Kurz und schmerzhaft

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Walter direkt: Die größte Gefahr für die wirtschaftliche Erholung

Das Misstrauen gegen Politik, Organisationen und Banken wächst in jedem Krisenjahr. Das kann erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen.

Herbert Walter
Herbert Walter – Walter Direkt. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Was ist eigentlich noch im Lot? Die Finanzmärkte spielen verrückt oder sie funktionieren nicht. Die Politik greift zu immer gigantischeren Rettungsmaßnahmen, um der Krise Herr zu werden und wohin man auch blickt, das Vertrauen der Menschen sinkt und Misstrauen breitet sich immer weiter aus.

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Das jedenfalls scheinen ungezählte Studien zu belegen, die in diesen Zeiten die innere Befindlichkeit der Menschen zu ergründen suchen. Fast über den gesamten Globus verteilt wurden in den vergangenen Jahren Hunderttausende Menschen befragt, was sie von Menschen, Institutionen und Organisationen halten, die in irgendeiner Weise mit der Krise in Verbindung stehen.

Trotz vieler nationaler Besonderheiten ist das Ergebnis eindeutig: Das Misstrauen gegenüber der Politik ist gewaltig gestiegen, ebenso wie das gegenüber großen internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds, ja sogar gegenüber Gewerkschaften bis hin zu den staatlichen Rentensystemen. Stark ausgeprägt ist der Vertrauensverlust in die westlichen Banken im Allgemeinen und in die europäischen Banken im Besonderen. Dies gefährdet inzwischen auch die Ertragsbasis von Instituten, wie die jüngst veröffentlichten Halbjahreszahlen zeigen. Unzufriedene Kunden sind ertragsschwächer als zufriedene, weil sie weniger Produkte kaufen, nicht so lange treu bleiben und die Bank seltener weiter empfehlen. Das zunehmende Misstrauen ist ein fataler Trend.

Egal, ob man so etwas nun als allgemeine Vertrauenskrise bezeichnet oder nicht, steigendes Misstrauen erhöht das Protestpotenzial einer Gesellschaft. Man sieht das an Bewegungen wie Occupy Wall Street, den Massenprotesten in den europäischen Problemländern oder dem plötzlichen Aufkommen neuer Parteien. Ob das eine Radikalisierung des politischen Lebens bedeutet, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall aber hat das stark gewachsene Misstrauen wirtschaftliche Auswirkungen.

Wenn Vertrauen schwindet, dann schwächt das die soziale Kooperation der gesellschaftlichen Gruppen, die wohl wichtigste Bedingung für wirtschaftliche Prosperität. Weniger Kooperation bedeutet geringere Arbeitsteilung und schwächeres Wirtschaftswachstum, lautet die einfache Formel. Der amerikanische Nobelpreisträger Kenneth Arrow hat schon vor vierzig Jahren in seinem Buch „Gifts and Exchanges“ beschrieben, wie wichtig Vertrauen für wirtschaftliche und politische Prozesse ist. Vertrauen übernimmt in sozialen Systemen und in der Marktwirtschaft als Ganzes die Funktion des Öls im Motor. Ohne dieses Schmiermittel läuft rasch gar nichts mehr. Anders gesagt: Vertrauen ist nicht alles, aber ohne Vertrauen ist alles nichts.

  • 14.08.2012, 21:02 UhrMazi

    Herr Walter, wo spielen denn die Finanzmärkte verrückt?

    Ist aber auch kein Problem. Sie waren zwar bei einer Bank Vortandsvorsitzender aber mit dem Finanzmarkt waren Sie nicht tangiert. Reden wir also künftig über das Kreditgeschäft.

  • 14.08.2012, 20:29 UhrSayTheTruth

    Langweilger Artikel von Herrn Herbert Walter.

    Lohnt sich weder zu lesen noch zu kommentieren.

    Muffelige Schwafelei.

  • 14.08.2012, 16:43 UhrWEN_WUNDERT_DAS_NOCH

    Das Problem ist die mediale und staatliche Konzentration auf das "Extrem" statt das "Normal". Früher wurde Leistung, Erfolg und Konstantes gewürdigt, heute dreht sich alles nur noch um die schnelle Nummer, Terrorismus, Schulden, Krieg und Abzocke. Gepaart mit dem Treten der Ethik und Moral mit Füßen, sowohl von hohen US-amerikanischen Stellen, als auch von den europäischen Stellen.

    Diese Welt hat keine Vorbilder mehr, die diese Bezeichnung auch verdienen!

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