einer „Postdemokratie“, einer Demokratie der Fassade, die in Wirklichkeit eine Oligarchie ist...« Das ist mir noch zu beschönigend für die deutsche Demokratie: Die Angst vor dem ersten Versuch in Weimar (als Demokratie der Strasse oder Diktatur einer scheinbaren Mehrheit, wie Alexis de Toqueville vor 200 Jahren über die amerikanische Verfassung formuliert hat) hat die politische Klasse zunächst sehr geschockt und später hat dann Adenauer (1957) entdeckt, daß es doch viel einfacher ist, den Leuten mit verteilten Geschenken politische Ambitionen abzugewöhnen. Seitdem gleicht diese Demokratie dem System eines Leviathan des Thomas Hobbes aus dem 17. Jhd., in dem der Bürger alle vier Jahre seine Rechte gegen die Zusicherung von Wohlergehen und Schutz verkauft, den Leviathan aber nie mehr los wird, weil er sich beim ersten Mal schon korrumpiert hat.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

  • KeineMachtdenDoofen , das hört sich gut an , hat aber einen Denkfehler.
    Denn immerhin haben hier die Grünen und andere Renitente die Kraft oder vielleicht den Mut gehabt in den 68 Jahren diese etablierte Welt auf den Kopf zu stellen oder es war der Mut der Pubertät(Piratenpartei?). Stellt sich allerdings auch die Frage wieso haben Gauck und Merkel das drüben nicht hinbekommen ? Letztlich ging es ja wohl vom Volk aus, sich quer zu stellen. Na ja, die hatten auch nicht viel Speck ! Dann haben wohl Merkel und Gauck wie die "Maden im Speck gelebt" ? Vermutlich ja ! Ihre Anpassung dort drüben unterstreicht auch ihren unbeschreiblichen großen Erfolg hier aus dem Stegreif politische Positionen erreicht zu haben die einigen anderen bisher sogar im Ansatz verwehrt worden sind. Da müssen nicht unbedingt Herr Luck und Herr Henkel mit gemeint sein. Ich denke auch an das Abwürgen und Austrocknen von Sarrazin usw. Man erkennt , es ist fast aussichtslos gegen den Strom zu schwimmen.
    Jedenfalls haben sich Merkel und Gauck gekonnt das "Made im Speck"- oder mit Speck fängt man Mäuse Verhalten, wenn es das ist, gekonnt aus ihren Erfahrungen drüben zu Nutze gemacht. Oder wie schon mal gesagt, im vorhergehenden Kommentar, es ist noch ein anderer Verbündeter im Spiel der die Strippen zieht.

  • Kurz gefaßt, für mich ist es ein Rätsel wieso in dieser Frage des Euro und in vielen anderen Dingen auch die Meinung der Bevölkerung die Eine ist, und die Meinung der Medien -ziemlich deckungsgleich mit den Politikern und diese auch zwischen den Parteien- die Andere ist !
    Es ist als wenn eine unsichtbare Kraft hier die Fäden spannt, nach der sich unter der Dominanz und Diktat der Medien ausgerichtet wird . Es ist eine kaum zu lokalisierende indirekte, manchmal aber auch direkte Zensur !
    Es schürt den Verdacht, daß der CIA aus dem Anfang der Nachkriegszeit heraus weiterhin seine im Dunkeln verborgene Umerziehung immernoch wahrnimmt , vielleicht in Form der jetzigen NSA-Bakkaluten ! Vielleicht sind es aber auch die anderen Einrichtungen wie Zentralräte die daran interessiert sind Deutschland in einer gewissen Instabilität zu halten, die es uns unmöglich machen soll jemals wieder eine führende bzw beherrschende Rolle zu spielen. Daran sind jedenfalls, uneingeschränkt alle, unserer EU-Freunde interessiert !! Das erklärt die Passivität von Fr Merkel oder das Softie-Verhalten von ex BP Wulff und BP Gauck , in Hörigkeit zum Rest der Welt !
    Als wenn sie ein feinmaschiges Spinnennetz über den deutschen Bürger gespannt haben die seine Meinung neutralisiert oder vernichtet. (Bestes Beispiel ist t-online und spezifisch das Filtern der Leserkommentar bzw die Zensur)
    Dieses politische System als Demokratie zu bezeichnen ist schon fast lächerlich. Eigentlich, insbesondere nach der Offenlegung der NSA Aktivitäten und der polit. Resonanz aus den USA, müßte jeder Politik lehrende Uni-Professor vor Wut oder Scham im Boden versinken. Da das aber nicht passiert, vermute ich, daß wir es nun mit der Präsenz und Dekadenz der 68er in diesen Positionen zu tun haben !! Bestes Beispiel ist die Galionsfigur der Pädophilen Partei(Grüne), J.Fischer, er wurde Professor für xxx in den USA !

