Kleinleins Klartext: Der Trick mit der Rückstellung

Kleinleins Klartext
Der Trick mit der Rückstellung

Das Vertragschinesisch in der Altersvorsorge dürfte kaum ein Kunde verstehen. Besonders geheimnisvoll ist die „Rückstellung für Beitragsrückerstattung“. Wer diesen Posten versteht, könnte an seinem Versicherer zweifeln.
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Wer sich die Mühe macht und im Kleingedruckten seiner klassischen Lebensversicherung, privaten Rentenversicherung oder klassischen Riester- beziehungsweise Rürup-Rente liest, der wird mit vielerlei unverständlichem Versicherungschinesisch herausgefordert. Da ist die Rede vom „Zillmerverfahren“, da werden „Stornoabschläge“ definiert, die sich am „riskierten Kapital“ orientieren und die dabei – natürlich – stets „angemessen“ sind und sich zudem an den „anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik“ orientieren. Alles klar?

Wer sich dadurch noch nicht abschrecken lässt und sich die Paragrafen zur Überschussbeteiligung zu Gemüte führt, stößt auf eine weitere versicherungstechnische Vokabel: „Rückstellung für Beitragsrückerstattung“, kurz RfB.

Rückstellung klingt nach einem sehr trockenen Thema, das die Passivseite der Bilanz betrifft. Tatsächlich ist die RfB aber das Kernstück der Überschussbeteiligung. Hier werden alle Gelder verschoben, geparkt und durchgeleitet, die die Verträge für die Kunden rentabel machen sollen. Denn wer seine Unterschrift unter den Vertrag setzt, der hofft stets darauf, dass er aus den Überschüssen eine satte Zusatzleistung erhält. Bis aber die Überschussgelder endlich im Portemonnaie des Kunden landen, müssen sie erst einmal durch die RfB geleitet werden.

Der Weg des Geldes ist also nicht so einfach zu verfolgen. Am Anfang prüft das Versicherungsunternehmen, ob es überhaupt Überschüsse gibt. Das ist eigentlich immer der Fall, denn auch, wenn das Unternehmen womöglich nur sehr wenige Zinsen erwirtschaftet hat, so bleiben immer noch Kosten- und Risikoüberschüsse. Von diesen Überschüssen muss das Unternehmen dann einen Teil in die RfB überweisen. Die RfB wird also jedes Jahr mit neuen Geldern ausgestattet.

Die Aufsichtsbehörde überwacht die Überschussbeteiligung. Dabei guckt sie nur, dass vom ursprünglichen Überschuss genügend Geld in die RfB überwiesen wird. Was dann passiert ist der Aufsicht meist egal. Für die Kunden ist das jedoch der entscheidende Schritt.

Ist das Geld erst mal in der RfB, überlegen sich die Manager im Versicherungsunternehmen was damit passieren soll. Sie können das Geld gleich weiterleiten an die Kunden. Das heißt dann auch „laufende Überschussbeteiligung“ und führt dazu, dass diese Mittel dem Kunden nicht mehr weggenommen werden können.

Die Manager können sich aber auch dazu entscheiden, besonders die Kunden zu belohnen, die brav ihren Vertrag nicht gekündigt haben. Diese sogenannten Schlussüberschüsse erhalten dann nur diejenigen, deren Vertrag ausläuft oder in Rente geht. Die Überschüsse, die genau für diese Leistungen vorgesehen sind, landen dann im Schlussüberschussanteilfonds, der den zweiten Topf der RfB darstellt.

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Der Trick mit der Rückstellung

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Nachteil für die Kunden

Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Der Trick mit der Rückstellung"

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  • Es ist immer wieder das Gleiche mit Herr Kleinlein : Kritik ja an der Versicherungsbranche ( und zwar massiv.. ) aber adäquate Alternativen zum Kritisierten : Fehlanzeige..! ..und so reiht er sich ein in der Reihe derer ,die hinterher nur noch belächeltet werden (Nils Nauhaus / VZ ) ! Da werden Unfallversicherung zum "Nonsens" erklärt oder Risikoversicherungen für Singels als " Falschberatung der geldgeilen Vermittleriege" und wie hier Rückstellung & Management hierzu als trickreich und falsch deklariert ...Am besten Versicherungsschutz zu 0,- € und alle Macht den Versicherten und keine den Versicherungen..."Ja ne is klar" würde jetzt ein berühmter Lockenkopf sagen ...

    Bestimmte Fachleute nicht nur aus der Finanzwelt nennen den selbsternannten Kritiker der Versicherungsbranche schon "Scheinsein" ...woher das wohl kommt ?

    HG DerMakler

  • Und wieder einmal zeigt sich das Aufsichtsversagen durch Eigeninteresse der Politik.
    Denn eigentlich ist das System ja ganz vernünftig, es funktioniert nur leider häufig nicht, weil die Politik Fremd- und Unternehmensinteressen bedient und nicht das Wählerinteresse.
    Wenn der staat seine Aufsichtspflicht nur noch dazu missbraucht sich selbst schadlos zu halten und seine Steuereinnahmen zu erhöhen braucht sich niemand über Verbraucher unfreundliche Unternehmen zu wundern. daran ändern auch neue Gesetze wenig. Solange der Staat seine einstellung und sein Verhalten nicht ändert, bleiben neue "Schutzgesetze" Placebos.

    H.

  • Hühnereier müssen klarer ausgezeichnet werden.

    Weshalb misst das Verbraucherministerium hier offensichtlich mit unterschiedlichen Messlatten?

    Frau König, die Präsidentin sei Expertin in Sachen Versicherungen. Was sagt sie dazu und worin sieht sie ihren Job?

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