Kleinleins Klartext: Wer sich die Regeln selber macht...

Kleinleins Klartext
Wer sich die Regeln selber macht...

Die Versicherungswirtschaft bestimmt die Regeln, nach denen sie spielt, am liebsten selbst. Gerne beruft sie sich dabei auf Versicherungsmathematik, zum Nachteil der Verbraucher - sie brauchen mehr Transparenz.
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Spielen Sie Kricket? Dann gehören Sie vielleicht zu den wenigen Deutschen, die die Regeln dieses Spiels wirklich verstehen. Dieser Nationalsport von einigen Mitgliedern des Commonwealth zählt schließlich zu den kompliziertesten und undurchschaubarsten Sportarten der Welt. Da ist die „Teepause“ im Regelwerk nur eine unter vielen Skurrilitäten.
Diese „Teepause“ weist schon daraufhin, dass das Mutterland des Commonwealth wohl maßgeblich für diesen Sport ist. Und das drückt sich auch darin aus, dass für die ersten knapp zwei Jahrhunderte die offiziellen Regeln des Sports von einem einzigen Verein festgelegt wurden, dem englischen Marylebone Cricket Club in London.
In anderen Sportarten wäre so etwas nicht vorstellbar. Oder was würden Sie davon halten, wenn der FC Bayern München die Regelhoheit für den Deutschen Fußball hätte? Wenn die Bayern je nach Lust und Laune neue Regeln einführen und alte Regeln streichen könnten? Fair wäre das nicht. Und der Spaß am Fußball wäre auch merklich geringer (für die anderen Mannschaften).
Was im Sport undenkbar scheint, ist im Versicherungswesen aber Alltag. Auch hier sollte es eigentlich Regeln geben, die für alle Mitspieler gleichermaßen Gültigkeit haben. Beide Parteien, Versicherungsunternehmen und Versicherte, sollten sich eigentlich sicher sein können, dass es faire und feste Regeln gibt, die nicht eine der Seiten alleine für sich bestimmen kann.
Stimmt aber nicht! Denn wenn es hart auf hart kommt, dann beruft sich die Versicherungswirtschaft gerne auf die „anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik“. Das ist dann das Totschlagargument, wenn es zum Beispiel um eine faire Überschussbeteiligung geht. Auch im gestrigen Beitrag von „Frontal 21“ im ZDF, berief sich der „Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft“ (GDV), wieder einmal auf diese „anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik“ als es darum ging, ob ein Kunde in korrekter Form seine Überschüsse bekommt oder nicht.
Aber was sind diese „anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik“?

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Zahlen sind nicht alles

Kommentare zu " Kleinleins Klartext: Wer sich die Regeln selber macht..."

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  • Wie ich eben Wikipedia entnehme, haben Sie sich zumindest in der Vergangenheit (Finanztest-Skandal mit falschen Berechnungen zur Riesterrente) nicht unbedingt als "Fachmann" geoutet. Ihr Handelsblattkollege Prof. Rürup gibt Ihnen da sicher gerne noch etwas Nachhilfe.

  • Und zum Thema anerkannte Regeln der Versicherungsmathematik empfehle ich Ihnen den das sehr umfassende Werk "Lebensversicherung" von C.L. Landré (1. Auflage Juli 1895). Seit damals hat sich an der Lebensversicherungsmathematik nichts verändert!
    Nach durcharbeiten dieses Buches sollten Ihnen die mathematischen Eingangstests für eine DAV-Mitgliedschaft keine Schwierigkeiten mehr machen.

  • Lieber Herr Kleinlein,
    was Sie bezüglich der Mitgliedschaft in der DAV behaupten, ist schlichtweg falsch. Zugangsvoraussetzung ist nach §1(1) der Berufspraxisordnung lediglich der Nachweis einer dreijährigen einschlägigen Praxis als Aktuar. Diese Tätigkeit kann somit auch außerhalb eines Versicherungsunternehmens erfolgen, z.B. bei der Versicherungsaufsicht (BaFin), bei Beratungsfirmen oder Wirtschaftprüfern. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist selbstverständlich der Nachweis einer ausreichenden Sachkunde, die durch schriftliche Prüfungen erfolgt.

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