Kleinleins Klartext
Meine Wünsche an die Regierung

Das Wahljahr weckt Begehrlichkeiten. Die Versicherer sind besonders agil und haben bereits einen Wunschzettel abgegeben. Dabei wäre es an der Zeit, auch mal an die Kunden zu denken. Meine Forderungen an die Politik.
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Die Bundestagswahl steht kurz bevor. Die Versicherungswirtschaft hat daher einen Katalog von politischen Forderungen vorgestellt. Als Antwort darauf skizziere ich hier eigene Vorstellungen. Ich hoffe, Sie finden vielleicht neue Ideen, empören sich über meine Positionen oder Sie fühlen sich bestätigt. So oder so hoffe ich zu einer intensiveren Diskussion beizutragen und für die Verbraucherbelange zu sensibilisieren.

Meine Forderungen:

Problemfeld 1: Keine weitere Schlechterstellung bei Lebensversicherungen!

• Eine weitere Minderung der Überschüsse muss vermieden werden. Für die Versicherten muss die Beteiligung an den Bewertungsreserven auch nach der Bundestagswahl uneingeschränkt bestehen bleiben.

• Es darf keine weiteren Möglichkeiten für die Unternehmen geben, die Rückkaufswerte noch geringer zu rechnen, wenn eine Kunde kündigt. Die Branche hofft aber bereits darauf, dass ihnen weitere Möglichkeiten gegeben werden, um den Kunden Gelder vorzuenthalten.

• Wir brauchen eine transparente, zeitnahe und verursachungsgerechte Beteiligung an allen Überschüssen. Die gegenwärtige Forderung, dass die Überschussbeteiligung nur „verursachungsorientiert“ sein soll, reicht als Leitlinie nicht aus. Mit dieser Leitlinie begründet heute zum Beispiel die Allianz sogar die systematische Schlechterstellung von Geringverdienern, Kinderreichen und Älteren bei bestimmten Riester-Renten.

Problemfeld 2: Wir brauchen endlich ein Problembewusstsein in der Altersvorsorge und eine konstruktive Lösungssuche!

• Die ineffiziente Förderung der Riester-Rente verstärkt die Gefahr der Altersarmut. Denn nur sehr wenige erhalten tatsächlich eine spürbar gute Riester-Rente im Alter. Viele wiegen sich während des Sparens aber in einer zu großen Sicherheit, ohne zu begreifen, dass ihr Riester-Vertrag unrentabel und für die gesamte Rentenlücke ohnehin unzureichend ist.

• Die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge ist in vielen Bereichen ein Konjunkturprogramm für die Versicherungswirtschaft ohne die Altersvorsorge zu verbessern. Berechnungen zeigen zum Beispiel, dass die Entgeltumwandlung oft schlechter ist als ein privater Vertrag.

• Eine neue Regierung sollte daher verstärkt die Suche nach einer alternativen Altersvorsorge jenseits der Versicherungsprodukte und der gesetzlichen Rente betreiben. Die Entwürfe für ein Altersvorsorgekonto aus Baden-Württemberg können dabei ein erster Ansatz sein.

Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Meine Wünsche an die Regierung"

Alle Kommentare

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  • Wenn Hermann.12 aus der alten Tarifwelt vor 2009 zu einem anderen Versicherer wechseln wollte, hätte er es in dem 6-monatigen Wechselzeitraum in 2009 machen müssen. Dies wurde doch in der Öffentlichkeit ausführlich diskutiert.

    In der neuen Tarifwelt ab 2009 ist dieses Wechselrecht zu einem anderen Versicherer mit eingepreist. Insofern zahlt er dafür jetzt in der alten Tarifwelt einen vergünstigten Beitrag.

    Ich sehe das Problem in vielen Beiträgen hier oft darin, dass man über viele Jahre vermutlich viel Beitrag in der PKV gespart hat bei deutlich besseren Leistungen und dann irgendwann wieder zurück in die GKV möchte.

    Wie soll ein Versicherer so etwas kalkulieren?

    Die Entscheidung PKV oder GKV ist eine langfristige Entscheidung und man sollte sich die Gesellschaft und seine Tarife sehr genau anschauen und sich fair beraten lassen. Dann ist die PKV auf das ganze Versicherungsleben und auf die jeweilige Familiensituation abgestellt oft die bessere Wahl.

  • @Leser,
    was ist an dem Beitrag von Hermann.12 falsch.
    Wir haben jetzt 2013 und nicht 2009.
    Ich will jetzt von PKV xx nach PKV xy wechseln, und kann alle Rückstellungen mitnehmen!!!! Ist dass ganz neu?????
    Im übrigen Leser, nicht alle sind so von der PKV überzeugt wie Sie. Dann soll man halt die PKV für Beamte und Überzeugte lassen, aber andere müssen auch die Möglichkeiten haben ein System zu verlassen, zu dem sie kein Vertrauen mehr haben, und wissen das die Beiträge in der Zukunft nicht mehr bezahlbar sind.
    Ganz einfach PKV und GKV bieten Bürgerversicherung an und dann kann der Versicherte entscheiden. Wer was zusätzlich noch anbietet, und wer was zusätzlich noch braucht sollte durch einen echten Wettwewerbsmarkt ermöglicht werden.
    Wenn man davon ausgeht dass normale Rentensteigerungen wenn überhaupt nur im Rahmen von 2 bis 3% erfolgen, die PKV Beiträge aber im Rahmen von 5% steigen, dann ist abzusehen wann einen die Altersarmut erreicht.
    Deshalb kann es nur einen Sinn machen. Ausreichende Standardversorgung gekoppelt an die Einkommen. Ob alle Einnahmen dazu genommen werden, muss verhandelt werden.
    Wenn keine Verlässlichkeit und Planbarkeit in den Krankenkassensystemen herrscht, sind Tarifsteigerungen immer an die wirtschaftlichen Interessen einer Versicherung gebunden. Warum soll man in vielen Fällen für Fehlverhalten von Versicherungsgesellschaften mit höheren Beiträgen herhalten. Deshalb am besten PKV nur für Zusatzversicherungen, mit jederzeitigem beenden und wechseln unter Einhalt normaler Kündigungsfristen, wie bei anderen Versicherungen Auto,Hausrat etc. auch.

  • @ Hermann.12

    Falsch. In der neuen PKV-Tarifwelt ab 2009 ist die Mitgabe der Altersrückstellungen zu einem anderen Versicherer enthalten.

    ALLE Versicherten vor 2009 hatten im Jahr 2009 ein 6-monatiges Wechselrecht zu einem anderen Versicherer, unter Mitnahme Ihrer angesparten Altersrückstellungen.

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