Professor Chiffre „Ein ewigwährender Untergang“

Die Geburtenraten sind niedrig, die Lebenserwartung dagegen steigt. „Vergreisung“ oder „Deformierte Gesellschaft“ nennt man diese Entwicklung angsterfüllt in Deutschland. Dabei ist das Problem nur temporärer Natur.
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Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

So lautet der Titel eines 2007 erschienen Buches von Thomas Etzemüller. In dieser bemerkenswerten Arbeit beschreibt und analysiert dieser junge Professor für Neue Geschichte, die fast sehnsüchtige Neigung vieler Meinungsführer in einer ganzen Reihe etablierter Industriestaaten – und nicht zuletzt in Deutschland -, das Menetekel eines demografischen Kollaps als Folge des Bevölkerungsrückgangs massenmediengerecht an die Wand zu malen.

Kaum jemand wird ernsthaft bestreiten, dass eine Verschiebung der Bevölkerungsstruktur als Folge niedriger Geburtenraten und steigender Lebenserwartung sowohl mit einer Beeinträchtigung der Wachstumsperspektiven verbunden ist als auch einen Anpassungsdruck auf umlagefinanzierte Sozialversicherungen ausübt. Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die mit sehr ähnlichen demografischen Gegebenheiten konfrontiert ist wie Deutschland: Aber in keinem anderen Land werden Schrumpfung und Alterung so angstbesetzt und damit irrational diskutiert wie hier. "Vergreisung", "Verglühen des produktiven Kerns" oder "Deformierte Gesellschaft" sind eigentlich nur bei uns zu hören.

Und die Metapher von der "demografischen Zeitbombe" ist beliebt aber grottenfalsch. Viel eher ist demografische Entwicklung in unserem Land mit einer Gletscherschmelze zu vergleichen, also einem schleichenden Prozess, der kaum aufzuhalten ist, auf den man sich aber vorbereiten kann. Und die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Politik konfrontiert ist, resultieren dabei in erster Linie aus der Alterung der Bevölkerung, also einem markanten Anstieg des Altenquotienten, nicht aber aus dem  Bevölkerungsrückgang.

In den nächsten 40 Jahren wird die Wohnbevölkerung in Deutschland um etwa 10 Prozent - von derzeit knapp 82 auf etwas weniger als 74 Millionen Personen - zurückgehen, die Personen im erwerbsfähigen Alter im gleichen Zeitraum aber um deutlich mehr als 20 Prozent, nämlich von etwa 50 auf knapp 39 Millionen. Das langfristige Produktivitätswachstum beträgt bei uns seit Langem etwa 1,5 v.H. pro Jahr. Da nicht mit einem Anstieg zu rechnen ist, bedeutet der Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials eine Dämpfung nicht nur des gesamtwirtschaftlichen Wachstums, sondern vor allem des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf. Diese demografische Wachstumsbremse kann allerdings durch eine Politik der Erwerbsquotenerhöhung gelockert werden Die auf den Weg gebrachte Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters leistet hierzu einen nicht unbedeutenden Beitrag. Der Bevölkerungsrückgang wird aber anhalten. Denn es ist nicht damit rechnen, dass die Geburtenraten deutlich ansteigen werden oder dass die langfristige demografische Entwicklung von der Zuwanderung in relevantem Maße  beeinflusst werden kann.

Zwei Ursachen
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20 Kommentare zu "Professor Chiffre: „Ein ewigwährender Untergang“"

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  • Diese Werbebeiträge von Rürup, Maschmeyer und Co. auf HB nerven mich schon eine ganze Weile. Ich hatte das HB mal abonniert. Das werde ich aber nie wieder machen. Augenscheinlich folgende Zeile: „Anpassungsdruck auf umlagefinanzierte Sozialversicherungen“. Was er damit aussagen will, ist wohl klar. Aber wie sollen kapitalgedeckte Sozialversicherungen besser funktionieren als Umlagefinanzierte, wenn die Zinsen ja nur von der jeweils erwerbstätigen Bevölkerung verdient werden kann. Mit der kapitalgedeckten Versicherung geben wir einen Teil der Rente direkt an die Versicherungswirtschaft. Gandhi: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Wenn die Steuerzahler jedes Jahr allein über 60 Mrd. Euro an Zinsen (Bund, Länder, Kommunen) direkt und indirekt ca. 40 Mrd. (über Gebühren für Abfall, Abwasser, Elektrizität) zahlen müssen, ist klar, dass wir ein Problem haben!

