Kleinleins Klartext: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Kleinleins Klartext
Die Hoffnung stirbt zuletzt

Es ist wieder soweit. Regelmäßig zu Ende November oder Anfang Dezember werden die Überschussdeklarationen von den Lebensversicherern bekanntgegeben. Und dieser Zinssatz sinkt für 2013 wohl auf ein historisches Tief.
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Die Überschussdeklaration ist der Zinssatz, mit dem die Vertragsguthaben und Sparanteile der Verträge im folgenden Jahr verzinst werden sollen. Und er sinkt. Betroffen sind alle überschussberechtigten Verträge, das heißt klassische Verträge der Art Kapitallebensversicherung, private Rente, Riester-Rente, Rürup-Rente, Ausbildungsversicherung, Aussteuerversicherung, weite Bereiche der betrieblichen Altersvorsorge…

Achtung: Auch so genannte hybride fondsgebundene Verträge sind von der Überschussbeteiligung betroffen und schließlich spielen die Überschüsse auch bei der Risikolebensversicherung, Berufsunfähigkeitsabsicherung und Erwerbsunfähigkeitsabsicherung eine zusätzliche Rolle.

Die sogenannte „laufende Gesamtverzinsung“ steht dabei immer im Fokus. Es ist eben gerade der Wert, mit dem im nächsten Jahr tatsächlich verzinst wird – gewissermaßen als Ersatz für den Garantiezins. Frustrierend, dass es dieses Jahr für noch mehr Kunden eben keine Überschussbeteiligung gibt, sondern nur den Garantiezins. Fast alle Verträge mit einem Garantiezins von vier Prozent sehen nur den Garantiezins vor. Und auch diejenigen mit sehr alten Verträgen und einem Zins von 3,5 Prozent müssen Glück haben, damit es etwas mehr gibt.

Das liegt zum einen daran, dass die Unternehmen weniger Gewinne erwirtschaften. Und das liegt wohl hauptsächlich am schlechten Kapitalmarktumfeld und weniger an einem Unvermögen der Unternehmen, mit Geld umzugehen.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt

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Ein Sonett zur Versöhnung

Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Alle Kommentare
  • In Sachen Vorsorge haben Sie sicherlich recht. Hier sollten Sie aber bedenken, dass die Sparer Vorsage für sich, Ihre Rente, seit zig Jahren treffen, um dann auf die geplanten "sicheren" Gelder mit fadenscheinigen Argumenten verzichten müssen.
    Da mag es wenig trösten, dass sich 3,6% Überschussbeteiligung heute nach einer guten Verzinsung anhören. Wer eine Lebensversicherung abschließt denkt nicht an heute sondern an morgen, in 10, 20 oder 30 Jahren und soll sich nach den Werbebotschaften Träume verwirklichen. Aber das haben die Sparer wohl falsch verstanden. Sie sparen nicht für sich, sondern für die Versicherungen. Sie träumen die Träume der Versicherungen. Und es bleiben Träume: Man wacht auf und kann doch nicht fliegen!

  • Es wäre sicher eine gebotene Geste, sich durch Verzicht auf der Chefetage solidarisch zu erklären.
    Angesichts des Milliarden an Geldern der Versicherten ist das allerdings bestenfalls der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.
    Auch der gehört dazu, aber sollte nicht dazu verführen darin eine Lösung zu sehen, dafür ist das viel, viel zu wenig.

    H.

  • Sie haben ja sowas von Recht !!!!!!
    Möchten doch das endlich die Schlafmützen in diesem wundervollen Land auch erkennen.

  • Haben die Versicherungen schon mal über Kürzungen bei den Vorstandsgehältern und der nachfolgenden Ebene nachgedacht?
    Auch der Verkauf der Verwaltungspaläste könnte
    wirtschaftliche Erleichterung zu Gunsten der Kunden bringen und von den Luxusreisen (siehe HB) wollen wir erst
    mal nicht sprechen.
    Bevor man die Allgemeinheit für etwas verantwortlich macht, zunächst vor der eigenen Haustüre kehren.

  • Statt hier das vermutlich nach einem Weihnachtsmarktbesuch mit reichlich Glühwein verfasste Reimgesülze zum Besten zu geben, sollte sich der Autor lieber folgenden Fragen widmen:
    Wie lange können wir uns noch den Interessenkonflikt leisten, dass ein Finanzministerium die Staatsverschuldung organisiert, gleichzeitig aber Lebensversicherer über dubiose aufsichtsrechtliche Regelungen („Staatsanleihen seien risikolos und daher nicht mit Eigenkapital zu unterlegen!“) nötigen kann, fast unverzinste Bundesanleihen zu kaufen?
    Wie soll dieses Land mit einer schrumpfenden, vergreisenden und verarmenden Bevölkerung auch noch nach 2030 seine Rentner satt bekommen, wenn nicht heute schon eine umfassende private Vorsorge betrieben wird („Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!“), stattdessen eine Stimmung erzeugt wird, in denen sich diejenigen, die Konsumverzicht leisten und vorsorgen, als Deppen vorkommen?
    Wann wird die deutsche Bevölkerung endlich erkennen, dass das von den Sozialpolitikern geschaffene Blendwerk aus Wohlstand und Versorgungsgrad nicht nachhaltig ist? Auf mehr als 4,8 Billionen Euro oder 185 Prozent des Brutto-Inland-Produktes (BIP) kalkulierte der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen bereits 2010 alle durch das heutige Steuer- und Abgabenniveau nicht gedeckten Leistungsversprechen des Staates, insbesondere der Sozialversicherungen.

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