Kurz und schmerzhaft

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Henkel trocken: Politisch Inkorrektes aus Helsinki

Finnlands Finanzministerin wird gefeiert, weil sie ihr Land gegen Griechenlands Euro-Austritt abgesichert hat - und die Gipfelbeschlüsse der EU kritisiert. In Deutschland trauen sich das nur die Wirtschaftsprofessoren.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor
Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Bisher hatten die deutschen Euromantiker vor allem den Süden auf ihrem Radarschirm. Selbst der Austritt Griechenlands aus der Eurozone war noch bis vor kurzem ein Tabu. Es ist noch nicht allzu lange her, da hatte das Handelsblatt politisch korrekte Wirtschaftsführer dafür gelobt, dass sie selbstlos griechische Staatsanleihen zeichneten. Kurz bevor er aus seinem Amt flüchtete, wurde der griechische Präsidenten Giorgos Papandreou in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom BDI als hoffnungsvoller, mutiger und zuverlässigen Reformer gefeiert. Diese Veranstaltung könnte als die peinlichste in der Nachkriegsgeschichte des BDI eingehen.

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In geradezu grotesker Weise wurden die Probleme in Griechenland klein und die Leistungen der deutschen Euroretter groß geredet, dafür musste sich der Verfasser dieser Zeilen als Populist beschimpfen lassen.

Seitdem wurden immer neue Eurorettungsgipfel erklommen. Das letzte Gipfelkreuz mit der Inschrift „Bankenunion“ wurde für einen spanischen Berg geschmiedet. Alles deutet darauf hin, dass die Teilnehmer zukünftiger Gipfeltreffen auch den Mont Blanc werden besteigen müssen. Das dürfte dann endgültig der Tag sein, an dem Frau Merkel sagen wird, dass das Scheitern des Euro nicht automatisch das Scheitern Europas bedeuten muss.

Euro in der Krise

Die makroökonomischen Daten Frankreichs, die zentralistische Wirtschaftsstruktur, die Abwesenheit eines wettbewerbsfähigen Mittelstandes (wie z.B. in Italien), die jetzt mit dem Füllhorn über die Franzosen ausgeschütteten sozialen Wohltaten, sowie die Weigerung der Sozialisten, die Schuldenbremse einzuführen, machen Frankreich zur Zeitbombe in der Eurozone.

Leser dieser Kolumne wissen, dass der „Nord-Euro“ für mich eine von mehreren Alternativen zu der angeblich alternativlosen Serie von Eurorettungsaktionen darstellt und eine Diskussion darüber von Politik und Medien blockiert wird. Dass der „Nord-Euro“ trotzdem etwas wahrscheinlicher geworden ist, liegt nicht nur an der immer offensichtlicher werdenden Gefahr, die die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, Frankreich, für den Einheitseuro darstellt. Es liegt auch an den Politikern des kleinen Finnland.

  • 11.07.2012, 11:59 UhrKleinebrise

    Bin da ganz Ihrer Meinung, all die vielen Stimmen können nicht irren. Einzig "Morbus Schäuble" breitet sich unaufhaltsam aus und hat zwischenzeitlich ganz Berlin im Griff, einfach unkaputtbar und das in einer"Demokratie !!!
    Über Italien lacht die Sonne, über Deutschland bald die ganze Welt.
    Ich jetzt fertig

  • 11.07.2012, 10:19 UhrKleinebrise

    Und warum schließen wir uns, die wir davon überzeugt sind nicht einfach mal zusammen?
    Wir sind das Volk, schließlich leben wir im Gegensatz zur ehem. DDR in einer "noch" Demokratie oder schon "Bananenrepublick ?
    Offenbar steht uns das Wasser noch nicht wirklich bis zum Hals

  • 11.07.2012, 09:45 UhrKleinebrise

    ESM & Co
    Wieder einmal hat keiner etwas gewußt, wieder einmal war es in Berlin. Vor 67 Jahren gab es dort schon einmal einen "Untergang". Der auf dem Schlachtfeld der machtbesessenen Finanzwelt geführte 3. Weltkrieg zeigt schon jetzt die Ausweglosigkeit politischen Dilanttissmus.
    Geschichte wiederholt sich eben immer wieder, ob in Griechenland, Rom oder Berlin.
    Nicht nachvollziehbar, das Deutschlands Zukunft maßgeblich von der Entscheidung eine Mannes in Karlsruhe abhängen soll. Obwohl Henkel, Sinn una aktuell ein 11 jähriger Schüler aus den Niederlanden der Machbarkeit oft genug und wiederholt einen Namen gaben, scheint "Morbus Schäuble" nicht therapierbar.
    Was war der "wahre" Grund für Köhlers Rücktritt und warum findet Henkel "trocken" bei der FAZ keine "Heimat" ?
    "Unbeliebt" sein gab es nicht nur in der DDR, auch unsere Vergangenheit und Gegenwart bietet genug Vakuum für für Spekulation.

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