Kolumne: Dutschke spricht: Merkel kann sich keinen Fehltritt mehr leisten

Kolumne: Dutschke spricht
Merkel kann sich keinen Fehltritt mehr leisten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Amt des Bundespräsidenten wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Sie hat nichts aus dem Köhler-Debakel gelernt. Nach dem Rücktritt von Christian Wulff bläst ihr der Wind ins Gesicht.
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Das Thema Christian Wulff lässt uns keine Ruhe. Bereits heute wird sich Günther Jauch in einer Sondersendung zum gefühlt hundertsten Mal dem Thema widmen. Die Staatsanwaltschaft in Hannover hat endlich angekündigt, den Verdacht der Vorteilsnahme im Amt zu prüfen. Wulff ist daraufhin prompt zurückgetreten.

Es wurde wirklich Zeit. Nicht nur, dass die nie endenden Berichte über Urlaubsaufenthalte, Sponsoring-Partys und Firmenhandys unerträglich waren (besonders auch die Bilder von Wulffs Haus). Nein, besonders unangenehm waren die Stellungnahmen von Wulff und seinen (wenigen) Getreuen. Die mediale Hetzkampagne wurde angeprangert (Ja, das kam jüngst von Peter Hintze).

Und nun fühlt sich Wulff „verletzt“. Die Enthüllungen über weitere Fehltritte werden auf Spiegel online hoffentlich weniger werden – jetzt, da die juristische Ermittlung beginnt. Wulff ist also nun Geschichte. Seinen Platz in eben dieser hat er sich freilich anders vorgestellt. 

An dieser Stelle lohnt es sich nicht, weiter über Wulff zu schreiben. Vielmehr denke ich über das Amt des Bundespräsidenten an sich nach. Angela Merkel hat dieses Amt wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Die Art und Weise wie sie schon 2004 zusammen mit Guido Westerwelle beim geselligen Abendessen einen Finanzbeamten ins oberste Staatsamt gehievt hat, war eine Dreistigkeit.

Horst Köhler war bis zu dem Zeitpunkt, als er als Kandidat präsentiert wurde, in der Bevölkerung völlig unbekannt. Was hat es noch mit Demokratie zu tun, wenn eine Kanzlerin und ihr Stellvertreter in ihrer Allmacht und mit Parteizwang eine solche Entscheidung treffen können? Warum spielen die Parteien und Wahlmänner und -frauen da mit?

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Klaus Töpfer und Rita Süßmuth sind nun Kandidaten

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  • @rapid

    Ich meinte Mathhias Brandt nicht Götz George ;-)

  • Gut, einverstanden, so kann man´s auch machen. Ist sogar besser. Was so ein kleiner Beistrich, richtig gesezt oder in diesem Fall alternativ gesetzt, doch nicht alles bewirken kann.
    Es ist eben doch nicht alles "alternativlos", wie mancher ZeiTgenosse/in (LOL) glaubt uns offerieren zu müssen.
    Vielen Dank und einen schönen Sonntagnachmittag mit guter Unterhaltung.

  • @hardy
    George? Klar, auch sein Vater war ein großartiger Schaupieler. Wenn Sie den meinen.
    Übrigens Heinrich George sein Vater, hat seinen Künstlernamen von Stephan George, dem Dichter entliehen, den er sehr verehrte. Eigentlich hieß er Schmidt oder Schulze, ich kann mich nicht erinnern und habe jetzt auch keine Lust im Wikki, nachzuschauen.
    Auch so kann man zu "Namen" kommen. Interessant, wissen nur die wenigsten, jetzt vielleicht ein paar Leute mehr.LOL Zu "deutsch" und Rudi Dutschke einandermal, ein "weites Feld"!

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