Kurz und schmerzhaft

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Kleinleins Klartext: Über die Unzuverlässigkeit von Versicherern

Auf ein politisches Bündnis mit Versicherungsunternehmen kann sich ein Politiker nur für sehr kurze Zeit verlassen. Das zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.
Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Die Zukunft der Altersvorsorge ist zwar vor der Wahl bisher nur eines von vielen Themen. Nach der Wahl muss die dann neue (oder alte) Regierung aber Farbe bekennen, wie es weiter gehen soll. Der Frust mit dem bestehenden System ist groß. Und nicht nur auf Seiten der Bürger, die zwar brav sparen, aber trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen. Auch die Politik selbst ist zunehmend vergrätzt.

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Der erste Punkt, mit dem sich die Versicherer bei der Politik unbeliebt machten: Vor 12 Jahren erklärte sich die Lebensversicherungsbranche zu den Rettern der Altersvorsorge, zu den kompetenten Partnern, mit denen die Regierenden die demographischen Herausforderungen meistern könnten. Heute sieht das anders aus.

Denn die Tarife sind erheblich schlechter geworden. Zum einen durch die schlechteren Kapitalmärkte, zum anderen aber auch, weil die Begehrlichkeiten der Unternehmen größer geworden sind. Da bleibt dann einfach nicht mehr so viel für die Kunden übrig.

Immer wieder zeigen Studien, dass Altersvorsorge mit den Angeboten der Versicherer nicht so richtig klappen will. Und die Sparer spüren das auch immer stärker. Deshalb werden die Politiker auch von den Bürgern gefragt, wie das denn mit der kapitalgedeckten Altersvorsorge klappen soll. Verstärkt bleiben die Volksvertreter aber Antworten schuldig.

Die Politiker, die sich früher für die Versicherungsbranche stark gemacht haben, stehen jetzt vor einem Problem. Sie müssten eigentlich zugeben, dass sie damals einem Irrtum aufgesessen sind. Sie haben eben daran geglaubt, dass die Angebote auch stets weiter so gut bleiben und dass das mit der kapitalgedeckten Vorsorge mit einer Lebensversicherung auch klappt.

Sie haben sich aber geirrt, denn die Tarife sind schlechter geworden, und die Branche hat auch wenig dagegen getan. Damit saßen die Politiker zudem dem Irrtum auf, dass die Versicherungswirtschaft loyal am politischen Konzept festhält und mit guten Angeboten für dieses Konzept kämpfen würde.

  • 11.09.2013, 14:40 UhrBosch

    Das, was versichert werden müßte hat unattraktive Preise. Und das, was völlig belanglos (Zahnzusatzversicherung, lächerlicher gehts nimmer) ist, scheint auf den ersten Blick attraktiv eingepreist.
    So sieht betrügerisches Marketing a la Versicherungen aus.
    Haftpflicht und fertig. Alles andere ist dumme Geldverschwendung.

  • 11.09.2013, 17:23 UhrSchuischel

    Sagte der Bosch und am nächsten Tag bricht ihm eine Rohrleitung und durchnässt das gesamte Gebäude. Der Sicherungsgläubiger verlangt eine neue Sicherheit und schwupps ist er pleite und überschuldet.

    Sorry, gibt mehr als Haftpflicht, welches eine Existenzsicherung darstellt. Manche Versicherungen, da geb ich dir recht, sind wirklich überflüssig.

  • 11.09.2013, 17:26 UhrSchuischel

    Ach der herr Kleinlein, wieder eine polemische Trotzreaktion. Mit jeder Kolumne wird mir klarer, warum man Sie beim Bund der Versicherten raus geworfen hat. An sachlichen Diskussionen sind Sie nicht im geringsten interessiert.

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