Walter direkt: Die Fehler der Vergangenheit holen uns ein

Walter direkt
Die Fehler der Vergangenheit holen uns ein

Wirtschaft und Banken kommen in den südeuropäischen Krisenstaaten nicht auf die Beine. Das schafft eine gefährliche Abwärtsspirale. Was wir von Amerikanern lernen können.

Manchmal dauert es lange, sehr lange, bis Politiker die Tragweite eines Problems erkennen. Das sieht man jetzt an der großen Aufregung über die Kreditklemme in den südeuropäischen Schuldenstaaten, die Zigtausende kleine und mittlere Unternehmen in diesen Ländern in die Knie zwingt.

Die sind das wirtschaftliche Rückgrat in Italien, Spanien, Portugal und Co., sie stellen die mit Abstand meisten Arbeitsplätze in ihren Heimatländern und sie klagen seit 2009 darüber, dass Banken des Landes sie nicht ausreichend mit Liquidität versorgen, um Investitionen finanzieren und das Geschäft vorantreiben zu können.

In Italien sind die Unternehmenskredite in den ersten vier Monaten mit einer Jahresrate von rund vier Prozent gesunken. In Spanien ist das Volumen der Unternehmenskredite seit 2009 um 240 Milliarden Euro geschrumpft. Ähnlich sieht es in Portugal aus und in Griechenland ist praktisch alles geschrumpft bis auf die Staatsschulden, die sind weiter gewachsen.

Die schlechte Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität ist wiederum einer der wichtigsten Gründe dafür, dass das Wirtschaftswachstum weit von dem entfernt ist, was gebraucht wird, um aus der Krise herauszukommen. Im gesamten Euro-Raum muss nun nach offiziellen Schätzungen für 2013 mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums um 0,6 Prozent gerechnet werden. In den Krisenländern liegen die erwarteten Minusraten entsprechend höher, in Italien etwa bei knapp zwei Prozent.

Klar, dass solche Zahlen Politiker aufschrecken. Die Aufrufe zum entschlossenen Handeln sind nun auch unüberhörbar. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble etwa sagte bei seinem jüngsten Besuch in Spanien einen Milliarden-Kredit der staatlichen KfW zur Förderung der Kreditvergabe an kleinere und mittlere Unternehmen zu. Gleiches tat er vorige Woche  in Griechenland. Der dortigen mittelständischen Wirtschaft soll wiederum die KfW mit 100 Millionen Euro auf die Beine helfen.

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