Olympische Winterspiele in Sotschi
Die Macht der Bilder ist zu groß

Heute beginnen die „Putin-Spiele“. Die Empörung ist groß. Doch wie lange hält sie? Zu faszinierend ist Olympia, der Sport dominiert die Live-Berichterstattung. So eignen sich die Spiele bestens als Propaganda-Instrument.
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Überall steht es, keiner kommt daran vorbei. Sotschi 2014 – das sind Putins Propaganda-Spiele. Spiele des Gigantismus. Dazu noch das Thema Homophobie, über das sich alle zu Recht aufregen. Es scheint so, als könnten die Spiele bei soviel Vorab-Kritik gar kein Propaganda-Erfolg für Putin werden. Aber ist das wirklich so?

Bei den Olympischen Spielen in Peking war es ähnlich. Vorher die Diskussionen über Menschenrechte, über die fehlende Pressefreiheit. Journalisten mussten schon im Vorfeld einerseits die sportlichen Wettbewerbe „bewerben“, andererseits aber auch über politische Missstände berichten. Ein permanenter Spagat. Dann kamen die Eröffnungsfeier, die ersten Medaillen, täglich 15 Stunden TV-Live-Berichterstattung über Gold, Silber und Bronze. Und langsam aber sicher geriet die Empörung in den Hintergrund.

Wird genau das auch diesmal passieren? Die Gefahr ist da. Den gut produzierten Bildern von Verlierern und Gewinnern können wir uns kaum entziehen. Wenn Putin sich persönlich zurückhält und keine Negativ-Schlagzeilen produziert, dann werden nach und nach die sportlichen Bilder dominieren.

Und wenn sie von professionellen Regisseuren gut in Szene gesetzt werden, dann liefern sie uns die Stories, die Personalities, die viele Zuschauer fesseln. Die Olympischen Spiele entwickeln eine Eigendynamik. Genau das macht ihre Faszination aus. Irgendwann entsteht dann der Eindruck: Ist es fair, den Erfolg der Sportler dadurch zu schmälern, dass diese Spiele zufällig in Russland stattfinden?

In den Printmedien fällt es leichter, weiterhin neben der umfangreichen Sportberichterstattung auch Hintergründe angemessen zu thematisieren. In 15 Stunden TV-live-Berichterstattung hat man kaum eine Chance, den Eindruck zu vermeiden, als würde berechtigte Kritik am Ausrichter zu einem Randthema degradiert. Ich habe das von 1996 bis 2012 als Olympia-live-Moderator selbst erlebt. Selbst wenn mit großem Aufwand pro Tag fünf kritische Hintergrundstories produziert würden – bei einer realistischen Länge von vier Minuten pro Beitrag wären dies insgesamt zwanzig Minuten Sendezeit. Zwanzig Minuten von insgesamt 15 Stunden Olympia-live.

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Das IOC hat Putin als „Spielmacher“ eingesetzt

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  • Wurd ja ganz fleißig zensiert von der Redaktion. Gleich zwei Beiträge,wobei mir nicht ersichtlich warum. Oh wäre das in Russland passiert dann gäbe es ein Aufschrei der "freien" Presse. Wenn die Kommentare sachlich bleiben sollen, was sucht dann der Beitrag von SayTheTruth uber Dr. Merkel und McAllister? Einfach lächerlich. Ich als Russlanddeutscher bedanke mich für die aufrichtigen Kommentare.

  • Mich würde mal interessieren - wann die russische Nation jemals einen Krieg begonnen hätte in den letzten 200 Jahren.. vor allem gegen den Westen - soweit ich mich erinnern kann..gingen die letzen beiden Weltkriege vom deutschen Boden aus...
    Deshalb frag ich mich -mit welcher arroganz wir hier immer vom Westen nach Osten schauen - und den Menschen - die in Russland um einiges freundlicher sind als hier -diese Spiele so mies zu machen.. Wer gibt uns das Recht??? Und kommen sie nicht mit Menschenrechten -da müssten Sie zuerst mal Quantanamo schauen.. - Die Amerikaner schaffen nicht mal ein Gefängnis zu schließen..

  • Wenn man Kritik üben möchte geht das immer. Ja, mit 50 Milliarden hätte man sehr vielen Menschen etwas gutes tun können. Mit dem Geld, dass Deutschland, oder Afrika für die WM ausgegeben hat auch!
    Natürlich stellt sich Russland dar. Wie jedes Land in dem die Olympiade jemals war.
    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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