Walter direkt: Die Fehler der Vergangenheit holen uns ein

Walter direkt
Die Fehler der Vergangenheit holen uns ein

Wirtschaft und Banken kommen in den südeuropäischen Krisenstaaten nicht auf die Beine. Das schafft eine gefährliche Abwärtsspirale. Was wir von Amerikanern lernen können.
  • 21

Manchmal dauert es lange, sehr lange, bis Politiker die Tragweite eines Problems erkennen. Das sieht man jetzt an der großen Aufregung über die Kreditklemme in den südeuropäischen Schuldenstaaten, die Zigtausende kleine und mittlere Unternehmen in diesen Ländern in die Knie zwingt.

Die sind das wirtschaftliche Rückgrat in Italien, Spanien, Portugal und Co., sie stellen die mit Abstand meisten Arbeitsplätze in ihren Heimatländern und sie klagen seit 2009 darüber, dass Banken des Landes sie nicht ausreichend mit Liquidität versorgen, um Investitionen finanzieren und das Geschäft vorantreiben zu können.

In Italien sind die Unternehmenskredite in den ersten vier Monaten mit einer Jahresrate von rund vier Prozent gesunken. In Spanien ist das Volumen der Unternehmenskredite seit 2009 um 240 Milliarden Euro geschrumpft. Ähnlich sieht es in Portugal aus und in Griechenland ist praktisch alles geschrumpft bis auf die Staatsschulden, die sind weiter gewachsen.

Die schlechte Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität ist wiederum einer der wichtigsten Gründe dafür, dass das Wirtschaftswachstum weit von dem entfernt ist, was gebraucht wird, um aus der Krise herauszukommen. Im gesamten Euro-Raum muss nun nach offiziellen Schätzungen für 2013 mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums um 0,6 Prozent gerechnet werden. In den Krisenländern liegen die erwarteten Minusraten entsprechend höher, in Italien etwa bei knapp zwei Prozent.

Klar, dass solche Zahlen Politiker aufschrecken. Die Aufrufe zum entschlossenen Handeln sind nun auch unüberhörbar. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble etwa sagte bei seinem jüngsten Besuch in Spanien einen Milliarden-Kredit der staatlichen KfW zur Förderung der Kreditvergabe an kleinere und mittlere Unternehmen zu. Gleiches tat er vorige Woche  in Griechenland. Der dortigen mittelständischen Wirtschaft soll wiederum die KfW mit 100 Millionen Euro auf die Beine helfen.

Kommentare zu "Die Fehler der Vergangenheit holen uns ein"

Alle Kommentare
  • Büschn dubiose Quelle (LaRouche), aber die EU-Visionen der Amatos, Attalis und Coopers sind echt. Und ja auch folgerichtig: Verwaltungsbereiche der EU statt Nationen, und statt der überirdischen Freiheiten des Mittelalters die totale Überwachung. Eigentlich muss man nur genau hinsehen statt auf veralteten Staatsideen zu beharren, die auch ja so alt nicht sind. Klappt doch alles. Wo soll der Fehler sein??

  • @vicfalls
    Hallo, netshadow hat es ja schon angedeutet.
    Vielleicht ist es hilfreich, sich mit den Experten zu befassen, die nachweislich recht behalten haben und zudem in der Lage sind, die volkswirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge - zumal in einer Währungszone - allgemeinverständlich darzustellen:
    http://www.youtube.com/watch?v=mfKuosvO6Ac

    Wenn Sie das nachvollziehen wird Ihnen schlagartig klar, welcher Wahnsinn in Europa und insbesondere in Deutschland regiert!
    LG Traumschau

  • "Da die EU aber keine Trägerflotten hat mit Dennen man den Rest der Welt klein halten könnte stehen uns nicht die selben Optionen offen wie den USA...."

    Dagegen hatte sich Rot/Grün 2001 bewusst entschieden! Aus dieser Zeit stammt der Kontakt Putin/Schröder, für die, die das nicht wissen.

  • @Walter: Der Staatshaushalt der USA für 2013 beträgt USD 2902 Mrd. Die FED druckt jeden Monat USD 85 Mrd, macht im Jahr USD 1020.
    In anderen Worten: über 35% des Staatshaushaltes stammt aus der Notenpresse -wo ist jetzt nochmals das Ende der Wirtschaftskrise in den USA zu sehen?

