Kurz und schmerzhaft

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Henkel trocken: EZB: Aus, aus, das Spiel ist aus!

Die Entscheidung der EZB, unbegrenzt Staatsanleihen aus Südländern kaufen zu wollen, ist für Deutschland ähnlich dramatisch wie das Kippen der „No-Bail-Out“-Klausel. Dagegen ist auch das Verfassungsgericht machtlos.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor
Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Die „No-Bail-Out“-Klausel wurde vom damaligen Finanzminister Theo Waigel und seinem Staatssekretär Horst Köhler gegen französische Widerstände durchgesetzt. Sie war die Brandmauer zwischen dem deutschen Steuerzahler und ausgabefreudigen Politikern in anderen Ländern der Eurozone. Horst Köhler hatte noch als späterer Präsident des Sparkassenverbandes und als Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf die Bedeutung dieser Brandmauer hingewiesen. Obwohl er dafür bekannt war, akribisch alle Gesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit zu überprüfen und sehr zum Ärger der Bundesregierung auch einige zurückwies, unterschrieb er dieses höchst umstrittene Gesetz in aller Eile. 36 Stunden später trat er als Bundespräsident aus persönlichen Gründen zurück.

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Seitdem nimmt das Unheil seinen unabwendbaren Verlauf. Unsere Euroretter haben Deutschland systematisch in die Falle gelockt. Auch der offizielle Hinweis des Amtsnachfolgers Horst Köhlers blieb ohne Folgen. Erinnern wir uns: im Sommer 2011 erklärte Christian Wulff auf der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau den Aufkauf der Staatsanleihen durch die EZB für rechtswidrig.

Diese Aufkäufe führten zwar zum Rücktritt erst des Bundesbankpräsidenten Axel Weber und später des Chefvolkswirts der EZB, Jürgen Stark, aber die Bundesregierung, die allein schon aufgrund der Vorhaltungen des damaligen Bundespräsidenten die EZB hätte verklagen müssen, blieb untätig.

Rangliste der größten Sorgen Euro-Krise jagt Deutschen Angst ein

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Diejenigen, die jetzt noch ihre letzte Hoffnung auf ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts setzen, können diese getrost begraben. Inzwischen ist es völlig egal, wie das Gericht entscheidet. Selbst, wenn es den ESM völlig ablehnt, hat Draghi mit seinem Vorpreschen Fakten geschaffen. Zwar stimmte „unser“ Bundesbankpräsident wieder einmal gegen solche Aufkäufe, aber was nützt es? 

139 Kommentare

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  • 10.11.2012, 06:13 Uhrcoachoutlettt

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  • 13.09.2012, 14:20 Uhrmerxdunix

    @BurkhardLaatsch
    Vielleicht haben wir bei Kohl damals nur nicht richtig zugehört, als er von der EU schwärmte? Soweit ich mich erinnere hat er von Frieden und Wohlstand gesprochen. Von Demokratie war meines Wissens keine Rede. Und deshalb passt unsere (ex)kommunistische FDJ-Sekretärin auch so gut zu den (Ex)Mafiosies in Brüssel.
    Die EU bringt mehr Wohlstand für alle Europäer, dem einen mehr, dem anderen weniger. Die EU bringt Frieden, Krieg findet außerhalb Europas statt. Aber die EU ist auch das Ende der Demokratie in Europa.

  • 13.09.2012, 14:14 UhrBurkhardLaatsch

    Nochmal einen Zusatz . Verträge sind nicht nur dafür da , daß sie eingehalten werden , sondern auch , daß sie aufgekündigt werden können. Zumindest wird keiner was gegen einen Vertragsbruch haben, der infolge eines Vertragsbruch geschieht !! Also ist das alles noch nicht ganz hoffnungslos ! Auf diese Art sollten wir auf dieses Banditenwesen reagieren - immerhin kaufen wir ja inzwischen auch CD´s mit Steuersündern , nun ganz legitim ! Leider haben wir zZ keine politischen Persönlichkeiten die akzeptabel wären, dieses hat Merkel sehrgut eingefädelt, auch mit ihrem, inzwischen wohl vergessenen, Logo .. die anderen Parteien werden wir "links überholen" !!

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