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Walter direkt: Bestens ausgebildet arbeitslos

Heute kommen die Arbeitslosenzahlen. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist ein gewaltiger Sprengsatz. Deutschland sollte energisch auf eine Lösung dieses Problems dringen und einen aktiven Beitrag leisten.

Herbert Walter
Herbert Walter – Walter Direkt. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Machen wir uns nichts vor. Die erschreckend hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa wird unsere Gesellschaft schwer erschüttern, wenn sich daran nichts ändert. Man kann einer ganzen Generation junger Menschen nicht zumuten, dass nach Schule, Ausbildung oder Studium gut jeder fünfte (Durchschnitt in der EU), mehr als jeder dritte (Italien, Slowakei, Portugal) oder sogar jeder zweite (Spanien, Griechenland) von ihnen am Arbeitsmarkt nicht gebraucht wird. Bestens ausgebildet und hoch motiviert stehen sie im Abseits. 

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Was, bitte, sollen diese Menschen von der Politik und der Wirtschaft halten, die ihnen nichts anderes zu bieten hat als keine Chance?  Wie, bitte, soll eine Gesellschaft funktionieren,  wenn einem großen Teil der Jugend die Aussichten auf Arbeit, Familie und Erfolg verwehrt werden? Man muss sich fast wundern, dass die Poteste der jungen Menschen in den überschuldeten Euro-Staaten bisher eher friedlich verliefen und nicht in Gewalt mündeten wie im vergangenen Jahr in Großbritannien.

Tatsächlich sehen Wirtschaftsexperten in der Jugendarbeitslosigkeit eine größere Gefahr für die Europäische Union als in der aktuellen Schuldenkrise. Doch darüber, wie man diese Gefahr bannen könnte, wird im Vergleich zur Lösung der Schuldenkrise in den Medien und – so weit erkennbar – auch in der Politik bisher eher spärlich diskutiert.

Klar ist, dass dieses Problem von den Staaten in Europa gemeinsam gelöst werden muss. Ein einzelnes Land wäre damit hoffnungslos überfordert, insbesondere dann, wenn die Sparanstrengungen der öffentlichen Haushalte und die schwache Wirtschaft den politischen und ökonomischen Handlungsspielraum drastisch einengen.

Deutschland - aber auch einige andere EU-Länder - mit einer sehr viel geringeren Jugendarbeitslosigkeit und einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung, könnten da einen beachtlichen Beitrag leisten. Zwar herrscht innerhalb der EU Freizügigkeit, das heißt, jeder EU-Bürger, so er denn will, kann sich hier niederlassen. Aber das allein reicht nicht. Schon vermeintliche Kleinigkeiten belegen das: So werden zum Beispiel in EU-Staaten erworbene akademische Abschlüsse nicht automatisch anerkannt und die Komplexität bei der Anerkennung von Berufsqualifikationen ist unglaublich.

  • 01.02.2012, 16:38 UhrAnonymer Benutzer: DanielMueller

    ich bin gespannt wie dieses Stückwerk sich weiterentwickeln wird. Ebenfalls lesenswert: ein erster interessanter Überblick zu konzertierten EU Richtlinien
    http://www.fairobserver.com/article/new-eu-initiative-combat-youth-unemployment?page=2

  • 01.02.2012, 01:48 UhrAnonymer Benutzer: kneipier

    Ganz tapfer sein:

    Langfristig wird die Arbeit verschwinden!

    http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/916564_0_9223_-interview-langfristig-wird-die-arbeit-verschwinden-.html

  • 31.01.2012, 15:17 UhrAnonymer Benutzer: Europ

    Jugendarbeitslosigkeit durch Zuwanderung bekämpfen.
    Absoluter Unsinn! Im Gegenteil: Wir brauchen eine Kontrolle der Zuwanderung um Deutschland nicht mit Arbeitslosen und Zukünftigen Rentnern zu überschwämmen.
    Qualifikation und angemessene Arbeit für alle Arbeitslosen, die schon hier sind.
    Ratschläge von Herrn Walter ( man siehe nur die Ergebnisse der Dresdener Bank) führen da ins Verderben.

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