Walter direkt Bittere Lehre für Sparer

Die Rettung Zyperns vor dem Staatsbankrott zwingt alle Bankgläubiger in der Euro-Zone, sich genauestens zu überlegen, in welchem Land und bei welcher Bank sie ihr Geld anlegen.
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Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Gerade einmal drei Monate ist es her, da wagten Politiker wie Wolfgang Schäuble die Prognose, dass „in der Euro-Krise das Schlimmste hinter uns liege“. Jetzt, nach den eher verstörenden Beschlüssen zur Zypern-Rettung, scheint wieder ein Damm gebrochen.

Statt sich über die Abwendung des Staatsbankrotts auf Zypern zu freuen, hagelte es Kritik von allen Seiten. Der Hauptgrund dafür war die erzwungene Beteiligung der Bankengläubiger am Rettungspaket. Das hat nicht nur das Vertrauen der zypriotischen Sparer in die Sicherheit des Euros und der Bankeinlagen schwer erschüttert, sondern überall in Europa.

Dazu passte dann die Nachricht vom Internationalen Währungsfonds (IWF), dass vor allem die Schwellenländer dem Euro als internationale Reservewährung deutlich weniger vertrauen. Deren Zentralbanken haben nach Angaben des IWF im vergangenen Jahr 45 Milliarden Euro abgestoßen und dafür zum Beispiel australische Dollar gekauft. Das ist ein stattlicher Rückgang um acht Prozent und alles andere als ein Vertrauensbeweis in die Sicherheit des Euros.

Als wäre das noch nicht genug, berichteten griechische Medien über mögliche „Ungereimtheiten“ bei der Kreditvergabe an prominente Politiker und millionenschwere Abbuchungen von Bankkonten kurz bevor die teilweise Enteignung der Bankengläubiger publik wurde, deren Guthaben mehr als 100.000 Euro ausmachten. Griechische Zeitungen schreiben, dass sogar der zypriotische Staatspräsident, Nikos Anastasiades, im Verdacht steht, Verwandten einen Tipp gegeben zu haben, damit diese noch rechtzeitig vor der Bankenschließung ihre Konten räumen konnten. Auch solche Vorwürfe, sollten sie sich denn als wahr herausstellen, werden das Vertrauen in die handelnden Politiker und in deren Ernsthaftigkeit, eine saubere Lösung der Euro-Krise hinzubekommen, gewiss nicht stärken.

Das alles sind verheerende Botschaften, die eigentlich nur einen Schluss zulassen: Für den Sparer gibt es keine Sicherheit mehr, die Unterschiede zwischen Aktionär, Anleihegläubiger und Spareinleger einer Bank verwischen immer mehr. Natürlich wird jetzt von Politikern darauf hingewiesen, dass die Masse der Sparguthaben durch die 100.000-Euro-Schranke ja gesichert sei. Aber gilt das wirklich und in jedem Fall?

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28 Kommentare zu "Walter direkt: Bittere Lehre für Sparer"

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  • Können sie einen einzigen Fall nennen, wo seit dem 2. Weltkrieg ein Sparer für Anlagen in Deutschland Geld verloren hat?
    Können Sie nicht, obwohl es so manche Pleite gegeben hat.
    Wer mehr als das doppelte an Zinsen bekommt wie durchschnittlich im sonstigem Europa und das in einem Staatsgebilde das, wenn man ehrlich ist, dem einer Bananenrepublik nahekommt, dem muss doch wohl klar sein, dass auch dass Risiko größer ist.
    Wenn man dann einen Abschlag von 6-7% dafür zahlt, dass das Geld trotz Pleite gerettet ist, dann ist dass nicht einmal gerecht, da der Anleger jahrelang höhere Erträge kassiert hat.
    Im aktuellem Fall muss der Sparer für Einlagen unter 100.000€ gar nichts zahlen und das ist eigentlich ungerecht.
    Ich sehe schon kommen, dass Leute ihr Geld nach Timbuktu bringen und dann lauthals klagen, dass es futsch ist und dass kein anderer dafür gerade stehen muss, als der Anleger.

  • Woher haben Sie denn die glorreiche Erkenntniss, dass ein Grossteil des Weltrohstoffhandels über Zypern abgewickelt wird. Ich bin ein wenig erheitert.
    Vielleicht liefern Sie mal ein paar Zahlen, inkl. der Info, woher diese kommen.
    Wussten Sie eigentlich, dass die Mehrheit der Spargel Kaufoptionen über Hollywood abgewickelt wird?

  • Vertrauen kann man nur noch Politikern schenken, die erkannt haben, dass der Euro in seiner jetzigen Form das geschaffene Chaos, durch Merkels Vertragbrüche, nur dann beseitigt werden kann, wenn der wirtschaftspolitische Kurswechsel eingeleitet wird.
    Merkel & Co kennen keine Zielgerade, sondern vorsichtig, je nach Wetterlage wird langsam im Nebel Deutschland weiter verschuldet. Die Lügenliste der Verantwortlichen wird schon, wegen der kommenden Wahl, immer länger.
    Wirtschaftschaos u. Schuldenberge ist die Eurozonenbilanz, gestützt von den Gelddruckmaschinen.
    Übrigens in 100 Jahren hatten wir 5 Währungsreformen!!

