Kleinleins Klartext: Die Arroganz der Macht

Kleinleins Klartext
Die Arroganz der Macht

Richter des Landgerichts Hamburg haben die Allianz aufgefordert, klassische Riester-Renten nicht mehr zu vertreiben. Die Begründung: Das Produkt sei „zu intransparent“. Wie konnte es nur soweit kommen?
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Die Allianz ist unbestritten Marktführer in Deutschland. Auch bei der Riester-Rente kann die Allianz stolze Zahlen vorweisen. Die klassische Variante wurde aber jetzt vom Landgericht Stuttgart als „zu intransparent“ abgeurteilt. Allein das ist schon ein Skandal, dass die Allianz gerade bei einem staatlich geförderten Vertrag auf hinreichende Transparenz verzichtet. Ein weiterer Skandal ist aber, wie die Allianz über die Jahre hinweg mit diesem Problem umgeht.

Der Streit um die Transparenz der Riester-Rente der Allianz ist eine Geschichte von Ignoranz und Arroganz. Er hätte so nicht eskalieren müssen. Die Allianz wurde von Branchenbeobachtern, Verbraucherschützern, Medien und Wissenschaft gewarnt. Leider versteht der Marktführer aber anscheinend nur die Sprache der Juristen. Wie kam es dazu?

Im Frühjahr 2011 begann die Arbeit an einem Riester-Renten-Test für die Zeitschrift Öko-Test. Federführend begleitete die Redakteurin Barbara Sternberger-Frey, diese Studie und ich hatte als unabhängiger Versicherungsmathematiker die Aufgabe Berechnungen durchzuführen. Frau Sternberger-Frey stieß bei Sichtung der Unterlagen auf Ungereimtheiten beim Marktführer. Sie bat mich daher, dass auch ich versuchen solle, das Angebot der Allianz zu verstehen.

Glücklicherweise lagen mir alle Unterlagen vor: Produktinformationsblatt, Verbraucherinformationen, Versicherungsbedingungen und „Versicherungsmathematische Hinweise“. Auch den aktuellen Geschäftsbericht mit Anlage hatte ich daheim. Alle Unterlagen griffbereit, setzte ich mich kurz in den Garten, um mir ein Bild über das Angebot der Allianz zu machen. Es dauerte jedoch Stunden, bis ich verstanden hatte, wie hier die Kostenüberschüsse gewährt und wem sie vorenthalten werden.

Das Ergebnis war ernüchternd: Genau die Kunden mit vielen Kinderzulagen aber auch Wenig-Verdiener bzw. ältere Riester-Sparer, haben geringere Chancen Zusatzüberschüsse bzw. Kostenüberschüsse zu erhalten als junge und gutverdienende Singles.

Im Juni 2011 veröffentlichte Öko-Test neben den Testergebnissen auch diese Analyse. Verbraucherschützer und Politiker echauffierten sich bereits damals über den Sachverhalt. Reaktion der Allianz? Keine Änderung der Regelungen, keine Überarbeitung der Kostenüberschussbeteiligung.

Am 15. September 2011 veranstalte der Berliner „Verein zur Förderung der Versicherungswissenschaften“ ein Fachgespräch zum Thema Transparenz. Die Vorträge mit Diskussion fanden in der „Allianz-Repräsentanz“ am Brandenburger Tor statt. Dort habe ich in meinem Vortrag genau die Probleme um die Beteiligung an den Kostenüberschüssen dargestellt. Dr. Volker Priebe, Leiter der Produktentwicklung der Allianz Leben war auch anwesend und beteiligte sich an der Diskussion. Auch dort, im wissenschaftlichen Kontext, erfuhr die Allianz Kritik zu ihrem intransparenten Vorgehen. Wie reagierte sie darauf? Gar nicht!

Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Die Arroganz der Macht"

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  • Versicherungen können aus dem vielen Kapital, das für die Versicherungen gezahlt wird Banken kaufen. Sie sind nämlich bereits selbst eine davon, weil der Hauptzweck der Versicherung ist Geld einzunehmen und zu verwalten und möglichst nicht auszuschütten an die Einzahler sondern an die Kapitalgeber, die eigentlich völlig unnötig werden, wenn der Kapitalstock einmal da ist.



  • UND WIE hätten dann Versicherungen BANKEN KAUFEN KÖNNEN ???

  • Die meisten Versicherungen dienen dem Gemeinwohl. Und die Gewinnerzielungsabsicht gehört komplett abgeschafft für alle Versicherungen, die mit Gemeinwohl zu tun haben, ergo alle Haftpflicht-, Lebens-, Rentenversicherungen, Kfz-Versicherungen, etc.

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