    Wenn die USA nicht das Glück hätten, dass sie sich aufgrund des Bretton-Woods-Systems den Status der Leitwährung dieser Welt ergaunern konnten, dann wären sie schon längstens offiziell bankrott.

  • Wir alle überlegen ständig, wieso bei der angeblichen €-Rettung bloß ständig so absolut UNLOGISCH und UNÖKONOMISCH gehandelt wird. Besonders auffällig ist das in Griechenland.
    EINE mögliche Erklärung ist sicher die in meinem o.a. Kommentar angegebene (s. Link).
    Eine andere mögliche Begründung hierfür könnte so aussehen:

    GR hat längst Verträge über die Nutzungsrechte des enormen Erdöl- und Gasvorkommens gemacht. Vertragspartner könnte u.a. die EU sein. Es ist auch schon viel Geld geflossen – allerdings weiß die griechische Bevölkerung nichts davon. Sie hofft immer noch auf eine spätere Beteiligung am vermeintlichen Reichtum, während sich ihre korrupte Elite das Geld längst in die eigenen Taschen gesteckt hat. Diese Elite hat es zur Bedingung gemacht, dass das Volk nichts erfährt. Und die EU hat gern eingewilligt, denn so ist der Bestand des Vertrags garantiert. Nur wenn die Regierung Samaras im Amt bleibt, ist der EU das Öl und das Gas sicher. Plaudert dagegen jemand und das Volk erfährt vom Deal, wird es eine Revolte geben, bei deren Ausgang die jetzige Regierung davon gejagt und eine andere installiert wird, die sämtliche Verträge mit der EU (die sie nach dieser „Theorie“ ja betrogen hat) umgehend aufkündigen. Das schöne Geld der EU für das Erdöl ist dann weg und man müsste den eigenen Steuerzahlern zuhause erklären, was man damit gemacht hat.
    Wie gesagt - nur eine Theorie. Inzwischen fallen mir vor lauter Verzweiflung die wirklich abenteuerlichsten Begründungen ein... die Situation hier in GR ist schlimm.

    Das wären alles Erklärungen dafür, das GR immer weiter gepampert wird… Bis etwa 2014. Da soll das erste Öl fließen.

  • „Der Grund für die immer unübersichtlicher werdenden europäischen Programme und Hilfsaktionen ist, dass die Politik in Europa insgesamt zu Beginn der Krise nicht entschlossen genug gehandelt hat.“

    Herr Walter,

    das KÖNNTE so sein. Es KÖNNTE aber auch so sein:

    Der wahre Zweck der EU:
    http://www.youtube.com/watch?v=pJlNs_0q9vw

  • Ich denke auch, dass Herr Walter sich mit dem Artikel gewaltig verrannt hat.

    Wenn es etwas lobenswertes im Verständnis mit Banken gibt, dann ist es die Tatsache, dass die USA Pleitebanken auch in die Pleite geschickt haben, zumindest einige. In Deutschland hat es Millionen von Euro an Boni und Gehalt für die Vorstände der maroden Banken gegeben. Ich denke u.a. an Nonnenmacher und Blessing.

    Herr Walter, der Schuss ging nach hinten los.

  • "Die noch relativ starken und konkurrenzfähigen Nordländer würden m. E. dadurch auch noch geschwächt."

    Diese Länder haben relativ gesehen höhere Löhne, dafür aber keine 7% Handelsbilanzüberschuß.
    Auch für Deutschlands Binnennachfrage und Wirtschaft würde es durchaus Sinn machen, Löhne zu erhalten von denen man leben kann und die Binnenwirtschaft zu stärken, statt mit Dumpinglöhnen den Export anzukurbeln und Haushaltshilfen schwarz für weniger als 5€ zu importieren.

  • Nicht, dass ich was gegen höhere Löhne hätte, aber würde das Sinn machen? Die noch relativ starken und konkurrenzfähigen Nordländer würden m. E. dadurch auch noch geschwächt.

  • zudem hat man die US banken ja mit dem EU bail out, rausgekauft... sonst wären die wie die EU banken Reihenweise gekippt.... so konnte G und S und JP Morgan und Ähnliche aber Superzahlen Präsentieren. Wäre eigentlich n Fall für die Staatsanwälte...

Serviceangebote