Professor Chiffre
Richtige Politik - Falsche Begründug

Die Präventionsmedizin spart keine Kosten im Gesundheitssystem. Dennoch ist sie gerechtfertigt, weil sie der günstigste Weg ist, um Lebensqualität und Lebenserwartung zu erhöhen.
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Als Ulla Schmidt in ihrer Zeit als Bundesgesundheitsministerin der Großen Koalition versuchte, ein Präventionsgesetz - wie im Koalitionsvertrag vom 12. November 2005 vereinbart - auf den Weg zu bringen, haben sich die Unionsparteien mit Vehemenz dagegen gesträubt und dies verhindert. Nun wurde bekannt, dass die amtierende schwarz-gelbe Bundesregierung "durch gesetzliche Regelungen" darauf hin wirken will, dass alle Präventionsträger ihre Bemühungen intensivieren und besser abstimmen sollen. Zudem sollen den Krankenkassen im Vergleich zum Status quo doppelt so viele Mittel - nämlich 400 Millionen Euro- für Präventionsprogramme zugewiesen werden.

Das ist gut und richtig; denn davon ist ein positiver Beitrag zu den beiden wichtigsten gesundheitspolitischen Zielen - nämlich die Verlängerung der Lebenserwartung und eine Verbesserung der Lebensqualität - zu erwarten. Falsch und irreführend ist es allerdings diese präventionspolitische Initiative mit zu erwartenden Einsparungen zu begründen. "Kassen sollen mit Prävention Geld sparen" titelte DIE WELT. In Tat und Wirklichkeit ist aber das Gegenteil zu erwarten. Prävention erlaubt es, einzelne Krankheiten zu verhindern (z.B. lebensstilbedingte Diabetes durch Ernährungsaufklärung) oder bei frühzeitiger Erkennung durch Vorsorgeprogramme (z.B. Prostatakrebs) kostengünstiger zu behandeln.

Nur, die Verhinderung einer Krankheit - sei es Kinderlähmung durch Polioimpfung oder Dickdarmkrebs durch regelmäßige Darmspiegelungen - ist nicht gleichbedeutend mit einer finanziellen Entlastung des Gesundheitssystems geschweige denn des Systems der sozialen Sicherung. Schließlich macht jede verhinderte oder erfolgreich behandelte Erkrankung Raum für andere Erkrankungen und ändert auch nichts daran, dass die Menschen mit steigendem Lebensalter krankheitsanfälliger werden.

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Richtige Idee der Prävention könnte Schaden nehmen

Kommentare zu " Professor Chiffre: Richtige Politik - Falsche Begründug"

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  • Wüßte der Lobbyist, was er da tatsächlich vor sich hinschreibt in Sachen Krankheitsprävention (fast hätte man Krankheitsprovision geschrieben), würde er schweigen ohne gar sich in geschmeidiges Parlando von Gesundheitsphilosphie hineinsteigern zu wollen, geschweige denn es zu können.

    Indes sollte es seinem Brötchengeber nützen, würde Rürup etwas mehr Aufmerksamkeit in diese für ihn vermutlich lästig wirkende Kolumne investieren, die doch recht brav und lustlos gestrickt wirkt.

    So geräts nur zu einem: wes Brot ich fress...

    Also knicken die "Kolumne", Maschmeyer.

  • Herr Prof. Rürup, hören Sie auf zu kommentieren, sie scheinen an einer Kranheit zu leiden, wenn sie schon einmal Prävention betrieben haben. Das ergibt sich aus der Schlussfolgerung: "Schließlich macht jede verhinderte oder erfolgreich behandelte Erkrankung Raum für andere Erkrankungen." Also von einem Mediziner kann diese ärtzliche Diagnose nicht kommen. Mit der Behandlung von Krebs schafft man Raum für Altersdiabetes? Welche Ihrer Krankheiten ließen sie denn erfolgreich behandeln, und welcher Krankheit haben Sie damit zum Durchbruch verholfen? Ihre Argumentation ist so abgefahren, dass man hier auf eine Störung im kognitiven Bereich tippen müsste. Entweder sind Ihre Beiträge aus der Feder Ihrer Sekretärin, oder Ihnen erschließt sich die eigne Interpretation nicht mehr.

  • rechtfertigt irgend etwas die Präsenz dieses Lobbyisten im HB? Ich meine nein! Die Glaubwürdigkeit von Rürup ist nahe dem Gefrierpunkt!

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