Ich will nicht über den Sinn oder Unsinn einzelner Maßnahmen diskutieren, aber ein Hinweis muss doch erlaubt sein: Eine immer stärkere Regulierung wird den Wohnungsbau nicht fördern, im Gegenteil. Regulierung schränkt ein, verhindert Innovation und schwächt unternehmerisches Handeln. Und: Regulierung erhöht den bürokratischen Aufwand und kostet immens viel Geld – das des Steuerzahlers.
Ein kleines, dafür aber ganz aktuelles Beispiel: Um der Wohnungsnot in München zu Leibe zu rücken, soll in bestimmten Bereichen der Baubehörde die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt werden. Das sind die wirklich nachhaltigen Folgen der politischen Regulierungswut und sie gelten nicht nur für den Immobilien- oder Wohnungsmarkt, sondern grundsätzlich.
Was hat denn die strengere Regulierung des Marktes für Strom, Wasser und Gas für Mieter und Immobilienbesitzer gebracht? Doch kaum etwas anderes als Preise für diese Güter, die in den vergangenen Jahren viel stärker gestiegen sind, als die Kaltmieten. Wenn heute beklagt wird, dass Mieter im Schnitt schon mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete, Wasser, Strom und Gas ausgeben müssen, dann liegt das zum größten Teil an diesen so genannten Mietnebenkosten. Die reinen Mietkosten sind bundesweit seit 1995 jedenfalls deutlich geringer gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt.
Diese Folgen der Regulierung zeigen sich grundsätzlich überall dort, wo der Staat die Zügel in die Hand nimmt. Ich will überhaupt nicht in Abrede stellen, dass es für regulierende Staatseingriffe gute Gründe gibt, aber über die Kosten dieser Regulierung sollten wir uns schon Gedanken machen. Kein Mensch kann doch beispielsweise noch glauben, dass die starke Regulierung im Gesundheitswesen günstig für die Versicherten ist.
Die mit der Agenda 2010 durchgesetzte Deregulierung des Arbeitsmarktes hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass wir heute im Vergleich zu anderen Industriestaaten deutlich besser dastehen. Die jetzt politisch so populäre Abkehr von der Agenda und der Hang zu einer wieder stärkeren Regulierung des Arbeitsmarktes mag von vielen Bundesbürgern begrüßt werden.

Wieviel ehemals rel. günstige Mietwohnungen wurden im letzten Jahrzehnt von öffentlichen Eigentümern und öffentlichen Institutionen nahestehenden Gesellschaften
an rein gewinnorientierte Unternehmen verscherbelt. Es sind soweit ich weiß hunderttausende Wohneinheiten die den ehemaligen Eigentümern zunehmenden Stress und zu geringen Gewinn einbrachten. Dazu der eskalierende Druck zu Renovierungen, Abriss, Neubau aus den täglich seit etwa zwei Jahrzehnten publizierten Gründen.
Der zunehmende Zwang nach Umwandlung dieser "Immobilien" zu "liquiden Mitteln", für was auch immer.
Nun allerorten Gejammere "zu wenig, zu teuer" bei
zunehmenden Trend "mehr, billiger". So schnell ändern sich die Zeiten in Deutschland nach Einführung von 1 : 1,95583 (in der Welt), nach New York Times` Grafik vom 02. Mai 2010 "Europe`s Web of Dept" (einfach googeln, Rückblick über Bazookas, Rettungsschirme, Schulden-, Fiscal und was für Unionen, ESM u. m., bis zum größten Konzerthausbau mit Elbblick aller Zeiten.
Allein für den hier angenommenen Wert von ca. 750.000.000
der neuen Einheitswährung hätte man überschlägig bestimmt
ca. 250 bis 300.000 qm einfachen Wohnraum schaffen können.
Geschätzt etwa 3.000 ganz vernünftige und bezahlbare
Wohnungen. Nun also: Wohnschiffe für Asylbewerber gab es
früher, heute schägt man diese für Studenten vor...
Ja, so ist`s. Später ist man immer schlauer, betrachtet man hier z. B. das Themen Energiewende, Energieversorger, Netze, Wasserversorgung u. m. in privatwirtschaftlicher oder in (teil-) öffentlicher Regie.
Thema verfehlt ? Mitnichten, wenn man sich die Energie-
Betriebskosten von Wohnungen im Verlauf betrachtet.
Übrigens ein Beispiel privat zu Wohnungsrendite im
Speckgürtel einer dt. "Metropole": Altbau 75 m2 (1979), HKZ 120 KWh/m2 (Heizöl) schuldenfrei, Miete 400 teuro kalt, dazu Betriebs-, Steuer, Versicherung, Verwaltung
für Mieter, Vermieter anteilig 250 teuro monatl., kleinere Reparaturkosten, Abschreibung, Steuern... betrachetet.

Dass es bei gewerblichen Vermietern asoziale, weil geldgierige Auswüchse gibt, bestreite ich nicht. Ich befürworte vielmehr, dass solchen Leuten auf die Finger gehauen wird.
Für einen Privatmann ist es hingegen nicht mehr attraktiv, eine Wohnung zu vermieten. Wer einmal miterlebt hat, wie der Gesetzgeber Mietnomaden bis zum Geht-nicht-mehr protegiert, weiß, von was ich rede.
Mit dem Moment, an dem man eine Wohnung vermietet, ist man so gut wie enteignet und den Launen Asozialer hilflos ausgeliefert.
Solange diese Zustände anhalten, werden immer weniger Privatleute Wohnraum schaffen!
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