Kurz und schmerzhaft

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Walter Direkt: Gegen Nahrungsknappheit ist die Euro-Krise ein Klacks

Die Spekulation mit Agrarrohstoffen hat erschreckende Ausmaße angenommen. Das ist ethisch fragwürdig. Agrarinvestments dürfen nicht zu steigenden Preisen, sondern müssen zu einem höheren Nahrungsangebot führen.

Herbert Walter
Herbert Walter – Walter Direkt. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Steigende Nahrungsmittelpreise sind ein gewaltiges, globales Problem, das direkt die Gesundheit von Millionen Menschen bedroht. Erst vor wenigen Tagen warnte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim vor „brutal gestiegenen Preisen“ für Mais und Soja, die sich allein in den Monaten Juni und Juli um 25 und 17 Prozent erhöht hätten. Der Grund für diese Teuerung sind laut Weltbank extreme Dürren in den USA und in Osteuropa.

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Das ist nun schon die dritte Preisexplosion bei Grundnahrungsmitteln innerhalb von nur fünf Jahren. Für die vorhergehenden in den Jahren 2008 und 2010/11 wurden vor allem zwei Entwicklungen verantwortlich gemacht: die stark zunehmende Produktion von Treibstoffen aus Agrarrohstoffen und die ebenso rasch wachsende Spekulation mit Agrarrohstoffen. Hunderte Milliarden Dollar werden inzwischen von Anlegern in Derivate, in Indexfonds oder Terminkontrakte für Agrarrohstoffe investiert. Nur ein sehr kleiner Bruchteil davon dient der Absicherung des Geschäfts von Produzenten und Agrarhändlern. An der Chicagoer Terminbörse machen diese Absicherungsgeschäfte etwa bei Weizen nur knapp zwei Prozent des gesamten Futures-Volumens aus, der überwältigende Rest ist reine Spekulation.

Wer diese Relationen kennt, darf sich wirklich nicht wundern, dass die Spekulation mit Agrarrohstoffen weltweit in die Kritik geraten ist. In den USA gibt es inzwischen Initiativen, die Nahrungsmittel-Spekulation zu kriminalisieren. Die Finanzindustrie wäre also gut beraten, es nicht zum nächsten Reputationsschaden kommen zu lassen und es ist gut, dass einige Finanzdienstleister in Deutschland inzwischen Konsequenzen aus diesen Diskussionen gezogen haben.

Für manche von uns scheinen all diese Probleme weit weg zu sein, aber tatsächlich sind Nahrungsmittelknappheit und steigende Preise wahrscheinlich die größte Bedrohung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen auf unserem Planeten. Dagegen ist die uns so heftig beschäftigende Eurokrise ein Klacks.

Jeden Tag wächst der Zahl der Menschen auf der Erde um rund 220 000. In nur einem Jahr sind das mehr als 80 Millionen Menschen, etwa so viele wie in Deutschland leben. Jeden Tag gehen rund 30 000 Hektar Agrarflächen durch Erosion, Überweidung, Naturkatastrophen oder auf andere Weise verloren. Das sind fast 110 000 Quadratkilometer jährlich oder etwas mehr als Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

  • 11.09.2012, 10:59 Uhrgeorge.orwell

    ..interessanter Weise ist dieses wichtigste Thema der Menschheit außerhalb jeglicher öffentlicher Diskussion. Warum? Weil die Elite es auf Ihre Weise löst: Durch Hunger, Gift und Krieg.

  • 11.09.2012, 10:56 Uhrgeorge.orwell

    Die Verknappung der Nahrungsmittel ist von der globalen Elite beabsichtigt und gewünscht. Zuviele "unnütze Esser" um im Jargon dieser selbstherrlichen Menschenverächter zu sprechen.

    Der Versuch eine umfangreiche Patentierung von Lebensmittel durchzusetzen durch den US-Konzern Monsanto dient dem gleichen Ziel.

    Die Elite bekämpft die Masse mit allen Mitteln. Wann werden die Menschen das endlich begreifen.

  • 05.09.2012, 16:34 UhrNewfreak

    Protest gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
    Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt! Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!

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