Kleinleins Klartext Der Teufelskreis der Altersvorsorge

Inflation beutelt die deutschen Sparer. Politik und Finanzdienstleister lassen die Anleger bei ihrer Altersvorsorge im Stich. In einem scheinbar endlosen Kreislauf bedienen sie sich an dem Vermögen der Bürger.
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Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Wer Altersvorsorge betreiben möchte, hat es derzeit schwer. Die Angebote der Versicherer, der Banken und der Fondsgesellschaften versprechen nicht viel und garantieren noch weniger. Wenn ich zum Beispiel heute 100 Euro – etwas mehr als der Gegenwert einer vollen Tankfüllung - in eine gängige Altersvorsorge stecke, dann wird mir oft nur garantiert, dass ich in 30 Jahren gerade diese 100 Euro zurückerhalte. Wenn „die Märkte gut laufen“, oder die „Überschussbeteiligung wieder steigt“, können aus den 100 Euro nach Aussagen der Finanzdienstleiter womöglich sogar 150 Euro oder 180 Euro werden. Das klingt erst einmal gar nicht so schlecht, ist aber dennoch katastrophal.

Das Problem ist die Inflation. Sie führt dazu, dass ich die Tankfüllung in 30 Jahren nur noch für etwa 200 Euro bekomme, also zum doppelten Preis. Dies führt in Folge dazu, dass ich – auch wenn es gut läuft – mit dem Sparergebnis in 30 Jahren den Tank nicht mehr voll bekomme. Ich verzichte also heute auf eine volle Tankfüllung, obwohl ich später mit dem „Ersparten“ den Tank nicht mal mehr vollständig füllen kann.

Durch die Inflation - derzeit gerade mal um die 2,5 Prozent – und eine miese Umlaufrendite wird also erfolgreiches Sparen verhindert. Das Geld, das ich heute habe, wird durch Sparen weniger wert. Schuld daran ist die Inflation, die höher ist, als das was ich als vernünftige Sparrendite derzeit erzielen kann.

Liest man die Nachrichten und Kommentare, dann erscheint es oft so, dass die im Vergleich zu den Sparzinsen hohe Inflation eine „Naturgewalt“ wäre, ein Nebeneffekt der Wirtschaftskrise, ein Ereignis, das wie ein Tsunami oder ein Erdbeben über uns kommt. Man müsse nun die Zähne zusammenbeißen, den Gürtel enger schnallen und brav sparen und damit die Krise überwinden. Was die Kommentatoren dieser Gebetsmühlen-Parole aber verschweigen: Man muss dann auch gleichzeitig noch das Hirn ausschalten.

Politik und Finanzindustrie vereint gegen die Bürger
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34 Kommentare zu "Kleinleins Klartext: Der Teufelskreis der Altersvorsorge"

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  • Das ist in dernTat die Frage und ich verstehe dann nicht de gemachte Zensur.

    In der Kommentierung mag da auch einmal ein falsches Wort fallen, das man sonst weder sagen noch schreiben würde. Das passiert, wenn man engagiert denkt.

    Aber was ist jetzt schlimmer, das Geld wie beschrieben einzustreichen oder mal so zu schreiben wie es das Herz verlangt. Die Pressefreiheit ist ein Gut, dass nicht davon lebt die Schwachstellen unter den Teppich zu kehren sondern sie zu pointieren.

  • 2. Teil: Jeder muss sich halt informieren über die Rahmenbedingungen und dann für sich entscheiden was er will und was nicht, aber dann auch im Alter den Preis dafür zahlen. Genau hier scheiden sich aber die Geister.

    Verbraucherschützer und Funktionäre irgendwelche Bünde, die alle samt von der Unsicherheit der Bürger leben und diese auch permanent schüren sollte man kein Gehör schenken, wohl aber sein Gehirn benutzen und regelmäßig Entscheidungen prüfen lassen und das Ergebnis mit eigenem Verstand bewerten.

    Für die Deutschen gilt das Sprichwort: "Er steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden" (wie eine Deutsche Eiche) als bodenständig und sicher; die Chinesen sagen dagegen: "Wer mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, kommt nicht vorwärts!" Wer handelt und dabei Fehler macht, diese jedoch regelmäßig feststellt und korregiert, der wird kommt dem Ziel was er sich dadurch auch regelmäßig bewußt macht auf jeden Fall näher als diejenigen, die keine Entscheidungen treffen oder nur einmal halbherzig sich dazu überreden lassen. In diesem Sinne wünsche ich Allen Erfolg :)

  • Eine Altersvorsorge die den Sparen nichts kostet sind leider ebenso Fiktion, wie der Gedanke, Entscheidungen in Gelddingen einmal zu tätigen und dann nicht mehr zu überdenken oder zu revidieren.

    Das Hauptproblem sehe ich hier nicht in der sich zu langsam durchzusetztenen Tatsache, für Alter überwiegend selbst vorsorgen zu müssen, sondern in der fehlen Kenntnis und nachhaltigen Kontrolle bzw. Überarbeitung seiner Entscheidungen. Leider ist das vorherschende Provisionssstem bei Banken und Versicherungen und auch Bausparkassen nicht geeignet, regelmäßig Entscheidungen kostengünstig anzupassen. So muss der Normalverdiener auf den gutbezahlten Rat von Finanzberatern auf Honorarbasis verzichten bzw. kann die Leistung nicht bezahlen oder versteht letztendlich nicht deren tatsächlichen Wert, der Bürger mit Geldvermögen bzw. hohem Einkommen dagegen kann sich guten Rat auch gutes Geld kosten lassen und er läßt in seinem Sinne entscheiden, denn handeln nach eigenen Emotionen kosten in der Anlageentscheidung oft das meiste Geld. Dennoch besteht für ca. 50 % der Menschen im Alter eine nicht mehr abzuwendende Altersarmut, im Prinzip gilt für diese Mennschen die Erkenntnis: Genieße heute und hoffe später auf Almosen, denn die Hälfte der Bevölkerung kann man schlecht verhungern lassen und darauf spekulieren leider die Politiker und auch die betroffenen Menschen.

