Henkel trocken: Herr Hoeneß, treten Sie zurück!

Henkel trocken
Herr Hoeneß, treten Sie zurück!

Keine Straffreiheit mehr bei Selbstanzeige! Das fordert unser Kolumnist Hans-Olaf Henkel – besonders in Hinblick auf den jetzt bekannt gewordenen Fall rund um Uli Hoeneß. Der Bayern-Präsident sei nicht mehr haltbar.
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Dass jemand sein Geld in die Schweiz schafft, um es dem Zugriff der Euroretter zu entziehen, ist sein gutes Recht. Spätestens, wenn aus „Zypern“ „Italien“ wird, sind auch die deutschen Sparer dran. Mit „Zypern“ haben deutsche Politiker gezeigt, dass Spar- oder Giroguthaben von mehr als 100.000 Euro, die sich auf den Konten deutscher Banken und Sparkassen befinden, als Verfügungsmasse für weitere Eurorettungsroutinen herhalten müssen.

Dazu kommt noch die Aussicht auf die Bankenunion, deren Einführung schlauerweise auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben wurde. Laut wird über die europäische Aufsicht der bösen Banken schwadroniert, leise wird die Haftung deutscher Spareinlagen zur Absicherung maroder Banken im Süden Europas vorbereitet.

Selbst wenn Leser von „Henkel trocken“ immer noch glauben, dass sich die Eurorettung wirtschaftlich (trotz der sich zu Lasten Deutschlands auftürmenden Verbindlichkeiten) und politisch (trotz des steigenden Zwists in Europa) lohnt, müssen ihnen die Steuerpläne von Rot-Grün Angst und Bange machen. Spitzensteuersatz und Erbschaftssteuer nach oben, Wiedereinführung der Vermögensteuer, dazu noch die Aussicht auf eine einmalige Zwangsabgabe aus Solidarität mit unseren darbenden Partnern der Eurozone (Laut OECD haben Haushalte in Deutschland ein geringeres Vermögen als die in den meisten der anderen Eurozonenländer.), alles das verführt dazu, sein Erspartes in Länder außerhalb der Eurozone zu schaffen.

Während man sein Geld vor den Steuerplänen von Rot-Grün nur durch Auswanderung in Sicherheit bringen kann, entzieht das Parken seines Vermögens auf Bankkonten außerhalb der Eurozone dem Zugriff der Euroretter auch ohne die Notwendigkeit, den Möbelwagen zu bestellen.

Es mag ja sein, dass Uli Hoeneß, wie immer mehr andere Deutsche auch, die Eurorettung unheimlich geworden ist, und er deshalb sein Geld in Sicherheit gebracht hat. Aber als in Deutschland lebender Bürger, hätte er es trotzdem in Deutschland versteuern müssen. Allein die Tatsache, dass er sich selbst anzeigte, beweist, dass er es nicht getan hat. Da ist es müßig, auf die Unschuldsvermutung oder dem Ergebnis der Ermittlungen zu warten. Er hat Steuern hinterzogen und beruft sich auf die im deutschen Steuerrecht nur bei diesem Straftatbestand eingeräumte Möglichkeit, sich durch Selbstanzeige einer Strafe zu entziehen. Zeigt sich ein Dieb selbst an, mag es mildernde Umstände geben, aber keine Straffreiheit. Die Möglichkeit, sich durch Selbstanzeige Straffreiheit zu verschaffen, verführt ja geradezu zur Steuerhinterziehung. Bleibt sie unentdeckt, hat sich die Straftat gelohnt, ist Gefahr im Verzuge, zeigt man sich selbst an.

Höchste Zeit, dass der Gesetzgeber diesem Unsinn ein Ende bereitet: Keine Straffreiheit mehr bei Selbstanzeige, dafür würde dann auch die Hehlerei durch Finanzbehörden unnötig, die zwielichtige Dealer von Kontoinformationen mit (steuerfreien?) Millionen belohnen. Dass der Verfasser der Auffassung ist, Uli Hoeneß müsse sofort sein Amt bei Bayern München niederlegen, hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass er sich als bekennender HSV-Fan immer noch über 9:2 Niederlage seines Vereins gegen Bayern München ärgert.

Kommentare zu " Henkel trocken: Herr Hoeneß, treten Sie zurück!"

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  • Ja, Herr Henkel,
    Ihre Darstellung erweckt den Eindruck der Verwässerung einer strafbaren Handlung und moralisch sehr zweifelhaften Steuerhinterziehung. Es ist zumindest unsportlich !!
    Es ist sicher richtig, daß man sein Geld vor der Willkür der Mehrzahl der deutschen fehlgesteuerten Politiker in Sicherheit bringt. Da man das Geld hier im Lande verdient hat, unter der Nutzung der hiesigen Strukturen, die alle Bürger finanziert haben, ist es zwingend vorher die Steuern zu entrichten - sonst gilt man ganz einfach als Parasit !!
    Wegen mir kann Hoeness Präsident von Bayern München bleiben, er kann auch den Job auf die Deutsche Fußballelf ausweiten oder Borussia Dortm.,das interessiert kaum, es sind Einrichtungen mit denen man sich sowieso nicht identifizieren kann - internationale Profis, es ist einem Zirkus gleich zu setzen. Die Zeiten von "uns Uwe" und Fritz Walter sind einfach vorbei !
    Fußball ist heute ein "Tralala" für die Sofa-Sportler und die Unterschicht - aber auch für jene, die meinen sie müßten gesehen werden. Es ist einfach billiger Zauber den die Medien zugerne hochspielen, oder auch im Verbund mit der Politik um die Bürger zu benebeln.
    Nicht umsonst hat auch heute die Phrase aus der Römerzeit ihre Bedeutung nicht verloren : ...Brot und Spiele....!
    Vielleicht ist es ratsam sich nicht zusehr damit zu identifizieren.
    B.Laatsch

  • Herr Henkel,

    treten Sie sofort zurück!
    Warum?
    Sie waren der Chef von IBM in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Europa, Sie sind maßgeblich dafür verantwortlich also für das Desaster des IBM Betriebssystems OS/2 !!!
    Mit diesem hervorragenden Betriebssystem hätte man das Microsoftmonopol brechen können, Sie hatten es damals aber nicht erkannt und verschlafen!
    Sie Versager!
    Was suchen Sie eigentlch bei der AfD, Ihre Jugend?!
    Sie haben Ihre Chancen vergammelt!!!
    Pfui !!!

  • Bei aller Gesetzestreue: Wer diesen Steuerwahnsinn organisiert hat, darf sich nicht wundern, dass jeder, der es vermag, auf einwandfreie Weise Steuern vermeidet und so den Zwangsbeitrag für den politischen Irrsinn bei uns verweigert. Gleiches gilt für andere Zwangsabgaben, wie die Beiträge zur öff. rechtl. Verblödungsmaschinerie von ZDF und ARD. Ich hoffe nur, dass Herr Hoeneß gute Steuerberater hatte und nun gut verteidigt wird.

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