Kurz und schmerzhaft

Diskussion: Kommentare zu: Feigheit vor dem Klassenfeind

Karikatur eines Community-Trolls

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie Trolle? Das sind Unholde, die nichts Gutes im Schilde führen. Internet-Trolle gibt es auch. Das sind solche, die „Beiträge verfassen und sich darin auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken“, heißt es in den einschlägigen Definitionen. Solche Provokationen würgen eine Diskussion ab. Internet-Trolle sind also Menschen, die wir in unserer Handelsblatt-Online-Community nicht brauchen. Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft.
Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie haben ein Recht zu wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten.

Ihre Handelsblatt-Online-Redaktion
Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette.
  • 06.02.2012, 11:36 UhrChristian

    Endlich einer, der Sagt was Sache ist, auch wenn ich nicht in allen Punkten mit Herrn Hengel über eins bin, aber im Grundsatz gibt es zur freien Marktwirtschaft keine Alternative!! Allerdings haben wir diese auch längst nicht mehr, deshalb wird die Gesellschaft auch immer Verrückter.

    • 07.02.2012, 16:45 UhrHenry

      Ein grundlegendes Problem was alle Länder haben besteht nicht im Wirtschaftssystem sondern vielmehr in der Art wie Gewinne erwirtschaftet werden. Das Problem:

      Die Industrie rennt sich tot. Statt moderate Zuwächse zu realisieren zockt die ganze Wirtschaft für super schnelle Gewinne. Und genau darin liegt der Fehler. Langfristige Gewinne bringen Ruhe in das Wirtschaftsgebaren, zudem kann immer rechtzeitig gegengesteuert werden, ohne gleich Mitarbeiter zu entlassen. Vielleicht brauchen wir eine vernünftige Mischung aus Kapitalismus und Sozialismus.

  • 06.02.2012, 11:36 UhrPolitikverdrossen

    Wundert es Sie wirklich Herr Henkel, dass sich keiner Ihrer Kollegen zum Verteidiger der Marktwirtschaft aufschwingt?

    Mich nicht, denn das ganze ist vielmehr eine Folge der Medienlandschaft, in der wir leben. Erstens ist ein Großteil der Medien kritisch bis feindlich gegenüber der Marktwirtschaft eingestellt und nicht in der Lage Marktwirtschaft, unregulierte Finanzmärkte und Politikversagen gedanklich auseinander zu halten.

    Zweitens geht jeder, der unangenehme Wahrheiten ausspricht, in diesem Umfeld ein hohes persönliches Risiko ein. Die Gefahr -einmal im Focus- plötzlich selbst böswillig von den Medien attakiert und an den Pranger gestellt zu werden, ist immens. Kopper, Breuer, Sarazin u.v.a. sind warnende Beispiele, wie hoch der Preis für eine öffentlich geäußerte unpopuläre Meinung sein kann.

    Nur wenige Manager oder Unternehmer wollen dieses Risiko für sich und das Unternehmen, das sie repräsentieren, eingehen.

  • 06.02.2012, 11:51 UhrMary

    Parmesahntorte
    Ein längst zu backender eurostatischer Camenbert wird nicht dadurch größer und köstlicher, indem man ein Stück herausschneiden und es an eine andere Stelle setzt- außerhalb. Jedoch eine längst zu backende eurostatische Parmesahntorte wird nicht dadurch größer und köstlicher indem Mann eine Planierraupe drüber fahren tut.Auf Parmeshntorten kann Mann sich nicht stützen. Sie leisten keinen Widerstand. Schlimmer noch: Es gibt derzeit mindestens sieben relevante Macroökonomien,4 USA, 2 GB, 2 Österreich,1 Deutschland (Systemtheorie),aber die Planierraupen fressen die Torte völlig sozialistisch statt länderspezifisch auf. Außerdem ist das sympathische Dreiech ein anbivalentes Viereck durch web 3.0.
    Microökonomisch kann man dieser Parmesahntorte keine tortegabel(n) hinzufüge:
    Eintritt der Staaatsschuldenkrise 2009/10/11/12/13

    Nominelle Lohnstückkosten in Prozent= Pro-Kopf-Arbetnehmerkosten im Verhhältnis der gesamtwirtschftlichen Produktivität aller Beschäftigten auf Basis der Landeswährungen, siehe Eurostat, Eurozone (17),Eurozone (15), Eurozone (27),Polen,GB,Bulgarien,Eib,Slowenien...