  • Danke, JKuester. Zum Glück gehöre ich zu den Glücklichen, die noch bei 4% abgeschlossen haben. Da aber auch diese Versicherungen keine Bomben-Rendite (mehr) erwirtschaften, sieht es jetzt auch düster aus. Aber immerhin habe ich bisher keine Verluste und mit der Debeka auch einen leistungsfähigen Versicherer ausgesucht.. Was bleibt nun für die Zukunft? Aktien?

  • ein völlig sinnfreier Artikel, getrieben von der Ideologie des Herrn Kleinklein. Wäre super, wenn Herr Kleinlein mal ein Konzept erstellen und publizieren würde, wie der drohenden Altersarmut in 20 Jahren entgegengewirkt werden kann, ach ja, Banksparpläne, die kosten nichts, bewirken aber auch einen Realvermögensverlust.

  • Kleinanleger: Genau das ist der Punkt - weder der Volkseigene Betrieb Warentest noch der BdV hat in der Vergangenheit vernünftige Alternativen zum Bestehenden gegeben! Ein Beispiel? Vor ca. 13 Jahren haben Warentest und BdV das Hohelied der Fonds gesungen: Altersvorsorge auf der Basis von Versicherungsprodukten sei altbackene Geldvernichtung, Provisionsjägerei etc.etc.... Wohl dem, der damals eine Rentenversicherung abgeschlossen hat - damals gab es 4% Garantiezins! Wer stattdessen dem Rat der o.a. "Finanzexperten" gefolgt ist und in Fonds investiert hat, dürfte heute wenig erfreut über den Rat sein, vor allem, wenn er sein Depot nicht aktiv gemanagt hat! Die alten "Finanztest"- Hefte habe ich noch....

  • Liebe Handelsblattredaktion,

    ich habe den gelöschten Text geschrieben, weil ein Politiker mir genau genau dies zu seiner Situation gesagt hat. Das Kassieren von Sitzungsgelder, Diäten und die Pension sind sehr Argumente die Politik als "Nebenerwerb" für manchen Mitbürger darzustellen.

    Die Frage ist dann nur, ist der/diejenige im Nebenerwerb Politiker oder Politiker mit Nebeneinkünften.

    Man kann Menschen/Leser/Mitkommentatoren mitunter nur durch die Publizierung auch solcher Umstände wachrütteln. Die Politik nimmt sich heraus, Prinzipien und Gesetze zu verabschieden, die sie selbst mitunter nicht einzuhalten bereit ist. Diesbezgl. heben sich die Parteien nicht sonderlich voneinander ab.

  • Das ist zum großen Teil richtig, aber letztlich auch die einzige Möglichkeit des Staates sich zu entschulden. Alle offenen und direkten Methoden sind politisch nicht durchsetzbar, und würde umgehend zum Verlust der politischen Mehrheit führen.
    Letztlich zahlen wir für die Versäumnisse der Vergangenheit in etwa seit der Zeit Helmut Schmidts. Denn seit dieser Zeit sind die Probleme im Grunde bekannt, und nur politischen Opportunismus geopfert worden.
    Nach 40 Jahren Zeitverlust bleiben nicht viele Optionen das Problem zu lösen. Vor allem das unsere Geldmenge größer ist als der reale Gegenwert.

    H.

  • Hallo Herr Kleinlein,
    Danke für Ihre Analyse. Aber wo sind Ihre guten Ratschläge für die gebeutelten Kleinanlager? Wohin denn nun mit dem Geld? Wie soll ich mir eine Altersvorsorge aufbauen, wenn ich 100 oder 150 Euro zur Verfügung habe? Jetzt mal "Butter bei den Fisch"!
    Es grüßt, ein Kleinanleger

  • @BetrogenerSteuerzahler
    " Dass in Zeiten überbordender Steuereinnahmen immer noch über Steuererhöhungen diskutiert wird und nebenher auch noch Gewinne der KfW konfisziert werden, ist ein Skandal. "

    Irgendwie muss die HERDPRÄMIE von HORST SEEHOFER ja gegenfinanziert werden. Die PLÜNDERUNG der KfW ist für die CSU da sicherlich am einfachsten.

    Leistung muss sich in Deutschland wieder lohnen. Dies geht aber nur ohne die CSU. Stammtische in Bayern und Deutschland sollten in Erwägung ziehen, sich über die CSU-Politik kritisch auseinanderzusetzen und der CSU einen Denkzettel zu verpassen. Dobrindts, Seeehofers und Söders gibt es in der deutschen Politik zur genüge. Eine lokale Randpartei, wie die CSU kann man leicht abwählen. Im September 2013 naht hoffentlich der Tag der Abrechnung für die CSU. Dann hat die "Wählerverar...." hoffentlich ein Ende!

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