Kleinleins Klartext: Eine kleine Geschichte der Bewertungsreserven

Kleinleins Klartext
Eine kleine Geschichte der Bewertungsreserven

Eine kleine Geschichte, in der es darum geht was Bewertungsreserven sind, wie das Bundesverfassungsgericht etwas Gutes tut, die Ziele des Gerichts aber ausgehebelt werden sollten und ein Parteitag Rettung verspricht …

Es war einmal ein Verbraucher, der eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen hatte. Er hoffte, dass er durch den Vertrag für das Alter viel Geld zur Verfügung haben würde und seine Träume und Wünsche dann Wirklichkeit werden könnten. Es beglückte ihn zu sehen, wie das Unternehmen geschickt Zinsen erwirtschaftete und wie es die Prämien des Verbrauchers in kluge Kapitalanlagen investierte. So kosteten die Kapitalanlagen zu Beginn nur 1.000 DM. Doch sie gewannen an Wert, denn der Kurs stieg. Alsbald waren sie eigentlich 1.500 DM wert! Doch in der Bilanz führte der Versicherer diese Anlagen immer noch mit 1.000 DM.

Eines Tages beschloss aber der Versicherer den Kunden zu verstoßen und zu einem anderen Versicherer zu schicken. „Noch viele Jahre sollst Du von nun an deine Prämien auf ein neues Konto überweisen und dereinst wirst du deine Ablaufleistung auch von diesem neuen Versicherer bekommen! Deshalb gebe ich diesem auch deine Kapitalanlagen“. Ob es dem Verbraucher gefiel oder nicht, war dabei nicht von Belang.

Doch Ach und Weh! Der neue Versicherer hatte zwar vom alten Unternehmen Kapitalanlagen bekommen. Doch übergab der gänzlich andere, als die klugen Anlagen, über die sich der Verbraucher zuvor so erfreute! Die neuen, schmuddeligen Anlagen hatten zwar auch einen Bilanzwert von 1.000 DM. Doch kamen die schmuddeligen Anlagen auch nach Kurswert nur auf 1.000 DM.

Der Verbraucher grämte sich, wähnte er sich doch um 500 DM betrogen. Bald erfuhr er, dass diese 500 DM bei der alten Versicherung von den Gralshütern des Geldes als „Stille Reserven“ oder „Bewertungsreserven“ verehrt wurden. Doch verweigerten die Gralshüter dem Verbraucher diese Reserven oder auch nur einen Anteil an diesen Werten. Aber der Verbraucher war nicht alleine. Mit einem großen und stolzen Verbraucherverein ging er gegen die Gralshüter vor.

Die Jahre gingen ins Land. Stritt man sich am Anfang nur vor einem Landgericht, so kam man Karlsruhe immer näher und schließlich sprachen die Weisen in den roten Roben Recht: „Bewertungsreserven sollen von nun an auch an die Verbraucher fließen“, so sprachen sie zur Königin. Diese nahm sich das Gesagte zu Herzen und verkündete: „Die Bewertungsreserven sollen alsdann zur Hälfte auch an die Verbraucher gehen.“ Dies wurde dann Gesetz, gegen den Willen der Versicherer, die neue verschlungene Pläne schmiedeten, um die Kunden weiter knapp zu halten.

Von alters her sollten nämlich die Verbraucher eigentlich stets zum Ende ihres Vertrages auch Schlussüberschüsse erhalten. Doch wähnten sich einige Versicherer nach dem Spruch der Königin besonders gescheit. Das was früher der Schlussüberschuss war, sollte alsbald „Beteiligung an den Bewertungsreserven“ heißen. Flugs waren diese Pläne umgesetzt. Die Verbraucher erhielten nun zwar Geld, das bezeichnet war als „Beteiligung an den Bewertungsreserven“. Im Gegenzug minderten sich aber Schlussüberschüsse. Und so erhielten die Versicherten meist keinen Cent mehr als zuvor und die Versicherer vermieden zusätzliche Zahlungen an die Kunden.

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Eine kleine Geschichte der Bewertungsreserven

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Die Not war groß

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