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Professor Chiffre: Neoliberalismus – igitt!

Die bislang herrschende neoklassische Finanzmarktökonomik ist weitgehend widerlegt. Nicht aber das neoliberale Konzept der konsensorientierten Sozialen Marktwirtschaft.

Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten
Bert Rürup – Prof. Chiffre. Bert Rürup hat fast 30 Jahre lang die Bundesregierung beraten

In einem jüngst im "Spiegel" erschienenen Essay konnte man eine Philippika lesen gegen die Agenda 2010, Schuldenbremsen, flexible Märkte, unbarmherzige Samaritern, die so unverschämt sind, Gegenleistungen für Hilfsprogramme zugunsten überschuldeter Euro-Länder zu erwarten und überhaupt die Funktionslogik von Märkten. Dies alles sei neoliberales Teufelszeug und daher falsch. Richtig ist, dass die bislang herrschende neoklassische Finanzmarktökonomik mit ihren Annahmen - effizienter Kapitalmärkte und Markteilnehmern, die stets rational auf der Basis aller verfügbaren Informationen entscheiden - die Finanzkrise 2007/2009 nicht vorhergesehen hat und als weitgehend widerlegt anzusehen ist. Der verbreitete Glaube aber, ein ökonomisches Argument, welches einem nicht passt, sei schon dadurch widerlegt, wenn es mit dem zum Schimpfwort verkommenen Etikett „neoliberal“ belegt wird, wird dadurch noch nicht richtig.

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Ende 1938 fand in Paris eine von dem damals sehr bekannten US-amerikanischen Publizisten Walter Lippmann organisierte Konferenz über das Scheitern der freien Marktwirtschaft wie der neoklassischen Wirtschaftstheorie in der Weltwirtschaftskrise 1929/1932 statt. Auf diesem Treffen liberaler Ökonomen sollte nach ordnungspolitischen Alternativen gesucht werden.

Dort wurde der Begriff „Neoliberalismus“ von dem deutschen Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler Alexander Rüstow als Codewort für einen solchen Gegenentwurf zur Laissez-faire-Marktwirtschaft geprägt: Der Markt sei eine staatliche Veranstaltung und ein Halbautomatismus, der, um gesellschaftlich effizient zu sein, politische Eingriffe erforderlich mache – vor allem im Hinblick auf die Einkommensverteilung, die makroökonomische Stabilität sowie im Hinblick auf die Umwelt. Zudem sei eine aktive Wettbewerbspolitik unabdingbar.

  • 15.02.2012, 23:18 UhrAnonymer Benutzer: ProJurist

    Danke für den Kommentar Prof. Rürüp!
    Sie werden sich dafür niederpöbeln lassen müssen, aber so ist das immer schon gewesen. Meinen Respekt dafür, dass Sie sich nicht auf die wissenschaftliche Diskussion in Fachveröffentlichungen zurück ziehen.

    Das System ist einfach zu komplex geworden. Die Menschen sehen nur noch die "Hochfinanz" und Konzern- und Politikverschwörungen um die Menschheit auszunehmen. Ein solches Bild ist eben viel einfacher und zeichnet klare Freund- Feindbilder. Spannender ist es auch.

    Und jetzt: Bitte lospöbeln!

  • 15.02.2012, 15:30 UhrAnonymer Benutzer: blackstone13

    Ohne Worte:
    http://www.youtube.com/watch?v=DTkh9YEmfkM

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