  • Eine ewigwährende Werbesendung

    Rürup prognostiziert die nächsten 40 Jahre. Völlig unseriös. Schaun Sie mal 40 Jahre zurück. Rürup und sein Kompagnon Maschmeyer wollen "Versicherungen", "Rentenpapiere", "Krankenversicherungen" und "Anlageprodukte" verkaufen:

    http://www.youtube.com/watch?v=DTkh9YEmfkM

    Eine ewigwährende Werbesendung vom Maschmeyer hier im HB!

    LG
    Blackstone

  • Das liegt an der hohen Lebenerwartung!
    Die absolute Bevölkerungszahl sinkt erst, wenn die länger Lebenden der großen Alterkohorten anfangen zu sterben.
    Wäre die lebenserwartung noch bei 60 würde die Bevölkerung jetzt schon deutlich schrumpfen, so aber dauert das noch mindestens 20 Jahre, bevor das spürbar wird und sich dann stetig beschleunigt, weil die Sterbequote selbst gege neine konstante Geburtenquote deutlich steigt.

    H.

  • Deformierte Gesellschaft?
    Naja, das machen wir doch täglich alle selbst! Egal wie alt oder wie jung jemand ist. Wieviele Einzelhaushalte gibt es?
    Wie oft werden Kinder tot gefunden, vernächlässigt und geschunden? Wie oft werden alte Leute tot aufgefunden ohne das es jemand wirklich bemerkte, das diese im Sterben liegen?
    Gewalt in der U-Bahn, Rechtsradikalismus und noch vieles andere. Solche Dinge können nur gedeihen wenn man sich entfremdet, von den Menschen selbst und innerhalb der Strukturen. Im Alter werden die meisten allein sterben, ohne ihre sozialen Bezüge, ohne ihre Familien, und sich dann beim Gericht um die Erbschaft streiten. So siehts aus, deformiert sind alle, die darüber nicht nachdenken. Faltenfreiheit ist wichtiger, die schonende Rasur und der schöne Schein. Antiaging, ein Markt der Zukunft. Der Rest wird in Bettenburgen mit Hartz4 und Pflegeversicherung versteckt, könnte ja sein das diese den schönen Schein beschmutzen.
    Deformierung beginnt bei jedem selbst, seinem eigenen sozialem Unvermögen, seiner Blindheit den Dingen des menschlichen Lebens gegenüber. Dazu gehört auch das Sterben selbst. Irgendwann ist jeder dran, da hilft auch kein Antiaging. Da hilft nur Würde, und die wird jeden Tag deformiert, und zwar durch den Fokus Geld, Statussymbole, Bevormundung, Ausgrenzung, Neid, Egoismus und Besserwisserei in einem einzigen großen Kartell.
    Die kleinste Zelle einer Gesellschaft ist die Familie oder eine ähnliche Gemeinschaft. Und diese demontiert sich jeden Tag systematisch selbst indem man diese ausblutet, auf lange Wege schickt, ihnen die Lebensgrundlagen vorschreibt (9qm oder so ähnlich), riesige Ställe mit kleinen Einheiten baut, in denen die Oma keinen Platz mehr hat, und die Enkel schon garnicht.
    Spielen auf dem Rasen verboten - steht für vieles. Nur nicht dafür das der Mensch an sich ein soziales Wesen ist. Er kann allein nicht überleben, aber man kann es ja mal versuchen?

