Walter direkt: Das große Schweigen der Erblasser

Walter direkt
Das große Schweigen der Erblasser

Die Babyboomer beginnen, ihr Vermögen zu vererben. Es geht dabei um zig Billionen Dollar und Euro. Nur, darüber sprechen die Babyboomer nicht – nicht mit Freunden und schon gar nicht mit der Familie. Das ist sowohl im Einzelfall wie auch gesamtwirtschaftlich durchaus schädlich.
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In Deutschland, den USA, Kanada und vielen anderen Industriestaaten rollt eine gigantische Welle an. Gemeint ist die Vererbungswelle, auch der „große Transfer“ genannt. Privatvermögen in vielfacher Billionenhöhe wird aktuell von der Vorkriegsgeneration an die nach dem Zweiten Weltkrieg Geborenen vererbt, an die so genannten Babyboomer. Das sind die geburtenstarken Jahrgänge von 1946 bis 1964 und die beginnen nun auch, ihr noch ungleich größeres Vermögen an die nachfolgende Generation zu vererben.

Bei diesem Transfer geht es um gewaltige Summen. Fachleute schätzen, dass allein in Nordamerika bis etwa 2025 zwölf Billionen Dollar von der Vorkriegsgeneration an die Babyboomer vererbt werden. Die wiederum werden etwa bis 2050 die gigantische Summe von rund 30 Billionen Dollar an ihre Erben weiterreichen.

Auch in Deutschland ist der „große Transfer“ schon deutlich spürbar. Mittlerweile hat knapp ein Viertel aller Haushalte, die in einer eigenen Immobilie wohnen, diese geerbt oder geschenkt bekommen. In den nächsten acht Jahren bis 2020 werden nach Berechnungen von Fachleuten Vermögen im Wert von knapp 2,6 Billionen Euro vererbt - so viel wie noch nie zuvor. Das sind rund 25 Prozent des gesamten Nettovermögens der privaten Haushalte.

Wie könnte es anders sein, weckt dieser Vermögenstransfer auch die Begehrlichkeiten der Politiker. Die aktuellen Diskussionen über eine neue Vermögensteuer und eine höhere Erbschaftsteuer belegen das deutlich.

Seit 1906, dem Jahr ihrer Einführung im Deutschen Reich, wird im Prinzip über die Erbschaftsteuer mal mehr, mal weniger erbittert gestritten. Das Spektrum reicht von der Forderung zur Einführung einer so genannten konfiskatorischen Erbschaftsteuer, die jegliches Erbe für den Staat einzieht, bis hin zur Abschaffung einer solchen Steuer.

Beide Extreme haben sich in der Vergangenheit nicht durchsetzen können. Aber es gilt auch zu konstatieren, dass die deutsche Erbschaftsteuer in der EU schon jetzt zu den Spitzenreitern gehört. In 25 der 27 EU-Staaten schlägt diese Steuer zum größten Teil deutlich weniger hart zu als hier zu Lande.

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Kommentare zu " Walter direkt: Das große Schweigen der Erblasser"

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  • Dass Politiker nun angesichts der steigenden Erben die Steuern für große Erben erhöhen wollen, empfinde ich als nicht moralisch. Es scheint wohl nicht genug einen beträchtlichen Teil des Einkommens einzusammeln - nun auch noch einen vergrößerten Teil des Erbes. Die Politiker sollten endlich erkennen, dass es nicht Ihr Geld ist, dass sie einsammeln, sondern das Geld der legitimen Eigentümer.

  • Was soll der Artikel?
    Soll er eine Steilvorlage für unsere ach so soziale Politiker liefern und als eine Begründung für höhere Erbschaftststeuern dienen.
    Was soll das Gefasel von Vor.- und Nachkriegsgeneration.
    Ich habe immer gedacht dass der Generationewechsl kontinuierlich von statten geht und nicht wie im Artikel suggeriert.
    Die "anstehende zu vererbende Werte" an sich sagen genausowenig aus (Stichpunkt Inflation),wie auch die Gefahr, dass diese durch Euro-/Banken-Crashs zunichte gemacht werden.
    Anderseits schreibt der Herr von den Erben der Babyboomer,- dann entfällt doch auf den Einzelnen gar nicht mehr so viel.
    Wie Kommentator "Mazi" schon schrieb, sollte Herr Walter lieber etwas über Banken schreiben, oder versteht er davon auch nichts?

  • Herr Walter, frühere Beiträge waren besser. Der Beitrag wirkt dünn, verkrampft.

    Wenden Sie sich doch Themen zu, die Sie von der Praxis kennen.

    Weshalb schreiben Sie nicht darüber, wie es zu den gewaltigen Fehlsteuerungen in Banken kommt bzw. kommen konnte? Äußern sich doch dazu, was Sie von den aufsichtsrechtlichen Regelungen früher und heute halten? Was Sie als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Dresdner Bank AG fachlich davon hielten, dass diese Regelung ein Null-Ausfallrisiko für Griechenland-Anleihen testierten? Was Sie damals und heute von der Kompetenz der Bankenaufsicht hielten und halten?

    Herr Walter, das sind Themen, die Sie heute aus unabhängiger Position entscheidend vorwärts treiben könn(t)en! Das Thema Vermögensverwaltung passt, liegt Ihnen nicht, das haben Sie nicht nötig.

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