Kleinleins Klartext: Über die Unzuverlässigkeit von Versicherern

Kleinleins Klartext
Über die Unzuverlässigkeit von Versicherern

Auf ein politisches Bündnis mit Versicherungsunternehmen kann sich ein Politiker nur für sehr kurze Zeit verlassen. Das zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre.
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Die Zukunft der Altersvorsorge ist zwar vor der Wahl bisher nur eines von vielen Themen. Nach der Wahl muss die dann neue (oder alte) Regierung aber Farbe bekennen, wie es weiter gehen soll. Der Frust mit dem bestehenden System ist groß. Und nicht nur auf Seiten der Bürger, die zwar brav sparen, aber trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen. Auch die Politik selbst ist zunehmend vergrätzt.

Der erste Punkt, mit dem sich die Versicherer bei der Politik unbeliebt machten: Vor 12 Jahren erklärte sich die Lebensversicherungsbranche zu den Rettern der Altersvorsorge, zu den kompetenten Partnern, mit denen die Regierenden die demographischen Herausforderungen meistern könnten. Heute sieht das anders aus.

Denn die Tarife sind erheblich schlechter geworden. Zum einen durch die schlechteren Kapitalmärkte, zum anderen aber auch, weil die Begehrlichkeiten der Unternehmen größer geworden sind. Da bleibt dann einfach nicht mehr so viel für die Kunden übrig.

Immer wieder zeigen Studien, dass Altersvorsorge mit den Angeboten der Versicherer nicht so richtig klappen will. Und die Sparer spüren das auch immer stärker. Deshalb werden die Politiker auch von den Bürgern gefragt, wie das denn mit der kapitalgedeckten Altersvorsorge klappen soll. Verstärkt bleiben die Volksvertreter aber Antworten schuldig.

Die Politiker, die sich früher für die Versicherungsbranche stark gemacht haben, stehen jetzt vor einem Problem. Sie müssten eigentlich zugeben, dass sie damals einem Irrtum aufgesessen sind. Sie haben eben daran geglaubt, dass die Angebote auch stets weiter so gut bleiben und dass das mit der kapitalgedeckten Vorsorge mit einer Lebensversicherung auch klappt.

Sie haben sich aber geirrt, denn die Tarife sind schlechter geworden, und die Branche hat auch wenig dagegen getan. Damit saßen die Politiker zudem dem Irrtum auf, dass die Versicherungswirtschaft loyal am politischen Konzept festhält und mit guten Angeboten für dieses Konzept kämpfen würde.

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Einige alte Bündnisse haben sich aufgelöst

Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Über die Unzuverlässigkeit von Versicherern"

Alle Kommentare
  • Ich warte noch darauf, dass die Streithähne erkennen, dass entscheidend für die extrem niedrige Rendite von Versicherungen zur Altersvorsorge primär die EZB verantwortlich entscheidet.

    Es hat zu keinem Zeitpunkt eine derartige Vernichtung der Altersvorsorge durch eine Zentralbank gegeben wie aktuell seitens der EZB. Es ist schlicht soziale Ungerechtigkeit einen Produktionsfaktor (Kapital) einseitig um den Ertrag zu bringen und andere nicht.

    Man stelle sich vergleichbar vor, dass es ab sofort untersagt wird, Miete oder Pacht zu verlangen.

    Man stelle sich vor, dass menschliche Arbeit zwar zu leisten, aber nicht mehr finanziell auszugleichen ist.

    Vorstellungen, die man mit Recht als abartig bezeichnen würde. Nur den Produktionsfaktor "Kapital" belegt die EZB mit dem Bann und das soll gerecht sein.

    Die EZB muss für die Kapitalvernichtung bei Sparern und Vorsorgern einstehen und Wiedergutmachung leisten!

  • Kein Kommentar von Herrn Kleinlein hält einer sachlichen Überprüfung stand. Entweder er arbeitet mit Pauschalbehauptungen oder er greift Einzelfälle heraus, die es in jeder anderen Branche auch gibt. Die Verwaltungs- und Abschlußkosten sind in den letzten 15 Jahren deutlich gesunken, die Lebensversicherer haben außerdem die Nettorendite der Kapitalanlagen in den Krisenjahren weitestgehend stabil gehalten. Die Lebensversicherungen die jetzt regulär ausgezahlt werden haben über eine mittlere Laufzeit von ca. 30 Jahren eine sehr ordentliche Rendite erzielt, selbst wenn man außen vor lässt, das über die gesamte Laufzeit ja noch Versicherungsschutz geboten wurde (im Todesfall) oder wird (lebenslängliche Rente). Das Herr Kleinlein das Risiko der Kapitalanlage am liebsten auf den Kunden auslagern will, ist für mich mit dem Schutz des "Normalverbrauchers" nicht in Einklang zu bringen. Alternativen werden wieder einmal nicht aufgezeigt.


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