    Respice finem

  • 06.02.2012, 12:28 Uhrberkmann

    Marktwirtschaft kann nur mit echtem Geld funktionieren, das heißt, einer Währung, in der Arbeit gespeichert ist.
    Dollar und Euro sind keine echten Währungen, sondern Falschgeld, weil sie von Zentralbanken in beliebiger Menge erzeugt werden können (unter anderem, um das Börsencasino am Laufen zu halten). Dadurch gibt es Marktteilnehmer, die keine Werte erzeugen, sondern nur konsumieren. Das ist der Grund für die aktuellen Verwerfungen.

    • 06.02.2012, 13:38 UhrMitbuerger

      Die Schöpfung von Geld durch eine Zentralbank würde ich nicht als Problem sehen, wenn diese unabhängig, transparent und ohne wirtschaftspolitisches Interesse (bei der FED und EZB leider alles nicht der Fall) agieren würde.

    • 06.02.2012, 16:26 Uhrberkmann

      @Mitbuerger
      Ich stimme Ihnen zu.
      Die D-Mark war auch Falschgeld, hat aber viele Jahrzehnte relativ gut funktioniert, weil die Deutsche Bundesbank sich an Regeln gehalten hat und die Geldmenge einigermaßen beschränkt hat.
      Was man von der Rechtsbrechern der EZB nicht sagen kann.

      Und - welche Zentralbank ist schon unabhängig und transparent?

    • 06.02.2012, 16:56 UhrMitbuerger

      Ja, die Unabhängigkeit ist schon theoretisch kaum möglich. So richtig haben mich die Alternativen zum ungedeckten Geld aber auch noch nicht überzeugt. Bei einer Wert (z.B. Gold)-Bindung von Geld müsste die Zentralbank zu viel des Wertes einlagern, was irgendwie auch nicht Sinn der Sache sein kann. Auch bei Staatsgeld wären wir bei unserer Politik wohl kaum besser dran. Da bliebe nur wieder echte Werte, z.B. Gold, mit sich rumzutragen. Dieses würde sich dann aber vermutlich und über kurz oder lang auch bei den Mächtigen ansammeln und könnte dann nicht einmal durch Inflation wieder unters Volk gebracht werden. Letztlich wären es dann vermutlich die Mächtigen selbst, die Schuldscheine ausgeben.

  • 06.02.2012, 12:58 UhrEckhardStephan

    Mir fehlen einfach die Worte, angesichts dieses propagandistischen Wortschwalls für das sympatische Dreieck. Dieser Mensch kommt nicht mal auf die Idee, darüber zu reflektieren, das auch Marktwirtschaft und Demokratie grundlegende Menschenrechte paralysieren und sogar verletzen können. Ich bedaure diejenigen jungen Leute an der Universität Manheim, die sich diese Propaganda des Marktwirtschafts- und Demokratieagitators Hans Olaf henkel antun (müssen), anstatt ohne Rücksicht auf tradierten Kapitalismus dessen zivilisatorisches Potential unter den geänderten Existenzbedingungen wissenschaftlich zu hinterfragen.

    • 06.02.2012, 13:19 UhrDr.NorbertLeineweber

      Dr.Norbertleineweber: Wenn Henkel schreibt, dann wird es brillant. Wer seine Thesen in Abrede stellt hat wahrlich nichts verstanden. Rein gar nichts. Deswegen haben seine Studenten auch den Vorteil etwas dazuzulernen zu dürfen. Allerdings gibt es auch Ideologen, die nie etwas lernen können, weil Ihnen das Denkvermögen fehlt. "Politikverdrossen" oben hat völlig Recht. Der hat wahrscheinlich auch`mal ein wirtschaftspolitisches Buch gelesen.

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