US-Etatstreit
Amerikas Shutdown ist Chinas Login

Die Kapitalmärkte lassen die aktuelle Etatkrise in den USA links liegen. Dabei beschleunigt der Haushaltsstreit den Abstieg des Landes als Weltmacht Nummer eins. Gut möglich, dass China diesen Platz einnehmen wird.
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Auf die bizarre Haushaltskrise in den USA reagieren die Märkte erstaunlich gelassen. Dort herrscht anscheinend unerschütterlich die Meinung vor, alles werde sich schon richten. Präsident Barack Obama bekomme seinen Staatshaushalt letztlich durch und eine höhere Schuldengrenze werde das Land schon vor der Zahlungsunfähigkeit bewahren. Was also soll das ganze Getöse? Mag sein, dass die Märkte mit dieser Einschätzung recht haben, aber das gilt nur für die aktuelle Etatkrise und nur auf kurze Sicht.

Was aber zählt auf längere Sicht? Niemand wird bestreiten, dass die Weltmacht USA durch den Etatstreit einen beträchtlichen Reputationsschaden hinnehmen muss. Der über dem Land kreisende Pleitegeier kostet unzweifelhaft Vertrauen in die Stärke des Landes und in seine Fähigkeit, innere und damit auch äußere Konflikte professionell auszuräumen.

Derartige Kratzer am Renommee wären möglicherweise belanglos, wenn sich nicht die globalen Kräfteverhältnisse in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert hätten – aus Sicht der Hegemonialmacht USA nicht zu ihrem Vorteil.

Das zeigt sich schon daran, dass der Anteil der amerikanischen Wirtschaft an der globalen Wirtschaftsleistung seit Jahrzehnten stetig sinkt und damit natürlich auch der Einfluss auf die weltwirtschaftliche Entwicklung. In den 80er Jahren produzierten die USA noch gut ein Viertel aller weltweiten Güter und Dienstleistungen, aktuell sind es deutlich weniger als ein Fünftel.

Noch mehr zeigt sich das aber an der Entwicklung von China in den vergangenen 25 Jahren. In nur einem Vierteljahrhundert hat sich dieses Land von „ferner liefen“ zur zweitstärksten Wirtschaftsmacht emporgearbeitet und sie entwickelt sich konsequent zu einer Art „Gegenpol“ zu den USA.

Allein in den vergangenen zehn Jahren hat China mehr als drei Billionen US-Dollar Devisenreserven angehäuft, in den Jahrzehnten davor waren es insgesamt „nur“ gut 300 Milliarden US-Dollar. Das Land ist inzwischen der größte Gläubiger der USA und es setzt seine Devisenreserven in der ganzen Welt strategisch zum Kauf von Unternehmen, Immobilien und Rohstoffquellen ein.

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Eindrucksvolle Konsequenz des chinesischen Weges

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  • Die Argumentation überzeugt mich nicht:
    1. "Politische Börsen haben kurze Beine" d.h. jedermann weiß, daß der Haushaltsstreit mit allen möglichen Weiterungen (Schuldendienst etc.) eine politische Auseinandersetzung ist und nichts damit zu tun hat, ob die USA ihre Schulden weiter bedienen können und werden. Der Streit ist im übrigen wichtig und notwendig, denn es geht um den zukünftigen wirtschaftspolitischen Kurs, um den Generationenvertrag, um die Stellung des Staates und vieles mehr. Leider findet diese Diskussion nur in den USA statt, die damit unter Beweis stellt, daß sie zumindest willens ist, sich stetig zu reformieren und so zumindest verspricht, auch zukünftig eine Vorreiterrolle in der Welt übernehmen zu können.
    2. China soll mit seinem Staatskapitalismus und -dirigismus die No. 1 in der Welt werden??? Jedermann weiß, daß diesem Land die wahren Herausforderungen erst noch bevorstehen. Es erschreckt mich, daß Sie in einem Land in dem es keine politische Opposition gibt und in dem keine abweichende Meinung geduldet wird eine zukünftig führende Weltmacht sehen. Aber offenbar entspricht es gerade dem Zeitgeist, Opposition (oder auch nur den Konflikt oder wenigstens die Debatte) für verzichtbar zu halten. Solche Zeiten waren in der deutschen Geschichte aber immer die Schwelle ins Verderben.

  • Seit vielen Jahren steigen Budgetdefizite und Staatschulden – nicht nur in den USA – und man benimmt sich so, als koenne das immer so weiter gehen. Politiker, Journalisten und Big Business geben altkluge Ratschlaege an die Amerikaner, doch endlich die Schuldenobergrenze zu erhoehen. Bis wohin? Wie oft noch?

    Es ist offensichtlich, die alten Demokratien, die sogenannten Industrielaender, der “Westen” haben kein zukunftsfestes Staatsfinanzierungskonzept mehr. Niemand hat die Kraft aus diesem Teufelskreis auszusteigen. Ob das Ende ploetzlich kommt, ob es so kracht, dass wir den Schlag nicht mehr hoeren oder ob wir nach langem Siechtum einfach verschwinden. Niemand weiss es.

  • China soll an einer mit Gold unterlegten Währung arbeiten (Ziel : zumindest 10000 Tonnen Gold). Eine solche Währung würde den Dollar als Leitwährung erledigen mit dem Ergebnis, dass negative Leistungsbilanzsalden und auch das Militär
    nicht mehr mit "bedrucktem Dollar-Papier" finanziert werden könnten.
    Vorstellbar wäre dann, dass die Welt sehr nahe am Weltkrieg Nr. III steht.

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