Walter direkt
Die heimlichen Reichen

Pensionen von Politikern und Staatsdienern werden in keiner Bilanz oder Vermögensstatistik erfasst. Deshalb spielen sie, obwohl oft millionenschwer, bei der geplanten Reichensteuer auch keine Rolle. Das ist nicht fair.
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„Diejenigen sollen für die Krise zahlen, die es sich am ehesten leisten können“, begründete Verdi-Chef Frank Bsirske sein Engagement für eine höhere Besteuerung der reichen Deutschen. Allen voran Siegmar Gabriel von der SPD und andere grüne oder linke Politiker stimmten flugs ins gleiche Horn.

Seitdem geht es hoch her, dabei aber weniger um die Frage, ob das Ganze eine Schnapsidee ist oder nicht, sondern darum, wie man am Besten den reichen Deutschen ins Portemonnaie greifen könne: Jedem, der mehr als 250.000 oder eine Million Euro in der Tasche hat, einmalig oder über zehn  Jahre verteilt, über Steuern oder über Abgaben und so weiter. Genaueres sollen wir im Herbst dieses Jahres erfahren.

In einem Punkt sind sich Politiker und Gewerkschafter aber jetzt schon einig: Die wie auch immer geartete Reichensteuer soll aus dem auf insgesamt über neun Billionen Euro geschätzten Privatvermögen der Deutschen abgezweigt werden. Dieses Vermögen besteht etwa zur Hälfte aus Immobilienbesitz und zu anderen Hälfte aus Geldvermögen.

Laut amtlicher Statistik ist das Vermögen der deutschen Millionäre in den vergangenen sechs Jahren im Schnitt um nominal knapp zwei Prozent jährlich auf 2,18 Billionen Euro in 2011 gewachsen. Lassen wir mal die 10.000 bis 20.000 superreichen Deutschen außen vor, so hat vermutlich eine Mehrheit der restlichen rund 800.000 deutschen Vermögensmillionäre im Laufe des Berufslebens vorrangig für das Alter vorgesorgt.

Der wichtigste Grund für die eher magere Vermögensentwicklung wird mit dem Begriff „finanzielle Repression“ beschrieben. Die Politik der Notenbanken, mit Zinsen nahe Null und faktisch unbegrenzter Liquiditätsversorgung führt dazu, dass die Renditen für risikoarme Anlagen wie etwa Staatsanleihen unter den Inflationsraten liegen. Dadurch sinkt einerseits über einen längeren Zeitraum die Schuldenlast der Regierungen, andererseits sind Anleger, die keine großen Risiken eingehen wollen, in realer Rechnung am Jahresende ärmer als zwölf Monate zuvor.

Kommentare zu " Walter direkt: Die heimlichen Reichen"

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  • wenigstens sagt uns dieser Komentar etwas über die Intelligez dieses Beamten, alle können Beamte werden, als ob ihn jemand gezwungen hätte Beamter zu werden.

  • @ Steffen111

    Sie haben Recht mit Ihrer Kritik und auch wieder nicht. Der ggf. vorhandene Kapitalstock einer Privatperson ist vererbbar und stellt insoweit auch nach dem Ableben noch einen Wert da. Die Pension endet mit dem Tod (spätestens nach dem der Witwe/Witwers)und hat dann keinen Wert mehr. Es gibt allerdings für die Wertberechnung eben solcher Pensionsansprüche durchaus mathematische Verfahren, eine Abzinsungsformel um den sogenannten Barwert zu ermitteln. Das Ergebnis läge dann irgendwo zwischen den ominösen 6 Mio und Ihren 300 T€.

    Falsch wäre es den Durchschnittsbeamten heranzuziehen. Es soll doch hier gerade darum gehen, die "Reichen" zu ermitteln. Und genauso wie nicht jeder Privatmann in diese Kategorie fällt, genausowenig wird jeder Beamte/Politiker in die Kategorie fallen. Herr Eichel ist schon das richtige Beispiel.

    @ Rechner:
    Mit den Sterbetafeln ist das so eine Sache. Wenn Sie sich die aktuelle berechnete!!! Lebenserwartung für Deutschland ansehen, dann liegt die Zahl je nach Quelle zwischen 79 und 81 Jahren (geschlechtergemittelt). Das ist dann allerdings die Zahl für HEUTE geborene Kinder. Da Sie und ich, Steffen111 und Hr. Eichel, allerdings alle schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel haben als ein Neugeborenes, liegt unsere durchschnittliche Lebenserwartung sogar nur bei rund 71 (ein heute 50-jähriger, Quelle Weltbankbericht).

    Der Artikel ist im Kern richtig, schiesst allerdings deutlich übers "Ziel" hinaus. Problematisch ist vielmehr, dass auf diese Weise solange die Lasten "fair" verteilt werden, bis alle zahlen müssen.

  • 'Steffen111' sagt
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    die vorsorgezeit beträgt vom 65 lebensjahr bis zum tod bei einer lebenserwartung von 78 jahren gerechnet 13 jahre
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    Verwenden Sie eine Sterbetafel aus dem Jahr 1924?

    Ein 65-jähriger hat heutzutage eine statistische Restlebenserwartung von durchschnittlich 20 Jahren.

    Bei Beamten ist es noch ein bißchen mehr.

    ++++

    'Steffen111' sagt
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    eine schöne milchmädchenrechnung die da der herr von der ehemaligen dresdner bank uns da auftischt.
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    Wohingegen ihre Rechnung wohl vom Pferdehändler aufgemacht wurde.

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