  • Es ist Ihnen doch klar, dass der Insolvenzfall klar definiert ist und der ESM genau dies mit - im wesentlichen- mit deutschem Geld ausschließt!

    Deshalb sind ihre Überlegungen obsolet.

    Sie hätten sich der Klage gegen den ESM anschließen müssen!

  • Die boerse ist nicht das Problem im Alter, das Problem sind die fehlenden
    Kinder

  • @Mittendrin
    Ich habe Ihre Angabe bisher in keinem Gesetz verankert gesehen. Wenn jemand dies selbst gelesen hat, dann möge er den Titel mitteilen und ggfs. sogar den Link bekannt machen.

    Für mich ist das "Gesetz" lediglich eine heiße Luftnummer mit der sich Politiker über die Wähler lustig gemacht haben.

    Hoffentlich verstehen genügend Wähler wie sich Politiker über das Wahlvolk lustig machen!

  • @super Angi
    Sehr richtig, was sie sagen.
    Und.ß es ist zwar so geregelt, vereinbart, das Geld gesichert ist, aber es gibt keinen Rechtsanspruch.
    Das ist ein kleiner , aber folgenreicher Unterschied.
    Wenn nix da ist, wird nix ausbezahlt.I
    In der Not gilt kein Gebot... ein alter Spruch, heute so richtig wie Gestern....

  • @cashca
    Zitat:" Spricht man mit jungen leuten über das Altenproblem, dann höre ich heute schon Aussagen wie, "ist mir doch egal, sollen die sehen wo sie bleiben, die haben uns das eingebrockt., die haben alles verbraucht."
    Das ist eine Lüge, die Zockerei an den Börsen, hat die junge Generation "erfunden" und erst seitdem Jeder meint er könne sich vor Arbeit drücken, in dem er an der Börse zockt, haben wir den Schlamassel.
    Allerdings: die Jungen vertsehen es unglaublich gut, uns Alten genau diese Stories zu erzählen. Ist aber nicht so.

  • Bitter ist doch, daß die Leute erst in Riester-, Rürup und sonstwie Altersvorsorge getrieben werden. Das alles nur, damit genau diese Vorsorgemaßnahmen jetzt herhalten für die Zocker.
    Aber - solange das Volk ruhig ist, nicht zu sehr nach links ausschlägt und weiterhin brav in die Tretmühle geht, bestätigt dies doch nur das Handeln der Eurokraten, Politiker etc.

  • Mensch Leute, schaltet doch endlich mal das Hirn ein.
    Wenn ich bei der Bank keine Zinsen bekomme, dann behalte ich es doch, dann kriegt sie keines.
    Wozu sollte ich der Bank Geld geben, das defacto ein Kredit für die bank ist, ich habe lediglich eine Forderung an die Bank , mit dem sie arbeitet und viel Geld verdient, ich aber nur das Risiko habe, es bei einer Pleite nicht wieder zu bekommen.
    Wo ist denn da die Logik? Man könnte die Banken schnell von ihrer Zockersucht befreien, indem man das Geld abzieht. Dann ist ausgezockt.
    Alle jammern, schreien nach Sicherheit, aber keiner zieht die Konsequenz, den Saft abzudrehen.
    Die warten alle, bis es der Staat holt, oder die Bank verjubelt.
    Man lässt das Geld auf der Bank, weil es immer so war, das Geld bringt man eben zur Bank, egal ob das derzeit Sinn macht, oder nicht.
    Wenn es eng wird, wird einkassiert, der Staat hat sich noch nie zurückgehalten, wenn es um das Abkassieren geht, da soll sich doch keiner mehr Illusionen machen.
    Bevor das Heer von Politikern in Berlin und Brüssel ... Viele Hunderte, dqzu noch das heer von Beamten,, auf ihr Gehalt im Falle eines Bankrotts verzichten, da räumen die ihre
    Konten, schneller als sie zur Bank laufen können., oder in den Automaten die Geheimzahl eintippen können.
    Wer es dennoch tut, der muß die Konsequenzen tragen.
    Wegen 0,5% Zinsen riskiere ich doch keinen Verlust von 20--30- oder mehr %, möglicherweise sogar alles im Falle eines Bankrotts. Was da in absehbarer Zeit und weiter
    in den kommenden Jahren alles an Papieren fällig wird, da ist gar nichts mehr sicher.
    Denn, wer soll das bezahlen?
    Sichert euer Geld, wer es nicht tut, ist selber schuld an einer Enteignung. Rechtzeitig handeln, statt später jammern.
    Niemand garantiert für unsere Einlagen, das ist alles Lüge, beruhigendes Gerede, Valium für den Sparer.

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