Kleinleins Klartext
Mit Heimlichkeiten in die nächste Runde

Die Lebensversicherer geben weniger Informationen über Bewertungsreserven weiter. So erfährt der Kunde nicht, dass ihm ein paar Tausend Euro zustehen. Und er wird nicht klagen, wenn er nur ein paar Hundert Euro bekommt.
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Die Versicherungswirtschaft macht sich bereit für die nächste Schlacht um die Beteiligung an den Bewertungsreserven. Es geht um Milliarden, die nach heutigem Recht an die Kunden ausgeschüttet werden müssen. Das wollten die Versicherer schon letztes Jahr erheblich einschränken, die Lobbyisten sind aber gescheitert.

In ein paar Monaten wird die Branche den nächsten Anlauf nehmen, diese Überschussbeteiligung zulasten der Kunden zu kürzen. Es ist unklar, welche Regierung dann die Wünsche der Versicherungslobby umsetzen soll. Klar ist aber, dass die Versicherungswirtschaft weiter darum kämpfen wird.

Einen Fehler, den die Versicherungsbosse im letzten Jahr gemacht haben, möchten sie diesmal anscheinend vermeiden. Im letzten Jahr war ja ein Hauptgrund für das Scheitern, dass viele Kunden wussten, um welche Summen es geht. Aus älteren Standmitteilungen und neuen Ablaufprognosen konnten sie erkennen, wie viel die Versicherungsunternehmen einbehalten wollen. Hätten die Kunden nicht erkennen können, dass die Überschüsse zuweilen um Tausende geschmälert werden sollten, hätten sie sich nicht gewehrt. Die Gesetzesänderung wäre für die Versicherer wohl ein Leichtes gewesen.

Aber die Versicherungswirtschaft ist dann doch lernfähig. Nicht nur, dass das Trommeln für die Kürzung der Überschussbeteiligung wieder lauter wird. Nein! Um zu vermeiden, dass die Kunden erkennen können, um welche Summen es geht, geben die Versicherer einfach neuerdings weniger Informationen weiter. Denn wenn der Kunde nicht weiß, dass ihm eigentlich ein paar Tausend Euro zustünden, dann wird er sich nicht beklagen, wenn er stattdessen nur ein paar Hundert Euro bekommt.

Nachvollziehbar ist die Beteiligung an den Bewertungsreserven sowieso nur sehr, sehr eingeschränkt. Kaum jemand kann verstehen, wie die Aktuare der Versicherungskonzerne rechnen. Und die Aufsichtsbehörde hat auch schon deutlich gemacht, dass sie große Sympathien hegt, die Beteiligung an den Bewertungsreserven rigoros zu kürzen. Also gibt es kaum Hoffnung, dass ein Kunde ohne die Informationen der Versicherer überhaupt bemerken kann, wie tief ihm in die Tasche gegriffen wird oder dass die Aufsichtsbehörde zu Gunsten einzelner Versicherter eingreift.

Besonders perfide ist die Rolle, die so manches Unternehmen in diesem Kampf den eigenen Vermittlern zugewiesen hat. Denn die Vermittler müssen diese „Nicht-Informationspolitik“ der Versicherer ausbaden.

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Bisher ist jede Regierung vor der Versicherungslobby eingeknickt

Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Mit Heimlichkeiten in die nächste Runde"

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  • Das ist jetzt aber ein Kommentar auf Kleinlein-Niveau
    Welche Alternativen gibt es denn?
    Ich sage nur, die folgende Studie lesen und staunen!
    https://ub-madoc.bib.uni-mannheim.de/2980/1/mm179.pdf

  • Finger weg von Lebensversicherungen - so einfach ist das!

  • Mein Weißbier hat bei Umstellung auf Euro noch DM 1,80 gekostet. Heutiger Preis € 3,50 - voraussichtlicher Preis in 5 Jahren € 7 Frage: was soll ich mit einer LV; das ist Kapitalvernichtung pur.

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