  • Der Philosoph Hegel, Protagonist des „Deutschen Idealismus“, predigt im frühen 19. Jhd: „Die welt-historischen Menschen – dazu gehören auch die Führer der Farben tragenden Blockparteien in einer Reihe mit Bismarck, Wilhelm II, Hindenburg, Hitler etc. etc. Anm. – wollen ihr Werk vollenden, weil es an der Zeit ist. Es ist das, was im Inneren schon vorhanden ist…. sie nur sind die Einsichtigen…. und wissen am besten, was zu tun ist. Die anderen – das sind z.B. wir Menschen hier und anderswo in Europa; Anm. – müssen ihnen gehorchen." Das ist die theoretische Begründung für das Selbstverständnis der Politik und den Untertanengeist in dieser Nation: „Wo sich… in Deutschland…ein Gefühl für den Staat ausbildet, verstärkt es nur den Sinn für das Formale wie Disziplin, Unterordnung, Gehorsam ohne zu fragen warum, für die Apparatur der Verwaltung, Organisieren und Organisiert werden“, wie Helmuth Plessner über „die verspätete Nation“ urteilt; So geht es auch den vom "Volk" gewählten Parlamentariern in Deutschland im Verhältnis zur Eurokratie in Brüssel oder anderswo: Also ziehen hier alle an einem Strick. Warum sollte die „Dicke Berta“ nicht in Paris stehen. Denn dort steht sie doch schon seit 1988, als Mitterrand den Kohl mit dem Junktim "Deutsche Einheit" und "Europäische Währungsunion" ohne Rücksicht auf die ökonomischen und kulturellen Folgen, über den Tisch gezogen hat. Aber glücklicherweise hat sich jetzt eine Professorenpartei vom professoralen Lakaientum – übrigens erstmals seit 200 Jahren, als der Philosoph Kant gegen die preußische Administration für die Freiheit der Wissenschaft, zu sagen, was wahr ist, gefochten hat, verabschiedet. Die AfD möge sich wieder aus der Asche der scheinbaren Wahlniederlage vom September erheben, nicht wahr, Herr Henkel?
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa, sorry, habe ein kleines Wörtchen vergessen zu erwähnen.

  • Der Philosoph Hegel, Protagonist des „Deutschen Idealismus“, predigt im frühen 19. Jhd: „Die welt-historischen Menschen – dazu gehören auch die Führer der Farben tragenden Blockparteien in einer Reihe mit Bismarck, Wilhelm II, Hindenburg, Hitler etc. etc. Anm. – wollen ihr Werk vollenden, weil es an der Zeit ist. Es ist das, was im Inneren schon vorhanden ist…. sie nur sind die Einsichtigen…. und wissen am besten, was zu tun ist. Die anderen – das sind z.B. wir Menschen hier und anderswo in Europa; Anm. – müssen ihnen gehorchen." Das ist die theoretische Begründung für das Selbstverständnis der Politik und den Untertanengeist in dieser Nation: „Wo sich… in Deutschland…ein Gefühl für den Staat ausbildet, verstärkt es nur den Sinn für das Formale wie Disziplin, Unterordnung, Gehorsam ohne zu fragen warum, für die Apparatur der Verwaltung, Organisieren und Organisiert werden“, wie Helmuth Plessner über „die verspätete Nation“ urteilt; So geht es auch den vom "Volk" gewählten Parlamentariern in Deutschland im Verhältnis zur Eurokratie in Brüssel oder anderswo: Also ziehen hier alle an einem Strick. Warum sollte die „Dicke Berta“ nicht in Paris stehen. Denn dort steht sie doch schon seit 1988, als Mitterrand den Kohl mit dem Junktim "Deutsche Einheit" und "Europäische Währungsunion" ohne Rücksicht auf die ökonomischen und kulturellen Folgen, über den Tisch gezogen hat. Aber glücklicherweise hat sich jetzt eine Professorenpartei vom professoralen Lakaientum – übrigens erstmals seit 200 Jahren, als der Philosoph Kant gegen die preußische Administration für die Freiheit der Wissenschaft, zu sagen, was wahr ist, gefochten hat. Die AfD möge sich wieder aus der Asche der scheinbaren Wahlniederlage vom September erheben, nicht wahr, Herr Henkel?
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

