Kurz und schmerzhaft

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Henkel trocken: Widerstand gegen den Meinungsterror

Widerstand gegen den Euro ist in Deutschland verpönt. Gerade deswegen dürfen Menschen wie Thilo Sarrazin nicht fehlen. Er spricht öffentlich aus, was in Vorstandsetagen höchstens unter vier Augen gesagt wird.

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor
Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Vor kurzem wurde Thilo Sarrazin mit dem Deutschen Mittelstandspreis ausgezeichnet. Es ist üblich, dass der vorherige Preisträger die Laudatio auf den neuen hält. Diese Aufgabe wäre Sarrazins Vorgänger, Günther Verheugen, zugefallen. Der lehnte ab. Es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel für die heuchlerische Diskussionskultur in Deutschland als dieses.

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Der Verfasser dieser Zeilen kennt das aus eigener Erfahrung. Thematisiert man wie Sarrazin in seinem neuen Buch („Europa braucht den Euro nicht“) die verheerenden Auswirkungen des Euro auf die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone und auf das gedeihliche Zusammenleben in Europa, gilt man schnell als antieuropäisch, chauvinistisch oder geschichtsvergessen.

Thilo Sarrazins Sprüche „650.000 hassen mich, 50.000 kaufen mein Buch“

  • Thilo Sarrazins Sprüche: „650.000 hassen mich, 50.000 kaufen mein Buch“
  • Thilo Sarrazins Sprüche: „650.000 hassen mich, 50.000 kaufen mein Buch“
  • Thilo Sarrazins Sprüche: „650.000 hassen mich, 50.000 kaufen mein Buch“
  • Thilo Sarrazins Sprüche: „650.000 hassen mich, 50.000 kaufen mein Buch“

Sarrazin hat dargelegt, dass Deutschland nicht zu den Profiteuren des Euro gehört. Unter vier Augen sagen das fast alle Verantwortlichen in deutschen Vorstandsetagen. Öffentlich sagen ihre Verbandsvertreter das Gegenteil, obwohl Deutschlands Konjunktur in den ersten 10 Jahren der Einheitswährung weit hinter der in den meisten anderen Ländern herhinkte und der Anteil deutscher Exporte in die Eurozone seit Einführung des Euro ständig zurückging.

Verbandsfunktionäre behaupten zwar zu Recht, dass Deutschland immer noch 60% seiner Exporte ins europäische Ausland schickt, tun aber so, als ob dies dem Euro zu verdanken wäre. Wenn unsere Wirtschaftsführer dauernd den Euro mit dem europäischen Binnenmarkt auf eine Stufe stellen, darf man sich nicht wundern, dass unsere Politiker den Euro auch mit Europa gleichsetzen.

Genau das ist gerade wieder im Bundestag geschehen, um dem in Sachen Ökonomie meist unwissenden Volk das neueste Rettungspaket für Griechenland zu verkaufen.

120 Kommentare

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  • 03.12.2012, 11:02 UhrFredi

    Man kann es nicht mehr hören! Gegen Euro, Gegen Meinungsterror usw.

    Aber WOFÜR ist der Herr?

    Ein Herr Henkel ist ja nicht gerade bekannt dafür, daß er den Leistungserbringern wohlwollend gesonnen ist.
    Und so wird er die Reichen noch reicher und die Arbeitenden noch ärmer machen. Die Lasten des Euro wird auch er allein den Steuerzahlern aufbürden. Die Reichen als Profiteure dieser Währung bleiben bei den Lasten auch unter ihm aussen vor. Und genau dies ist sein Ziel.

    Nur, das klingt nicht gut. Doch er ist und bleibt ein Lobbyist der Reichen und Mächtigen!

    Also erst mal gegen alles sein, um den Pöbel zu beeindrucken.

  • 03.12.2012, 11:08 UhrSayTheTruth

    n-tv.de "... Union verliert Großstädte "In CDU entwickelt sich Grabesruhe"

    Kurz vor Beginn des Parteitags der CDU muss die Union einen Rückschlag hinnehmen: Mit Karlsruhe verliert sie in einer weiteren Großstadt den Bürgermeisterposten. ..."

    Genau, mit Merkel trocknet die CDU inhaltlich aus. Staatsrats-Vorsitzende ist die CDU nicht gewohnt im Westen Deutschlands. Ein natürlicher "Abstossungsprozess" gegen die CDU ist bei den Bürgern endlich in Gang gekommen. Merkel muss weg ! Erst Stuttgart dann Karlsruhe, alle Kommunalwahlen laden im Eimer !

    Herr Gröhe ist einfach emotionslos und Merkels "Vollstrecker". Das ist so simple wie peinlich.

    Das "Umkrempeln" Europas solle ja durch wegmobben der Männer erleichtert werden. Das ist so offensichtlich wie klar !
    Alles was nicht männlich, nicht deutsch und nicht hetero ist wird gefördert. Also Migranten Frauen Schwule sind ständig bei den "programmierten" Jounalist(Innen) auf der Tagesordnung. Männer werden weggeredet.

    Die neue "Merkel-Welt" in Europa ist schwul, weiblich und konsequent ausländisch. Das genau ist das Motto der Grünen von der "durchgerührten Welt".

    Die CDU hat nicht die Kraft und nicht den Willen sich dagegen aufzulehnen.

    Die Männer werden immer unterschwellig als gewalttätig und Nazi-lastig stigmatisiert, nicht umsonst köchelt das V-Leute-NSU-Theater seit Monaten in den Medien und auch die Motorrad-Clubs werden angeprangert. Das wird immer weiter getrieben von den Journalist(Innen), die im Auftrage der Chefredakteure die Gehirne der Deutschen verdrehen. Es geht nur gegen die westlichen Männer.


    Merkel, weiter so bergab mit der sozialistischen Frauen-CDU.

  • 03.12.2012, 11:18 UhrUlrich62

    Henkel hat auch keine Ideen,eigentlich müßte er als
    ehemaliger Vorstand und noch Aufsichtrat wissen,wie man
    Probleme angeht.

    Man sollte Parlamentariern einfach Arbeitsverträge geben.
    Wie jedem Normalo auch, mit Kündigungs Möglichkeiten.
    Da schreibt man rein, was sie NICHT dürfen.
    Dann fallen Sanktionen an.Punkt.

    Zeitlich befristet auf die Dauer einer Legislatur.
    Dann braucht es auch keine UN-Konvention.
    Alles andere bringt nicht weiter.
    Ob Lobbyismus oder unerlaubte Nebentätigkeiten ist wurscht.

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