Kurz und schmerzhaft

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Walter direkt: Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten

Die Trennung zwischen Einlagen- und Kreditgeschäft und Kapitalmarktgeschäft ist nur eine zweitbeste Lösung bei der „Bändigung der Finanzwelt“. Aber die Banken sind selber schuld, dass darüber nachgedacht wird.

Herbert Walter
Herbert Walter – Walter Direkt. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Für die meisten Menschen ist sonnenklar, wer für die Kernschmelze an den globalen Finanzmärkten verantwortlich war: die Investmentbanker. Daraus hat Peer Steinbrück, frisch gekürter Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten, eine Konsequenz gezogen. Unter dem Dach einer Holding sollen nach seiner Vorstellung das „normale“ Bankgeschäft mit Privat- und Firmenkunden vom  Casino-Business der Investmentbanker getrennt werden.

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Das klingt plausibel, aber hilft es auch weiter? Man muss gewiss kein Architekt sein, um darüber ins Grübeln zu kommen, ob es möglich sein könnte, dass die eine Säule unter dem Holding-Dach nicht in Mitleidenschaft gezogen würde, wenn die andere Säule ins Wanken gerät. Aber das nur am Rande.

Für mich hat die Steinbrück´sche Schlussfolgerung, die unzweifelhaft bei sehr vielen Menschen auf Sympathie stößt, auch etwas anderes gezeigt. Die Banken haben es nicht verstanden, ihre eigene Entwicklung und deren Warum den Menschen verständlich zu machen.

Bis in die 90er-Jahre waren die Strukturen der großen Banken klar: Es gab private Kunden, Firmenkunden und Institutionen. Jede Gruppe hatte ihre Kundenberater und in den Zentralen arbeiteten Fachleute, die die von den Kunden geforderten Produkte oder Dienstleistungen lieferten.

Selbstverständlich gehörten dazu schon immer Kapitalmarktprodukte, insbesondere natürlich für die Firmenkunden und Institutionen. Gerade die exportlastige deutsche Wirtschaft war auf Absicherungen an den internationalen Kapitalmärkten gegen alle möglichen Risiken ihres Geschäfts angewiesen. Gleiches galt für Übernahmen und Fusionen von Unternehmen, die es auch schon vor der Erfindung des Investment-Bankings gegeben hat.

  • 07.10.2012, 15:30 UhrAlexDettig

    Die Banken sollten im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Kunden, Ihren Ruf wiederherstellen ! Dann kommt es auch zu keinen Aufspaltungsplänen, deren Kosten die Banken und den deutschen Staat schädigen. Aber auch Politiker sollten verantwortungsvoller argumentieren und die momentane Abneigung Banken gegenüber nicht populistisch nutzen !

  • 07.10.2012, 15:29 UhrAlexDettig

    Die Banken sollten im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Kunden, Ihren Ruf wiederherstellen ! Dann kommt es auch zu keinen Aufspaltungsplänen, deren Kosten die Banken und den deutschen Staat schädigen. Aber auch Politiker sollten verantwortungsvoller argumentieren und die momentane Abneigung Banken gegenüber nicht populistisch nutzen !

  • 02.10.2012, 12:08 UhrGuzzi_Cali2

    Man muß dazu nur wissen, woher der Herr Walter kommt und schon ist sonnenklar wie und in wessen Interesse er argumentiert. Ein bißchen Asche aufs Haupt, aber im Groben weitermachen wie bisher. Ich werde Herrn Steinbrück nicht wählen, wil ich ihn an der jetzigen Situation mit schuldig halte, aber DASS die Banken zerschlagen werden müssen, das ist klar. Auf welche Weise, ist ein reines Gestaltungsproblem. Oftmals wird gesagt, daß die Banken groß sein müßten, um teure Investitionen zu finanzieren. Das muß nicht sein - wenn eine Bank zu klein ist, ein bestimmtes Investitionsvolumen zu stemmen, muß sie eben Geld noch bei anderen Instituten einsammeln. Das hätte vor allem den Vorteil, daß die Risikobewertung dann nicht nur bei einer Bank liegt, sondern bei mehreren. Ein too big to fail ist damit nicht mehr möglich.

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