  • Es ist grotesk in Deutschland: Finanzpolitische Autodidakten, wissenschaftliche Niemande, Journalisten, Juristen und politische »Wissenschaftler« in Parlamenten wie in den Medien, ökonomische Laien wie Merkel, Schäuble, Steinmeier - oder auch Augstein und Blome [ in Phoenix-TV am 24.11.2013 ] - sie alle wissen es besser: Falsch liegt die Exzellenz der Ökonomie, falsch liegen Starbatty, Hankel, Vaubel, Otte und alle die anderen, die im Gegensatz zu diesen Besserwissern die Finanz- und Eurokrise präzise vorausgesagt und damit wahre Expertise unter Beweis gestellt haben.
    Auch unsere Abnick-Parlamentarier [ http://www.youtube.com/watch?v=iLLfUIm4sWs ] wissen es besser als Henkel, Lucke und Hans-Werner Sinn: Diese ließen sich immerhin von der Realität der Euro-Entwicklung belehren, als sie erkennen mußten, dass die Politik sich nicht an die eigenen Regeln hält.
    In ihrem theatralischen Phoenix-Disput rümpften Augstein und Blome am 24.11.2013 süffisant ihre Nasen über Peter Gauweiler, der im Gegensatz zu ihnen und dem von ihnen vertretenen Mainstream [ wie wir heute leider wissen ] den ökonomischen Sachverstand von Anfang an auf seiner Seite hatte. Das Poppersche Falsifikationsprinzip [ methodische Basis der Wissenschaften wie jedes rationalen Umgangs mit der Realität: die Bereitschaft, sich von dieser belehren zu lassen ] ist in der Euro-Politik außer Kraft gesetzt. Hier gilt nur noch das »Weiter so - koste es was es wolle!«
    Soetwas kennzeichnet Ideologie! Stimmt diese mit der Wirklichkeit nicht überein, umso schlimmer für die Wirklichkeit! »Wir befinden uns in einer Zeit, einer Art weicher Ideologie, die sich nicht mehr um die Realität schert,« bemerkte kürzlich der französische Philosoph und Verleger Victor Loupan, »Realpolitik existiert heute nicht mehr. Wir sind permanent unter einer ideologischen Glocke, die uns hindert, die Realität zu sehen... Wir befinden uns in einer „Postdemokratie“, einer Demokratie der Fassade, die in Wirklichkeit eine Oligarchie ist...«

  • Der Weg zur Besserung ist erfolgreich beschritten.
    Gratuliere ;-)

  • Der Weg zur Besserung ist erfolgreich beschritten.
    Gartuliere !! ;-)

  • Dass von 630 Bundestagsabgeordneten kein einziger offen gegen den Euro einsteht, hat _exakt_ denselben Grund, warum in der DDR-Volkskammer oder im chinesischen Nationalen Volkskongress nie jemand widersprach:

    Weil es dann sofort aus wäre mit dem schönen, privilegierten Leben! Nur wer als Abnickaugust immer schön alles durchwinkt, darf weiter als Made im Speck leben..

  • @ Don Sarkasmo

    1. Ich lese die Beiträge von Opa Olaf gelegentlich um festzustellen über welchen Wortschatz seine Phrasendreschmaschine verfügt. Ist aber dürftig.

    2. "ss" Richtig, danke, habe mir schon eine Kopfnuss verpasst. Hoffe es hilft um Ihren Ansprüchen künftig gerecht zu werden.

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