  • Die Zahlen sind wohl richtig, aber die isolierte Betrachtung greift zu kurz. Dramatische Bevölkerungsveränderungen in so realtiv kurzer Zeit haben gravierende Folgen über die reine Zahlenlage hinaus, die am Ende diese Zahlen sogar noch nachhaltiger beeinflussen als die rein zahlenmäßige Ausgangslage.
    So schreibt Rürup von der Erhöhung der Erwerbstätigenquote und nennt dabei das höhere Renteneintrittsalter, verschweigt aber, das der größere Effekt durch die Frauenerwerbsquote erzielt werden soll, was der eigentlich Grund für Kita Ausbau etc. ist.
    Hier wird deutlich, dass es um gesellschaftlichen Raubbau geht, der nicht nur die Anzahl der zukünftigen Erwerbstätigen und ihr Verhältnis zur Rentnergenaration betrifft, sondern schlicht auch um die Qualität der Erwerbstätigen und der strukturellen Leistungsfähigkeit der Gesellschaft.
    Der Blick rein auf die Zahlen verdeckt die viel wichtigere Frage, ob die letztlich dafür zu verbrauchenden gesellschaftlichen Ressourcen überhaupt den sozialen Frieden erhalten können.
    Seit Jahrzehnten verschlechtert sich die Ausbildung in Deutschland und der Anteil der derjenigen die am hohen Ausbildungstand partizipieren. Und die Situation wird nicht besser sondern schlechter!
    Rürup verkennt meiner Meinung nach einfach die Bedeutung der sozialen Grundlagen des Staates, die seine Rechnung erst ermöglichen, die mit dieser Rechnung aber auch ausgehöhlt und untergraben wird. Schon heute sind diese Grundlagen im erodieren begriffen, weil in der Bundesrepublik die sozialen Dynamiken eines Volkes unterschätzt wurden und werden bzw. auf das reine materialistische reduziert wurde.

    H.

  • Das mit den Geburtenraten will mir nicht in den Kopf gehen, trotz dieser niedrigen Raten sind wir immer noch 82 Millionen Deutsche und die Nachfrage nach Kindergartenplätze und Erzieher wird immer größer. Irgendjemand lügt sich selbst in die Tasche.

  • Ach Herr Rürup, Ihre Privatvorsorgekonzepte sind nicht tragfähig. Sehen Sie sich doch an, was die Mächtigen dieser Welt mit unseren Buchforderungen (Papiergeld) anstellen. Sie Finanzieren Unfug damit. Das Problem der Altersvorsorge läßt sich nur durch Kinder lösen. Hierzu wären mehr Ehen und Familien erforderlich. Doch diese beiden Themen werden ja EU-zentral von einer Femo-faschistoiden atheistischen Radikalfeministinnen-Clique mittels Gender Mainstreaming-Ideotie und Kita-/Krippenlüge in Grund und Boden berichtet. Ich bin überzeugt davon, daß Ihnen dieser Zusammenhang vollkommen klar ist.

  • 2052 wird alles besser. Denn dann sind die geburtenstarken Jahrgänge im Wesentlichen ausgestorben. Nur : was wird bis dahin, Dr. Seltsam? Und von welcher Rente, die wer einzahlt, sollen diese Jahrgänge dann leben? Was ist das für eine Perspektive, den Jahrgängen 1960 bis 1970 zu sagen: wenn ihr erstmal alle tot seid, habt ihr keine Probleme mehr und die Rentenkassen auch nicht mit euch? Es ist doch wohl eine etwas zynische Perspektive, oder? Und sowas wird als Beitrag zur "Zukunftsforschung" und "Beratung" vom Handelsblatt bezahlt? Da waren Künstler in den 60er Jahren schon origineller. Die haben ihren Stuhlgang in Dosen als Kunst verkauft - ungequirlt.

  • ein Vorschlag aus der linken Mottenkiste!

  • Herr Rürup blendet völlig aus, daß durch die Euro-"Retterei" die gesamten Ersparnisse der Deutschen einem "politischen Projekt" geopfert werden. Es wird Altersarmut ohne Ende geben. Bei allen!

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